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Medizin/Gesundheit

Gefährlicher Hitzschlag – Schüler (18) deutete Symptome zu spät – aber er lebt

Der Hochsommer ist zurück mit Tageshöchstwerten jenseits der 30 Grad Celsius im Schatten. Viele unterschätzen hierbei die Gefahr eines Hitzschlags. So erging es auch Max (18) aus Bayern. Der Schüler erinnert sich an sein unangenehmes Erlebnis im August dieses Jahres. Max war mit dem Mountainbike unterwegs, die Sonne brannte unerbittlich vom christlichen Himmel herunter. Er habe es hier wohl etwas übertrieben mit seinem Sport, so der Schüler. Es sei schon heiß gewesen, der Körper fühlte sich aufgeheizt an. Er habe viel getrunken, aber dann doch hauptsächlich weiter Kilometer gemacht. Zuhause angekommen sei er schon etwas erschöpft gewesen und schnell in sein Schrankbett gegangen. Am nächsten Tag habe er sich dann so lala gefühlt.

Er habe dann aber zufällig in der Zeitung gelesen, dass vom Hitzeschlag Betroffene oft zunächst keine Symptome hätten, diese nicht bemerkten oder falsch deuteten. Später könne es dann zu spät sein. Typische Anzeichen seien Krämpfe und Bewusstseinstrübungen. Oft bemerkten Betroffene zunächst allenfalls eine Erschöpfung.

Hitzschlag
Drohender Hitzschlag. Nicht immer warnen raffiniert gestaltete Schilder vor der potenziell tödlichen Gefahr wie hier im Grand-Canyon-Nationalpark. Foto: Rebecca Brown / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Als er das gelesen habe, war dem Schüler klar, dass er einen Hitzschlag erlitten haben musste. Gerade die Tatsache, dass er keine oder mit viel Phantasie allenfalls leichte Symptome verspürt habe, passe exakt in das beschriebene Krankheitsmuster. „Es ist ja regelrecht tückisch, dass ausgerechnet nicht vorhandene Symptome die Gefährlichkeit markieren“, sagt Max. Heute sei er froh, dass er noch lebe, dass es ihm gut gehe. „Das hätte ganz anders ausgehen können“, so der Schüler.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass mit einem Hitzschlag nicht zu spaßen ist. Die Erhöhung der Körpertemperatur auf 40 Grad Celsius und mehr kann einen Wärmestau auslösen. Das Temperatur-Regulationssystem des Körpers kann regelrecht ausfallen und die Schweißproduktion zum Erliegen kommen. Es besteht im Einzelfall durchaus Lebensgefahr. Der Körper muss dann künstlich gekühlt werden, der Notarzt  eingeschaltet werden.

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Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Studie: Medikamente wirken besser als Placebos

Pillen, Bohnen oder Halluzinationen
Pillen, Bohnen oder Halluzinationen? Foto: eltpics / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Ein Placebo (lat: Ich werde gefallen) ist ein Scheinmedikament, das keinen Wirkstoff enthält. Typischerweise sehen Placebos aus wie originale Medikamente, enthalten jedoch lediglich Zucker oder Stärke. Sie werden in aller Regel dazu eingesetzt, um die therapeutische Wirksamkeit von Medikamenten zu testen. Erstaunlicherweise zeigt sich hierbei immer wieder, dass ein Placebo bei einem nicht geringen Teil der Patienten eine vergleichbare Wirkung wie das echte Medikament aufweist (das in diesem Zusammenhang als Verum bezeichnet wird; Plural: Vera). Bei den sogenannten Doppelblindstudien wissen weder Arzt noch Patient, ob Placebos oder Vera verabreicht werden. Hierdurch sollen vorm allem die Erwartungshaltungen des Patienten, aber auch des Arztes, der diese unbewusst an den Patienten weitergeben könnte, an das Medikament neutralisiert und damit die Aussagekraft der Studie erhöht werden.

Sogar die Gestaltung von Placebos spielt eine Rolle bei deren Wirkung. Es gibt Hinweise darauf, dass z.B. weiße oder rote Pillen besser wirken als blaue, schwarze oder violette (siehe Tabelle am Artikelende). Teure Placebos sollen einer Studie zufolge wirksamer sein als billige.

Dem immer wieder erhobenen Vorwurf, dass die Wirksamkeit von Medikamenten generell überbewertet sei, wurde nun in einer großen Studie, an der 20 Universitäten aus Deutschland, den USA und auch einigen Schurkenstaaten teilnahmen, nachgegangen. Getestet wurden über 20 bekannte und weniger bekannte Schmerzmittel, die seit Jahren auf dem Markt sind, aber auch einige Tabletten gegen Sodbrennen sowie diverse Salben gegen Hämorrhoiden und Analfisteln.

Professor Dr. Placovic von der Universität Boston, der die 23 Millionen Euro teure Studie leitete, ist sich inzwischen sicher, dass Vera tatsächlich wirksamer sind als Placebos. Die Auswertung habe eindeutig ergeben, dass die Wirksamkeit der meisten getesteten Medikamente über dem Placebo-Effekt liege, so der Professor. Ein Ergebnis, mit dem er in dieser Klarheit nicht unbedingt gerechnet habe. Den Einwand, nichts wirklich Neues herausgefunden zu haben, sondern herkömmliche Doppelblindstudien veranstaltet zu haben, um lukrative Forschungsgelder abzuschöpfen, weist Placovic scharf zurück. Bislang habe man die Wirksamkeit von Medikamenten immer mit der von Placebos verglichen. Nun habe aber habe man erstmals Placebos untersucht und deren Wirksamkeit der von Medikamenten gegenübergestellt, so der Professor. Hier hätten erneut die Medikamente eindeutig vorne gelegen. Die genauen Ergebnisse wolle er in den nächsten Monaten publizieren.

Farbe Anwendungsbereich
Weiß Schmerzen (weißes Rauschen)
Rot Herz, Blut, Aufputschmittel, Realitätssinn steigern
Braun Abführmittel
Blau Beruhigungsmittel, Traumwelt erhalten, Potenzsteigerung
Gelb Antidepressiva (Farbe des Sonnenlichts)
Grün Für Öko-Tanten und Eso-Onkel
Pink Verhütungsmittel
Schwarz Pest
Schwarz-Rot-Gold Pathologischer Patriotismus

Tabletten-Tabelle: Das Pillepalle-Einmaleins der Farben

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Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Hellseherischer Albtraum: Felix (-0,2) träumt eigene Geburt

Schlafendes Kind
Schlafendes Kind (Symbolbild). Ein Traum: Nicht nur Menschen träumen, auch Tiere und sogar ungeborene Lebewesen. Foto: clappstar / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Dass bereits ungeborene Kinder träumen, ist längst bekannt und gilt als gesichert. Ein Schlüssel zu dieser Erkenntnis sind die sogenannten REM-Phasen (Rapid Eye Movement). Das  sind schnelle Augenbewegungen bei schlafenden Menschen während intensiver Traumphasen. Genau solche REM-Phasen konnten bei Embryos im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen an werdenden Müttern festgestellt werden.

Einen doch aber eher ungewöhnlichen Traum erlebte dabei Felix (-0,2). Er hatte in seinem zarten Alter von nicht einmal null Jahren (zum Zeitpunkt seines Traumes wurde er erst in acht Wochen erwartet) nicht nur bereits einen schrecklichen Albtraum, sondern sogar einen hellseherischen* Traum. Er träumte seine eigene Geburt.

Felix erinnert sich, es war alles so grell, so laut, einfach furchtbar. Es war die absolute Hölle, der reinste Horror. Er hatte Schmerzen, fror, fand sich viel zu klein und vor allem richtig hässlich. Auch litt er bereits an ausgeprägter Inkontinenz, einer besonders unangenehmen Krankheit, die normalerweise erst im fortgeschrittenen Alter auftreten soll. Felix ist fassungslos: „Das soll also das Leben sein, von dem alle so schwärmen?“

Zum Glück sei dies nur ein Traum gewesen, erinnert sich Felix, „Träume sind Schäume.“ Felix legt nach: „Wer sagt denn, dass das Leben überhaupt existiert? Gibt es ein Leben vor dem Tod?“, das sei doch die Frage, die immer noch reine Glaubenssache sei.

* Die richtige Bezeichnung ist streng genommen nicht hellseherisch, sondern präkognitiv (lat. vor der Erkenntnis), aber dieser Ausdruck ist nicht so verbreitet, sodass wir den weit bekannteren Begriff in die Überschrift gesetzt haben. Man mag uns das verzeihen. Hellsehen bezeichnet dagegen bereits dem Ausdruck nach, etwas hell zu sehen, womit gemeint ist, etwas zu „sehen“, was sich nicht mit den normalen Sinnen erfassen lässt. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die zeitlich unbestimmt sind. Diese müssen also nicht in der Zukunft liegen, sondern können sich auch auf die Vergangenheit oder Gegenwart beziehen.

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Drogen Medizin/Gesundheit

Mit einer Mär aufgeräumt: Raucher werden doch alt

Raucher
Raucher werden nicht alt – von wegen! Foto: Letsdance Tonightaway / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Überall lässt es sich nachlesen: Raucher würden nicht alt, von ganz wenigen Ausnahmen wie Uraltkanzler Helmut Schmid (SPD) vielleicht einmal abgesehen. Professor Dr. Pflugi von der Universität Genf will nun mit diesem weit verbreiteten Irrtum aufräumen. keinblatt.de sprach mit dem Professor, der zunächst mit einer überraschenden These aufwartet:

„Dass Raucher nicht alt werden, lässt sich so nicht halten“, so Pflugi, „Man muss Altern zunächst einmal als völlig natürlichen Vorgang verstehen, der in jedem Menschen abläuft. Die Natur hat das so eingerichtet, man wird geboren, man altert vom ersten Tag an, man stirbt und macht schließlich Platz für die nächste Generation.“ Das Altern sei damit durchaus als positiver Prozess zu begreifen, so der Professor, ohne Altern gäbe es auch keine Weiterentwicklung des Lebens, keine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Das sei ganz simpler Darwin, so der Professor, die am besten angepassten Lebewesen könnten ihre Gene in einem erheblich größeren Umfang an die nachfolgende Generation weitergeben, sodass sich diese Gene dann durchsetzen würden.

Der Professor holt aus: „Raucher erreichen im Normalfall bis zum Ableben durchaus einen Zustand, bei dem der Körper vergleichbar gealtert ist wie bei Nicht- oder Nierauchern.“ Der Vorgang des Alterns laufe bei Rauchern sogar beschleunigt ab. Das bedeute aber nicht, dass Raucher weniger intensiv lebten, weniger vom Leben spürten, ganz im Gegenteil. Alles vollziehe sich halt deutlich schneller und damit nicht minder stark, zumal der Abstand der neuen Lebensabschnitte, aber auch der neu aufgetretenen Beschwerden und Krankheiten ja kürzer sei als bei Nichtrauchern, was mehr Abwechslung biete. Das könne man durchaus unter dem Motto „Öfter mal was Neues“ sehen, so Pflugi, „Wenn ein Raucher mit sagen wir mal typischen 65 Jahren stirbt, also durchschnittlich zehn bis 15 Jahre früher als ein Nichtraucher, hat sein Körper bereits ein biologisches Alter erreicht, das entsprechend zehn bis 15 Jahre höher liegt.“ Das gleiche sich dann aus, schlussfolgert der Professor.

Er selbst würde aber dennoch nie eine Zigarette anfassen, meint Pflugi, nicht mal mit der Kneifzange, er sei ja nicht verrückt. Wer eine solche Abwechslung wolle, zu der unter anderem auch der praktisch nur bei Rauchern auftretende Lungenkrebs gehöre, der auch heute noch ein fast sicheres Todesurteil bedeute, müsse schon masochistisch veranlagt sein, so Pflugi, „zumal der ganze Mist ja auch noch Unsummen Geld kostet. Im Leben nicht!“

Wir danken dem Professor für dieses Gespräch.

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Gesellschaftliches Medizin/Gesundheit

Ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt – 44-Jähriger überlebt wie durch Wunder

Pillen
In die Röhre schauen (Symbolbild). Foto: Shaine Hatch / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der 44-jährige Frank Enstein aus Rosenheim wollte sich das Leben nehmen. Freunde von ihm waren stutzig geworden, als Enstein nicht mehr an sein Smartphone ging und seine nervtötenden Facebook-Statusupdates, die sich immer um die gleichen drei Themen (FC Bayern, Bayern München und die Münchner Bayern) drehten, immer seltener wurden und schließlich ganz versiegten. Den Freunden schwante Böses und sie machten sich auf den Weg zu ihm.

Als Enstein auch auf die Türklingel, lautes Klopfen sowie ein mark- und beinerschütterndes Trommeln nicht reagierte, brachen sie die Türe auf. Sie fanden ihren Freund bewusstlos am Boden liegend vor. Zu ihrem Entsetzen lag neben ihm eine leere Schachtel Tabletten, offenbar Schlaftabletten, auf dem Boden. Atmung und Puls waren zumindest noch schwach vorhanden, wie die Freunde mit Erleichterung feststellten.

Sie alarmierten sofort den Notarzt. Dieser brachte den Patienten nach einer ersten Notversorgung in das nahe gelegene städtische Waldspital. Wie durch ein Wunder überlebte Enstein den Suizidversuch ohne Folgeschäden. Wie ein Kliniksprecher mitteilte, habe Enstein eine ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt, eine Dosis, die normalerweise zum sicheren Tode führt. Was ihn gerettet habe, sei die Tatsache gewesen, dass Enstein die Röhre rein zufällig nicht geöffnet hatte, bevor er sie schluckte.