Bayern: Behördenleiter suspendiert – er hatte in katholischer Gegend evangelisches Kreuz aufgehängt

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Noch ist Söders Kruzifixverordnung, nach der in allen bayerischen Behörden und auch in Hochschulen Kruzifixe im Eingangsbereich hängen müssen, erst seit kurzer Zeit in Kraft. Und dennoch forderte sie bereits das erste Kreuz-Opfer.

Kruzifix
Lizenz: Public Domain

Im oberbayerischen Kirchbrunn, einer Gemeinde mit mehrheitlich katholischer Bevölkerung, hat der Behördenleiter Alois Grubeneder Söders Kruzifixgebot bereits umgesetzt. Er ließ dabei im Eingangsbereich des Gemeindeamtes ein Kruzifix aufhängen. Einige Dorfbewohner berichten, er sei sogar selbst auf die Leiter gestiegen und habe das Kruzifix höchstpersönlich an die Wand genagelt.

Doch statt eines katholischen Kruzifixes landete ein evangelisches an der Wand. Eine Provokation! Bürgermeister Josef Obermeier (CSU) ist verärgert und verlangte eine sofortige Korrektur. Der Behördenleiter weigert sich aber. Schlimmer, er erkennt gar keinen Fehler. Er behauptet frech, dass es sich sehr wohl um ein katholisches Kruzifix handele.

Der Bürgermeister widerspricht: Balkenbreite, Färbung und Gesichtsausdruck des Heilands seien eindeutig evangelisch, da gebe es bekanntlich himmelweite Unterschiede. Daher sieht der Bürgermeister einen schweren Verstoß gegen Söders Kruzifixverordnung. Der Sinn der Verordnung liege ja nicht darin, irgendein Kreuz aufzuhängen, sondern ein für die kulturelle und religiöse Identität der Region passendes, erklärt der Bürgermeister, sonst könne man ja auch ein Andreaskreuz oder ein Flughafendrehkreuz aufhängen.

Grubeneder ist vorläufig seinen Job los, er wurde suspendiert. Er hat aber bereits Rechtsmittel angekündigt. Er verwies darauf, dass Ministerpräsident Söder in der Staatskanzlei ein griechisches Kreuz angebracht habe, obwohl die griechisch-orthodoxen Christen in München eine absolute Minderheit seien. „Ich freue mich schon darauf, dass nun auch Markus Söder seinen Job verliert“, so Grubeneder süffisant.

E. van Gelisch – Holländer soll für Kirchentag-Veranstaltung zahlen

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Deutschen Evangelischen Kirchentags
Deutscher Evangelischer Kirchentag. Lizenz: Public Domain

Der in Hamburg lebende Holländer Erik van Gelisch versteht die Welt nicht mehr. Ihm flatterte heute eine Rechnung der Stadt Wittenberg in den Briefkasten. Er solle für Sicherheitsmaßnahmen, Abfallentsorgung und Reinigung des am Wochenende zu Ende gegangenen „Deutschen Evangelischen Kirchtentags 2017“ aufkommen. 660.600 Euro will die Stadt von ihm. „Dabei bin ich nicht der Veranstalter, ich war nicht einmal auf dem Kirchentag, weder auf einer der Veranstaltungen in Wittenberg noch auf einer in Berlin“, schimpft van Gelisch, „Ich habe absolut keine Ahnung, wie die ausgerechnet auf mich gekommen sind. Ich glaube auch nicht an den ganzen Blödsinn, der dort verzapft wird. Ewiges Leben und so etwas. Beim Arzt wartet man ewig, aber das ist auch schon alles.“ Erik van Gelisch ist sich sicher: „Das ist einfach Abzocke, mit der man kleine Bürger ausquetschen will!“

Eriks Ehefrau befürchtet nun, dass auch noch eine Rechnung aus Berlin kommen werde. Die keinblatt.de-Redaktion hat bereits recherchiert und kann beruhigen. Die Stadt Berlin ist derzeit so klamm, dass sie keine Ressourcen hat, Rechnungen zu stellen. Da haben die beiden noch mal Glück gehabt!

 

Rezept gegen Kirchenaustritte: Begrüßungshonorar von 2.000 Euro für Neumitglieder geplant

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Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx: Die Sache Jesu braucht Begeisterte. Foto: Wolfgang Roucka / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Deutschland entwickelt sich immer mehr hin zu einem Staat wilder Heiden und Atheisten. Es ist schick, nicht mehr in den Gottesdienst zu gehen, um danach aus der Kirche auszutreten. Es gibt inzwischen sogar Menschen, die an Gott, an Jesus Christus und das ewige Leben glauben, aber die Dreistigkeit zu besitzen, sich durch Austritt von der Kirchensteuer zu entbinden.

Nun endlich haben die Katholische Kirche und die Evangelische Kirche einen Weg gefunden, wieder mehr Menschen für Jesus Christus zu begeistern. In einem ungewöhnlichen Schulterschluss versüßen sie den Eintritt in die Kirche. Wer Mitglied in der Kirche wird – oder wieder eintritt –, erhält eine Prämie von 2.000 Euro. Das ist eine Menge Geld und wer wenig Geld verdient, bleibt wegen der für ihn geringen Kirchensteuer lange Zeit im Plus.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Nikolaus Schneider, Vorsitzender der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), betonen in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass man Glaube nicht kaufen, sondern nur erleben könne. Ein Weg dazu sei der Kircheneintritt. Um diesen populärer zu machen, dürfe sich die Kirche auch weltlichen Methoden nicht verschließen. Auch die Banken würden beispielsweise Neukunden mit einer Prämie belohnen.

Die 2.000 Euro seien ein nicht rückzahlbare Prämie. Vorbild sei das Motto: „50 Euro wenn Sie uns mögen, 100 Euro wenn nicht“. Allerdings werde die Gebühr für den Kirchenaustritt von derzeit durchschnittlich 25 Euro (je nach Bundesland) auf einheitliche 4.995 Euro angepasst. Die Kirche habe nicht die finanziellen Möglichkeiten, auch für einen Austritt noch zu bezahlen, heißt es.

Die Neuregelung soll bereits im Sommer dieses Jahres in Kraft treten.

Kirchen wegen Sonntagsarbeit angezeigt – bald nur noch werktags Gottesdienste?

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Gottfried Hassdenteufel ist stinksauer. Seit Urzeiten verstießen die beiden Amtskirchen nach seiner Beobachtung gegen das Sonntagsarbeitsverbot, indem sie regelmäßig zehntausende Pfarrer und Altardiener zur Abhaltung von Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen verdonnerten.

Gottesdienst
Ist der Kirche der Sonntag noch heilig? Foto: Erell / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Daher habe er seinen Anwalt kontaktiert, der dann nach umfassender Prüfung eine Strafanzeige gegen die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche gestellt habe. Der Anwalt habe ihm mitgeteilt, dass er sich sicher sei, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben werde und die Kirche in Zukunft diese Praktik einstellen müsse.

„Der Sonntag ist per Grundgesetz und auch per Arbeitszeitgesetz geschützt – als Tag der Ruhe und Entspannung“, sagt Hassdenteufel, „Sonntagsarbeit ist nicht erlaubt.“ Es gebe zwar diverse Ausnahmen, vor allem für lebenswichtige Einrichtungen, etwa Feuerwehr, Polizei und Spitäler, Tankstellen und Gastronomie. Für Kirchen sehe das Gesetz auch eine Sonderreglung vor. Ausgenommen vom Sonntagarbeitsverbot seien dabei gemäß Arbeitszeitgesetz:

Nichtgewerbliche Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgesellschaften, Verbände, Vereine, Parteien und anderer ähnlicher Vereinigungen

Der Knackpunkt sei jedoch das nichtgewerblich. Hassdenteufel führt aus: „Die Kirchen nichtgewerblich? Da lache ich ja. Die beiden Amtskirchen gehören tatsächlich zu den größten und reichsten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland. Sie sind Finanzriesen. Zusammen sind die beiden Kirchen der größte Arbeitgeber in Deutschland nach dem Staat. Ihnen gehören unzählige Immobilien und Firmen. Sogar diverse Banken und Hotels sind im Besitz der Kirchen. Gewerblicher geht es gar nicht.“

Laut Hassdenteufel seien die Gottesdienste ohnehin immer spärlicher besucht. Hassdenteufel wertet dieses Fernbleiben der Gläubigen als stillen Protest gegen die Sonntagsarbeit. Auch verursache die Sonntagsarbeit besonderen Stress für die Pfarrer, wo doch der Zuspruch durch immer weniger Anwesende sinke. Da fehlten die Erfolgserlebnisse, die im Beruf so wichtig seien.

Hassdenteufel will den Sonntag wieder als ruhigeren Tag etablieren, an dem man nicht arbeite, an dem man sich der Familie widme und in die Kirche gehe.