Kategorien
Bräuche und Mythen Gesellschaftliches Medien Medizin/Gesundheit Politik Religion

Gläubige beten für zweite Corona-Welle – um den Medienhäusern und Pessimisten zu helfen

Kreuz Maske Corona
Ob das für die zweite Welle hilft? Lizenz: Public Dom

Während sie in anderen Ländern schon längst da ist, wartet man in Deutschland immer noch sehnsüchtig auf die zweite Corona-Welle. Vor allem können es die Zeitungsverleger und Medienhäuser, die auf schlechte Nachrichten angewiesen sind, um zu überleben, kaum noch erwarten. Es ist allgemein bekannt, dass sich nur schlechte Nachrichten verkaufen. Auch der typisch deutsche Jammerlappen ist frustriert. Man muss also gar nicht auf die vielen deutschen Weltuntergangspropheten schielen. Der Deutsche an sich ist pessimistisch und masochistisch veranlagt. Im Elend findet er Glück.

Doch die Zahlen wollen und wollen nicht wirklich raufgehen. Immer wieder gibt es mäßige Anstiege – und Hoffnung. Dann aber werden die Deutschen mit einer lächerlichen Anzahl von nur 200 oder 300 Neuinfektionen an einem Tag bitter enttäuscht.

Nun helfen die Kirchen. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche haben zu Gebeten für Corona aufgerufen, ebenso sind spezielle Corona-Gottesdienste bei aufgehobener Maskenpflicht und aufgehobenem Singverbot anberaumt. Auch Jehovas Zeugen (vielen immer noch unter ihrem alten Namen „Zeugen Jehovas“ bekannt) sind mit von der Partie. Zwar harmonieren Jehovas Zeugen selten mit den beiden großen deutschen Amtskirchen, aber da Jehovas Zeugen bekanntlich weltuntergangsaffin sind, machen sie hier eine Ausnahme.

Reinhard Kardinal Marx sagte unserem Blatt:

Gott hat das Coronavirus erschaffen, daher haben wir höchsten Respekt davor. ER hat das Virus in die Welt getragen und ER trägt es in sich und ER trägt es weiter und weiter in die Ewigkeit hinaus, da ER eine Botschaft und Lehre für uns hat.

Vielleicht will ER sagen, wir waren zu maßlos die letzten Jahre, haben zu wenig gebetet und haben zu wenige Opfer gebracht.
Ich frage: Wann hat das letzte Mal ein Schäfchen ähhh ich meine ein Christ sein Lamm oder gar seinen Sohn für IHN geopfert?

Lasst uns das ändern. Lasst uns beten. Lasst uns anerkennen, ER ist gütig, ER ist allmächtig, ER ist vollkommen, ER ist gnädig, wir sind bei IHM, wenn wir die Sonne in unserem Herzen tragen. Die Sonne mit ihrer Korona ist das barmherzige Zeichen, sie IST Corona, sie ist ER. Amen!

Kategorien
Bräuche und Mythen Gesellschaftliches Politik Religion

Upskirting & Zurschaustellung Toter/Schwerverletzter bald strafbar. Kruzifixe müssen auch verschwinden

Kruzifix
Bald verboten: Kruzifix mit geschundenem Körper. Foto: Stephan van Helden, bearbeitet durch keinblatt.de / Lizenz: CC BY-SA 4.0

Der Bundestag hat heute beschlossen, dass das sogenannte Upskirting (das ungefragte Unter-den-Rock-Fotografieren) sowie das Fotografieren und Zurschaustellen von Toten und Schwerverletzten unter Strafe gestellt wird.

„Einer Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt zu fotografieren (sog. Downblousing, die Redaktion), ist eine schamlose Verletzung ihrer Intimsphäre“, sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) unserem Blatt. Die Fotos würden nicht nur die Persönlichkeitsrechte, sondern auch die sexuelle Selbstbestimmung verletzen, so Lambrecht.

Im Blick hat das Bundesjustizministerium vor allem Männer, die ein Handy in einen Selfiestick einspannen, um mit dieser Konstruktion Frauen ohne Erlaubnis und meist heimlich unter den Rock zu fotografieren. (Aus diesem Wort „einspannen“ entstand übrigens dann später der Begriff „Spanner“.)

In Zukunft müssen Spanner, die sich nicht daran halten, mit einer empfindlichen Geldstrafe oder einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Viele Kruzifixe sind eine Zurschaustellung von Schwerverletzten!

Diese Strafandrohung gilt auch für das Fotografieren und Zurschaustellen von Toten und Schwerverletzten. Auch dies ist in Zukunft strengstens untersagt. Damit müssen auch alle Kruzifixe, die einen geschundenen Körper des Jesus von Nazareth zeigen, aus dem öffentlichen Raum verschwinden. Kruzifixe, die in diese Kategorie fallen, dürfen ferner nicht mehr produziert werden. Nur schlichte Kreuze ohne Körper bleiben uneingeschränkt weiterhin erlaubt. Die protestantische Kirche begrüßt die neue Regelung, die katholische Kirche protestiert dagegen.

Damit wird ferner das Aufbahren von Verstorbenen am offenen Sarg untersagt, das dies auch unter Zurschaustellung Toter (und Schwerverletzter bei Scheintod) fällt.

Das neue Gesetz tritt wahrscheinlich im Herbst in Kraft, für Kruzifixe gibt es noch eine Übergangshängefrist bis zum 15. Januar 2021.

Kategorien
Bräuche und Mythen Religion

Papst will Christentum erfolgreicher machen: 100 Jungfrauen im Himmel für jeden guten Christen!

Jenseits
Jedem Christen, der es bis hierher geschafft hat, sind ab sofort 100 Jungfrauen sicher! Lizenz: Public Domain

Es ist kein Geheimnis. Der Islam ist auch wegen der 72 Jungfrauen so erfolgreich. Diese erwarten einen Gläubigen, wenn er nicht vor Allah in Ungnade gefallen ist und es daher ins Paradies schafft.

Im Christentum gibt es kein solches Geschenk. Es erwartet die Verstorbenen zwar im Idealfall das ewige Leben im Himmel, aber von Jungfrauen ist da keine Rede. Vielmehr gehen viele Gelehrte davon aus, dass man dort auf einer Wolke sitze und Harfe bis in alle Ewigkeit spiele.

Offenbar reicht diese Verheißung vielen Christen nicht mehr aus. Denn in unzähligen Ländern, vor allem in Westeuropa, steckt das Christentum in einer tiefen Krise. Immer mehr Schäfchen treten aus der Kirche aus. Die heilige Messe findet immer öfter vor leeren Bänken statt. Auch wollen immer weniger Menschen Pfarrer werden.

Neuerung: 100 Jungfrauen für jeden guten Christen!

Papst Franziskus hat nun im neuesten Katechismus festgelegt, dass einen „guten“ Christen 100 Jungfrauen im Paradies erwarten. Franziskus sagt ganz klar, er habe sich nicht beim Islam bedient, denn das Thema Jungfrauen habe im Christentum schon immer „die“ entscheidende Rolle gespielt – in Gestalt der heiligen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu. Da habe es den Islam noch gar nicht gegeben, der kam erst im frühen 7. Jahrhundert, erklärt der heilige Vater, der selbst Jungfrau ist.

Auch wenn man durchaus eine Anleihe am Islam erkennen möge, sei man stolz darauf dass man fast 40 % mehr anzubieten habe als der Islam, so Franziskus. Der Papst ist auch stolz, nicht dem Zeitgeist hinterherzulaufen. Denn Jungfrauen seien so alt wie die Menschheit, so der Pontifex Maximus.

Ob der Islam nun erhöhen wolle, bleibt unklar.

Viele weitere christliche Kirchen wollen der römisch-katholischen Kirche folgen

Die evangelische Kirche Deutschlands will sich dem Vorstoß anschließen, wohl auch viele weitere christliche Kirchen, etwa evangelische Freikirchen und die russisch-orthodoxe sowie die griechisch-orthodoxe Kirche. Die Glaubensgemeinschaft „Jehvovas Zeugen“ hat auch Interesse bekundet, will aber erst durch ein Bibelstudium die heiligen Texte so auslegen, dass es passt.

Eine Frage bleibt aber noch. Was haben heterosexuelle Frauen und homosexuelle Männer von diesem Geschenk? Eine Anfrage unserer Redaktion an den Vatikan blieb bisher unbeantwortet. Update: Nun ist eine Antwort da. Für Frauen soll es 100 Paar Schuhe geben.

Die christlichen Kirchen rechnen nun mit einem Gegentrend. Die Anzahl der Kirchenaustritte wird stark zurückgehen, so die Prognose des Papstes, und viele Abtrünnigen werden in die Kirche zurückkehren. Um die Kirchen wieder voll zu bekommen, sollen Pfarrer verpflichtet werden, auf die Neuerung in ihrem Gottesdienst Messe einzugehen. Alleine der Faktor Neugierde werde für volle Häuser sorgen, ist sich Franziskus sicher.

Jesus am Kreuz
Lizenz: Public Domain
Kategorien
Bräuche und Mythen Religion Verkehr

Neues amtliches Verkehrsschild: Gottesdienst-Stoppschild soll Besucherzahlen ankurbeln

Gottesdienst-Stopschild
Neues amtliches Gottesdienst-Hinweisschild. Lizenz: Public Domain

Endlich hilft der Staat den Kirchen. Das Problem liegt nicht nur darin, dass immer mehr Christen aus der Kirche austreten, sondern dass auch die Bänke in den Gottesdiensten immer öfter leer bleiben.

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx erkennt den Ernst der Lage: „Selbst wenn wir sagen würden, die Gottesdienste seien nur noch mager besucht, dann würden wir uns in den eigenen Klingelbeutel lügen. Und es ist Christen verboten, falsch Zeugnis zu reden. Die Wahrheit ist, oft predigt der Pfarrer vor praktisch leeren Rängen.“

Das soll sich nun nach Willen von Kirchen und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU – Christlich Sakrale Union) ändern. Die bekannten Schilder, die vor Kirchen aufgestellt sind und auf Gottesdienste hinweisen, werden nun auffälliger gestaltet. Nicht ohne Grund ist das wichtige Stoppschild in einer Achteckform ausgeführt, weil diese ungewöhnliche Form mehr auffällt. Nun erhalten auch die Gottesdienstschilder diese Form. Die Schilder sind weiterhin auf Höhe der Kirchen aufzustellen und dürfen keinesfalls von Bäumen verdeckt werden. Notfalls sind Bäume zu fällen, damit die Sicht frei ist. Die neue Regelung gilt ab 1. Juli. Bis dahin müssen Städte und Kommunen die Beschilderung anpassen.

Neben der effektiveren Beschilderung wird es noch weitere Maßnahmen:

  • Die Christmette ist die einzige gut besuchte Veranstaltung. Sie soll nun einmal im Monat stattfinden.
  • In den Autoradios sind bekanntlich seit 2010 Vorrichtungen verbaut, die es im Katastrophenfall ermöglichen, dass das laufende Programm oder auch Musik von CD/MP3 mit einer Durchsage unterbrochen wird. In Zukunft muss automatisch ein Hinweis über Gottesdienste durchgegeben werden, wenn in der Nähe eines Gotteshauses vorbeigefahren wird.
  • In den Haltestellendurchsagen von Bussen und Bahnen sind ebenfalls die Zeiten der in Haltestellennähe befindlichen Kirchen durchzugeben.
  • Alle deutschen Medien, auch wenn es sich z.B. um wissenschaftliche Zeitungen oder Witzblätter handelt, müssen die regionalen Gottesdienstzeiten auf der ersten Seite abdrucken. Bei überregionalen Zeitungen reichen die Gottesdienstzeiten des Verlagsstandpunktes. Hier konnte sich Seehofer mit seiner Forderung nach Abdruck deutschlandweiter Gottesdienstzeiten nicht durchsetzen.
Gottesdienst
Foto aus alten Zeiten. Bald sollen die Kirchen nach Willen des Innenministers wieder so voll sein. Foto: Erell / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Kategorien
Gesellschaftliches Religion

„Gott sieht alles“ – Karlsruhe erklärt Religionen für nicht datenschutzkonform – Kirchen müssen nachbessern

Bundesverfassungsrichter
Bundesverfassungsrichter. Foto: Lothar Schaack / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Paukenschlag beim Bundesverfassungsgericht. Die Karlsruher Richter haben über eine Klage der „Gesellschaft für Konfessionslose und Atheisten e. V.“ entschieden. Der Verein argumentiert, die großen monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam basierten darauf, dass ein allmächtiger, gütiger Herrscher über die Menschen wache. Dieser wisse alles, sehe alles. Es sei alles gespeichert, was die Menschen ja gedacht und gemacht haben. Das sei nicht mit dem Datenschutz, speziell der DSGVO konform, so die Begründung.

DSGVO: Gilt auch für Gott und Kirchen, da beide in der EU tätig sind

Die Richter gaben der Klage statt. Das Gericht stellte fest, dass die DSGVO für alle gelte, die in der EU tätig seien – was für die Kirchen und Gott ja eindeutig zutreffe.

Auf die meisten Kirchen und Sekten kommt nun die Aufgabe zu, ihre Organisationen zu reformieren. In Zukunft hat jeder Gläubige ein Auskunftsrecht darüber, welche personenbezogenen Daten Gott über sie gespeichert hat – und was mit diesen passiert ist. Auch darf Gott die Daten nur so lange speichern, wie es durch seinen Auftrag notwendig ist. Generell hat jeder Gläubige auch das Recht, personenbezogene Daten (etwa Strafeinträge wegen Masturbierens) einzusehen und fallweise löschen zu lassen („Recht auf Vergessenwerden“). Sollte jemand zu einer anderen Religion konvertieren oder Atheist werden, muss Gott alle personenbezogenen Daten ausnahmslos löschen.

Bei Gebeten sowie Antworten Gottes muss in Zukunft sichergestellt sein, dass die zugrundeliegenden Verbindungen ausreichend verschlüsselt sind, nicht dass ein Medium mitlauschen kann.

Ferner hat jeder Gläubige das Recht, die für die jeweilige Religion verfasste Datenschutzerklärung von seinem Gott zu empfangen. Dies muss auf simple Weise jederzeit möglich sein.

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland üben heftige Kritik an dem Urteil. Denn auf Gott käme nun eine erhebliche Mehrarbeit zu. Entsprechend könne sich Gott weniger um die Menschen und deren Schicksale kümmern, indem er Hungersnöte, Umweltkatastrophen und Verbrechen an der Menschlichkeit verhindere.

Jesus am Kreuz
Lizenz: Public Domain
Kategorien
Bräuche und Mythen Gesellschaftliches Religion

Kirchen finden Kommerz an Weihnachten schlimm, daher soll Bescherung in November verschoben werden

Bescherung
Man bekommt im Leben nichts geschenkt! Doch! Aber der Tag wird bald ein anderer sein. Lizenz: Public Domain

Weihnachten ist längst zur Etikette verkommen. Das Fest der Liebe und der Familie ist zu einer Veranstaltung des Kommerzes, der Hektik und des Prunks geworden. Ein gewaltiger Absturz. Der religiöse Bezug ist fast vollständig verschwunden. Die Erinnerung an den Heiland, das Jesuskind, das zu Bethlehem geboren wurde, ist fast bis zur Unkenntlichkeit und Groteske verblasst. Es geht für die meisten nur noch um die besten und teuersten Geschenke. Und um den schönsten Christbaum, vor dem man sich den Bauch vollschlägt.

Die Kirchen wollen nun den alten Geist wiederbeleben. Papst Franziskus hat bereits vor einiger Zeit eine Reform angestrengt und inzwischen die größten christlichen Kirchen, darunter auch die evangelische Kirche in Deutschland, die die großen Kirchen in den USA sowie die russisch-orthodoxe und die griechisch-orthodoxe Kirche, dafür gewinnen können.

Geschenke sollen nicht mehr an Heiligabend oder dem ersten Weihnachtsfeiertag, sondern am 24. November ausgetauscht werden

Bereits nächstes Jahr soll Weihnachten wieder zu einem stillen, hochreligiösen Fest werden. Um es sich nicht mit der Wirtschaft zu verderben – immerhin sind die Kirchen riesige Wirtschaftsunternehmen –, will Franziskus die Bescherung einen Monat nach vorne verlegen. Die Geschenke sollen also nicht mehr am 24. bzw. – in vielen Regionen – am 25. Dezember ausgetauscht werden, sondern am 24. November. Dabei geht es nur um eine zeitliche Verschiebung der Tradition des Geschenkemachens. Alle anderen Traditionen – etwa der große Familienkrach an Weihnachten – sollen weiterhin am 24. bis 26. Dezember gepflegt werden.

Die Handelsverbände in Deutschland und auch der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) unterstützen die Pläne. In den meisten christlichen Ländern sieht man es ähnlich. Franziskus braucht die Politik im Boot, da wohl ein neuer Feiertag geschaffen werden muss, um der Gabenverteilung einen würdigen Rahmen zu setzen. Ein anderer Feiertag wird dann aber wohl entfallen. In der deutschen Wirtschaft gibt es positive Signale. Insgeheim rechnet die Wirtschaft damit, dass sich die Tradition der Bescherung am Heiligen Abend nicht ganz ausradieren lässt, sodass viele die Bescherung zweimal stattfinden lassen – eben am 24. November und am 24. Dezember. Das seien wichtige Impulse, um einer drohenden Konjunkturflaute zuvorzukommen, heißt es aus Wirtschaftskreisen. „Weihnachten ist eben nur zweimal im Jahr“, wird ein Sprecher des deutschen Wirtschaftsinstituts zitiert.

Franziskus will im Frühjahr einen neuen Katechismus herausgeben, der die entsprechenden Änderungen deklariert. Es ist dann Aufgabe der Politik christlicher Staaten, diesen umzusetzen.

Bescherung
Schöne Bescherung! Bald Vergangenheit: Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Lizenz: Public Domain
Kategorien
Bräuche und Mythen Gesellschaftliches Politik Religion

Bayern: Behördenleiter suspendiert – er hatte in katholischer Gegend evangelisches Kreuz aufgehängt

Noch ist Söders Kruzifixverordnung, nach der in allen bayerischen Behörden und auch in Hochschulen Kruzifixe im Eingangsbereich hängen müssen, erst seit kurzer Zeit in Kraft. Und dennoch forderte sie bereits das erste Kreuz-Opfer.

Kruzifix
Lizenz: Public Domain

Im oberbayerischen Kirchbrunn, einer Gemeinde mit mehrheitlich katholischer Bevölkerung, hat der Behördenleiter Alois Grubeneder Söders Kruzifixgebot bereits umgesetzt. Er ließ dabei im Eingangsbereich des Gemeindeamtes ein Kruzifix aufhängen. Einige Dorfbewohner berichten, er sei sogar selbst auf die Leiter gestiegen und habe das Kruzifix höchstpersönlich an die Wand genagelt.

Doch statt eines katholischen Kruzifixes landete ein evangelisches an der Wand. Eine Provokation! Bürgermeister Josef Obermeier (CSU) ist verärgert und verlangte eine sofortige Korrektur. Der Behördenleiter weigert sich aber. Schlimmer, er erkennt gar keinen Fehler. Er behauptet frech, dass es sich sehr wohl um ein katholisches Kruzifix handele.

Der Bürgermeister widerspricht: "tn":"K"}">Balkenbreite, Färbung und Gesichtsausdruck des Heilands seien eindeutig evangelisch, da gebe es bekanntlich "tn":"K"}">himmelweite Unterschiede. Daher sieht der Bürgermeister einen schweren Verstoß gegen Söders Kruzifixverordnung. Der Sinn der Verordnung liege ja nicht darin, irgendein Kreuz aufzuhängen, sondern ein für die kulturelle und religiöse Identität der Region passendes, erklärt der Bürgermeister, sonst könne man ja auch ein Andreaskreuz oder ein Flughafendrehkreuz aufhängen.

Grubeneder ist vorläufig seinen Job los, er wurde suspendiert. Er hat aber bereits Rechtsmittel angekündigt. Er verwies darauf, dass Ministerpräsident Söder in der Staatskanzlei ein griechisches Kreuz angebracht habe, obwohl die griechisch-orthodoxen Christen in München eine absolute Minderheit seien. „Ich freue mich schon darauf, dass nun auch Markus Söder seinen Job verliert“, so Grubeneder süffisant.

Kategorien
Finanzen Religion

E. van Gelisch – Holländer soll für Kirchentag-Veranstaltung zahlen

Deutschen Evangelischen Kirchentags
Deutscher Evangelischer Kirchentag. Lizenz: Public Domain

Der in Hamburg lebende Holländer Erik van Gelisch versteht die Welt nicht mehr. Ihm flatterte heute eine Rechnung der Stadt Wittenberg in den Briefkasten. Er solle für Sicherheitsmaßnahmen, Abfallentsorgung und Reinigung des im vorigen Jahr stattgefundenen „Deutschen Evangelischen Kirchtentags“ aufkommen. 660.600 Euro will die Stadt von ihm. „Dabei bin ich nicht der Veranstalter, ich war nicht einmal auf dem Kirchentag, weder auf einer der Veranstaltungen in Wittenberg noch auf einer in Berlin“, schimpft van Gelisch, „Ich habe absolut keine Ahnung, wie die ausgerechnet auf mich gekommen sind. Ich glaube auch nicht an den ganzen Blödsinn, der dort verzapft wird. Ewiges Leben und so etwas. Beim Arzt wartet man ewig, aber das ist auch schon alles.“ Erik van Gelisch ist sich sicher: „Das ist einfach Abzocke, mit der man kleine Bürger ausquetschen will!“

Eriks Ehefrau befürchtet nun, dass auch noch eine Rechnung aus Berlin kommen werde. Die keinblatt.de-Redaktion hat bereits recherchiert und kann beruhigen. Die Stadt Berlin ist derzeit so klamm, dass sie keine Ressourcen hat, Rechnungen zu stellen. Da haben die beiden noch mal Glück gehabt!

Kategorien
Bräuche und Mythen Gesellschaftliches Religion Wissenschaft/Bildung

Kirchen alarmiert: Nur noch 3 % der Deutschen können die 12 Gebote aufsagen

Moses und die 12 Gebote
Der Prophet Moses und die 12 Gebote. Lizenz: Public Domain

Die Zahlen sind alarmierend. Die Allgemeinbildung und das Wissen über das Christentum nehmen bei den Deutschen immer mehr ab.

Laut einer aktuellen Studie, die auf einer repräsentativen Umfrage der Universität Gelsenkirchen basiert, können nur noch 3 Prozent der Deutschen die berühmten zwölf Gebote, die Moses von Gott auf dem Berg Sinai empfangen hat, korrekt und in der richtigen Reihenfolge aufsagen.

Nur 20 Prozent kennen mindestens drei, aber nicht alle Gebote von ihrem Sinngehalt und weitere 23 Prozent immerhin ein oder zwei Gebote. Beschämende 54 Prozent der Befragten konnten kein einziges Gebot nennen.

Die 12 Gebote

  1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
  2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
  3. Du sollst den Feiertag heiligen.
  4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
  5. Du sollst nicht töten.
  6. Du sollst nicht ehebrechen.
  7. Du sollst nicht stehlen.
  8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
  10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.
  11. Du sollst Zeit für deinen Nächsten haben.
  12. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Umfangreichere Behandlung der 12 Gebote in den Schulen kommt

Die Deutsche Bischofskonferenz empfiehlt nun mit einem Dringlichkeitsantrag bei der Kultusministerkonferenz der Bundesländer, die 12 Gebote bis zum Abitur alle zwei Monate im Religionsunterricht zu behandeln und per Extemporale abzufragen. Entsprechend fließt dann der Wissensstand in die Benotung ein. Nicht durchsetzen konnte sich die Deutsche Bischofskonferenz mit der Forderung, die 12 Gebote für konfessionslose Schüler im Ethikunterricht verpflichtend darzustellen und abzufragen.

Hamburger U-Bahnlinie wird zur Gebotslinie

In Hamburg will man aktiv gegen das Wissensdefizit vorgehen. Die 12 Stationen der in Planung befindlichen U5 sollen als Stationsnamen die 12 Gebote erhalten, um den Hamburgern und Touristen die Orientierung auf ihrer spirituellen Reise zu erleichtern.

Kategorien
Gesellschaftliches Religion

Rezept gegen Kirchenaustritte: Begrüßungshonorar von 2.000 Euro für Neumitglieder geplant

Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx: Die Sache Jesu braucht Begeisterte. Foto: Wolfgang Roucka / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Deutschland entwickelt sich immer mehr hin zu einem Staat wilder Heiden und Atheisten. Es ist schick, nicht mehr in den Gottesdienst zu gehen, um danach aus der Kirche auszutreten. Es gibt inzwischen sogar Menschen, die an Gott, an Jesus Christus und das ewige Leben glauben, aber die Dreistigkeit zu besitzen, sich durch Austritt von der Kirchensteuer zu entbinden.

Nun endlich haben die Katholische Kirche und die Evangelische Kirche einen Weg gefunden, wieder mehr Menschen für Jesus Christus zu begeistern. In einem ungewöhnlichen Schulterschluss versüßen sie den Eintritt in die Kirche. Wer Mitglied in der Kirche wird – oder wieder eintritt –, erhält eine Prämie von 2.000 Euro. Das ist eine Menge Geld und wer wenig Geld verdient, bleibt wegen der für ihn geringen Kirchensteuer lange Zeit im Plus.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Nikolaus Schneider, Vorsitzender der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), betonen in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass man Glaube nicht kaufen, sondern nur erleben könne. Ein Weg dazu sei der Kircheneintritt. Um diesen populärer zu machen, dürfe sich die Kirche auch weltlichen Methoden nicht verschließen. Auch die Banken würden beispielsweise Neukunden mit einer Prämie belohnen.

Die 2.000 Euro seien ein nicht rückzahlbare Prämie. Vorbild sei das Motto: „50 Euro wenn Sie uns mögen, 100 Euro wenn nicht“. Allerdings werde die Gebühr für den Kirchenaustritt von derzeit durchschnittlich 25 Euro (je nach Bundesland) auf einheitliche 4.995 Euro angepasst. Die Kirche habe nicht die finanziellen Möglichkeiten, auch für einen Austritt noch zu bezahlen, heißt es.

Die Neuregelung soll bereits im Sommer dieses Jahres in Kraft treten.

Kategorien
Gesellschaftliches Religion

Kirchen wegen Sonntagsarbeit angezeigt – bald nur noch werktags Gottesdienste?

Gottfried Hassdenteufel ist stinksauer. Seit Urzeiten verstießen die beiden Amtskirchen nach seiner Beobachtung gegen das Sonntagsarbeitsverbot, indem sie regelmäßig zehntausende Pfarrer und Altardiener zur Abhaltung von Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen verdonnerten.

Gottesdienst
Ist der Kirche der Sonntag noch heilig? Foto: Erell / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Daher habe er seinen Anwalt kontaktiert, der dann nach umfassender Prüfung eine Strafanzeige gegen die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche gestellt habe. Der Anwalt habe ihm mitgeteilt, dass er sich sicher sei, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben werde und die Kirche in Zukunft diese Praktik einstellen müsse.

„Der Sonntag ist per Grundgesetz und auch per Arbeitszeitgesetz geschützt – als Tag der Ruhe und Entspannung“, sagt Hassdenteufel, „Sonntagsarbeit ist nicht erlaubt.“ Es gebe zwar diverse Ausnahmen, vor allem für lebenswichtige Einrichtungen, etwa Feuerwehr, Polizei und Spitäler, Tankstellen und Gastronomie. Für Kirchen sehe das Gesetz auch eine Sonderreglung vor. Ausgenommen vom Sonntagarbeitsverbot seien dabei gemäß Arbeitszeitgesetz:

Nichtgewerbliche Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgesellschaften, Verbände, Vereine, Parteien und anderer ähnlicher Vereinigungen

Der Knackpunkt sei jedoch das nichtgewerblich. Hassdenteufel führt aus: „Die Kirchen nichtgewerblich? Da lache ich ja. Die beiden Amtskirchen gehören tatsächlich zu den größten und reichsten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland. Sie sind Finanzriesen. Zusammen sind die beiden Kirchen der größte Arbeitgeber in Deutschland nach dem Staat. Ihnen gehören unzählige Immobilien und Firmen. Sogar diverse Banken und Hotels sind im Besitz der Kirchen. Gewerblicher geht es gar nicht.“

Laut Hassdenteufel seien die Gottesdienste ohnehin immer spärlicher besucht. Hassdenteufel wertet dieses Fernbleiben der Gläubigen als stillen Protest gegen die Sonntagsarbeit. Auch verursache die Sonntagsarbeit besonderen Stress für die Pfarrer, wo doch der Zuspruch durch immer weniger Anwesende sinke. Da fehlten die Erfolgserlebnisse, die im Beruf so wichtig seien.

Hassdenteufel will den Sonntag wieder als ruhigeren Tag etablieren, an dem man nicht arbeite, an dem man sich der Familie widme und in die Kirche gehe.