Kategorien
Filme/TV Gesellschaftliches Medien Medizin/Gesundheit

Schwuler Mediziner verspricht: Ich heile Heterosexuelle!

Gay Pride
Gay Pride. Foto: Ramon Stoppelenburg / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Längst gilt es als allgemein gesichert: Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine normale Variante der Sexualität. So gesehen ist jeder „Heilungsversuch“ von Homosexualität zum Scheitern verurteilt. Es gibt aber dennoch unbelehrbare Zweifler. In vielen Ländern sind gleichgeschlechtliche Handlungen unter Strafe gestellt. Mancherorts droht Schwulen und Lesben sogar die Hinrichtung.

In eine völlig andere Richtung geht der bekannte britische Mediziner Prof. Dr. Sebastian Ulert. Seine Forschungen hätten ergeben, dass Homosexualität die natürliche Sexualität sei, Heterosexualität dagegen die Perversion.

Ulert begründet sein provakives Forschungsergebnis damit, dass Männer und Frauen überhaupt nicht zusammenpassten. Sie hätten völlig andere Interessen, würden ständig aneinander vorbeireden und seien so andersartig, dass sie das andere Geschlecht eigentlich wechselseitig als außerirdische Lebensform bezeichnen müssten. Wenn jemand behaupte „My girlfriend is an alien“ oder „My boyfriend is an alien“, dann sei in dieser Aussage viel mehr Wahrheit enthalten, als es so mancher für möglich halte.

Den Einwand, dass Fortpflanzung und Fortbestand der menschlichen Spezies nur über diesen angeblichen „Alien-Sex“ möglich sei, lässt Ulert nicht gelten. Das sei nur ein Aspekt von vielen, der berücksichtigt werden müsse. Andere, weit gewichtigere Aspekte habe er ja gerade ausgeführt, diese seien in ihrer Summe einfach überzeugend, so Ulert. Außerdem habe es in den Anfängen der Evolution noch keine unterschiedlichen Geschlechter gegeben, die Lebewesen konnten sich dennoch vermehren.

Es gebe noch einen Hinweis: Homosexuelle könne man ja bekanntlich nicht umkehren. Aber die andere Richtung habe man nicht weitreichend untersucht. Genau dies funktioniere, behauptet Ulert. Er habe inzwischen eine umfassende Therapie entwickelt, um Heterosexuelle zu heilen, so Ulert. Diese basiere auf Elektroschocks, speziellen Kräutern, ein wenig Gehirnwäsche, ein paar Ritualen und einer Menge Brimborium.

Demnächst werde er ein TV-Experiment starten, in dem sich die Öffentlichkeit von der Richtigkeit seiner Thesen und vom Funktionieren seiner Therapie überzeugen könne. Bewerbungen würden gerne entgegengenommen. Ein hervorragender Beweis sei aber er selbst, so Ulert, er sei früher heterosexuell gewesen und habe sich selbst geheilt.

Kategorien
Medizin/Gesundheit Unfälle/Unglücke

Zahnspangen beim Küssen verhakt – Ärzte mussten Pärchen trennen

Festsitzende Zahnspange
Festsitzende Zahnspange: Im Extremfall kann das viele Metall im Mund zu einem anhaftenden Problem werden (Symbolbild). Foto: Louisa Billeter / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Im kroatischen Brače mussten die Ärzte einen äußerst ungewöhnlichen Fall behandeln. Zwei Teenager (sie 16, er 17) hatten sich beim Küssen mit ihren festsitzenden Zahnspangen (sogenanntes Bracket-System) so verhakt, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr voneinander loskamen.

Ein herbeigerufener Notarzt versuchte, die beiden mit einer Spezialzange zu trennen. Dabei zwickte er offenbar wahllos einige Drähte durch, was jedoch zur Folge hatte, dass die beiden durch eine auf einen anderen Zahn überspringende Feder noch fester miteinander verbunden wurden. Es half alles nichts. Die beiden wurden schließlich mit dem Rettungswagen in ein Spital gebracht. Das Mädchen war inzwischen mit den Nerven so fertig, dass ihm zunächst starke Beruhigungsmittel gespritzt werden mussten. In einer einstündigen, ambulant durchgeführten Operation konnten die beiden schließlich erfolgreich getrennt werden. Allerdings mussten die Ärzte bei dem Mädchen drei Zähne und bei dem Jungen sieben Zähne ziehen, da sich die mit Spezialkleber befestigten Brackets einfach nicht lösen ließen. Einer der behandelnden Ärzte sagte, das alles sei nicht einfach gewesen, aber auch wiederum nicht ganz so kompliziert wie die Trennung siamesischer Zwillinge.

Ob das Pärchen nach dem unangenehmen und sicherlich auch schmerzhaften Vorfall noch zusammen ist oder sich inzwischen getrennt hat, ist nicht bekannt.

Kategorien
Esoterik Filme/TV Finanzen Medien Medizin/Gesundheit Politik Sport Verkehr

Blick in die Zukunft: Was 2014 passieren wird (Teil 1)

keinblatt.de, das präkognitive Medium, wagt einen Ausblick auf die Geschehnisse der ersten Jahreshälfte 2014.

Januar

Griechenland, das sich auf gutem Weg befand, erklärt nun völlig unerwartet doch seine Zahlungsunfähigkeit. Nachdem eine geplante Kopfsteuer von 100.000 Euro pro Bürger, die frisches Geld bringen sollte, von der Bevölkerung mit Massenprotesten abgelehnt wurde, kehrt Griechenland zum Tauschhandel zurück. Als Zweit- und Drittwährung bleiben überraschenderweise Kuhhandel und Korruption bestehen.

Februar

Slalom
Die neue olympische Disziplin Gletscherschmelzwasser-Slalom muss sich bei den Zuschauern erst noch einfädeln. Aber, wird schon! Foto: shirokazan / Lizenz: CC BY 2.0

Kurz vor den olympischen Winterspielen im russischen Sotschi kommt es zum Eklat, nachdem zahlreichen homöopathischen Sportärzten wegen angeblicher homosexueller Propaganda die Einreise verwehrt wird. Kremlchef Wladimir Putin stößt sich an der frappierenden Namensähnlichkeit. Nachdem die Homöopathie eiligst auf einem medizinischen Sonderkongress in Irrlehre umbenannt wird, beruhigen sich die Gemüter wieder. Deutschland holt schlussendlich die Goldmedaille im Skibergsteigen, Gleitschuhfahren, Zipflbob, Heliskiing und Gondelbahnfahren.

März

Verkehrs- und Internetminister Alexander Dobrindt (CSU) konkretisiert seine Ausländermautpläne. Demnach müssen Autofahrer mit nicht in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeugen eine Mautvignette am Fahrzeug anbringen, falls sie deutsche Autobahnen benutzen. Die Mautpflicht gilt nur für diejenigen Autofahrer, in deren Heimatland deutsche Autofahrer Autobahnmaut entrichten müssen. Denn nur dann entspricht es dem Gerechtigkeitsempfinden und dem Gleichheitsgrundsatz. Dobrindt sieht 100 Euro für die Jahresvignette vor. Nachdem seitens der SPD, die die 100 Euro-Maut im Wahlkampf noch vehement abgelehnt hatte, großer Widerstand kommt, einigt man sich auf 150 Euro.

April

Verteidigungsministerin Ursula „Truppenursel“ von der Leyen stolpert bei einem Truppenbesuch in Afghanistan über ein achtlos weggeworfenes Streichholz und verliert ihre Maggie-Thatcher-Perücke. Die Filmaufnahmen werden später zensiert.

 Juni

Bei der Fußball-WM in Brasilien darf ein Orakel-Krake kurz vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft in der Nachrichtensendung RTL Aktuell den Text „Deutschland wird Weltmeister“ vom Teleprompter ablesen. Kurz darauf erleidet das Tier eine schwere Thrombose und wird in ein Krakenhaus eingeliefert. In einer mehrstündigen Notoperation muss ihm einer seiner acht Arme amputiert werden. Schließlich scheidet Deutschland bereits im Achtelfinale aus.

Kategorien
Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Studie: Homöopathie funktioniert – Wirkung homöopathisch höher als Placebo-Effekt

Samuel Hahnemann
Samuel Hahnemann: Genie oder genial daneben mit seiner Medizin vom geistartigen Wesen? Bild: Alexbrn / Lizenz: Public Domain

Kaum ein medizinisches Gebiet ist so umstritten wie die Homöopathie. Während die gewöhnliche Medizin, die in diesem Zusammenhang auch als Allopathie bezeichnet wird, auf Gegenmittel setzt, behandelt die Homöopathie Ähnliches mit Ähnlichem. Vereinfacht ausgedrückt würde man bei Symptomen, wie sie nach dem Biss einer Giftschlange auftreten, mit Schlangengift oder einem ähnlichen Gift behandelt werden. Das klingt gefährlich und unlogisch und ist es auch, zumindest wenn man solche Substanzen unverdünnt gibt. Wegen der Giftigkeit vieler der Stoffe verdünnte sie Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, indem er sie mit Wasser oder Ethanol verschüttelte oder mit Milchzucker verrieb. Später verdünnte Hahnemann noch erheblich stärker (Hochpotenzen). Auf den Einwand, bei einer solch starken Verdünnung sei im Medikament nicht mal mehr ein einziges Molekül Wirkstoff enthalten, wird meist entgegnet, Wasser habe ein Gedächtnis, sodass die Struktur des Wirkstoffes immer noch vorhanden sei. Wissenschaftlich gesehen gibt es aber allenfalls sehr schwache Hinweise, die diese kühne Theorie vom Wassergedächtnis stützen. Doch selbst wenn es dieses Gedächtnis gäbe, wäre es dennoch unklar, warum diese  dort verankerte Struktur eine heilende Wirkung haben sollte.

Hahnemann selbst glaubte, dass durch die Potenzierung eine „im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft“ wirksam werde. Die Verwendung von Hochpotenzen erklärte der große Meister noch abenteuerlicher und nahm an, dass sich hier „die Materie […] roher Arznei-Substanzen […] zuletzt gänzlich in ihr individuelles geistartiges Wesen auflöse“.

Homöopathisches Medikament
Homöopathisches Medikament auf Basis einer Giftpflanze. Foto: Philippa Willitts / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Trotz dieser Begründungen aus der wahnsinnigen Welt der Phantasie könnte es ja sein, dass der Homöopathie ein bislang nicht verstandenes Funktionsprinzip innewohnt, das Hahnemann zufällig entdeckt hat.

Doch in seriösen Studien gelang es bislang nicht, der Homöopathie eine Wirksamkeit nachzuweisen, die oberhalb des Placebo-Effekts läge. Man könnte es so zusammenfassen: Die geballte Kraft, die im Glauben von Arzt, Apotheker und Patient innewohnt, kurbelt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Mit dem Medikament selbst hätte das nichts zu tun.

Dennoch schwören viele auf die homöopathischen Zuckerkügelchen. Kritiker der Homöopathie geben in deutschen Talkshows (Maischberger) schon mal eine Vorführung und verputzen ein ganzes Glas Globuli in einem Rutsch. Statt der von Homöopathen prognostizierten gefährlichen Wirkung einer Überdosierung passiert natürlich nichts, denn es wurden schließlich nur Zucker verspeist („Auch zu viel von nichts bleibt nichts“).

Die Studie

In einer groß angelegten Studie an der Universität Gelsenkirchen, die nächstes Jahr publiziert werden soll, konnte nun aber erstmals nachgewiesen werden, dass Homöopathie an sich funktioniert. Mit Jubelschreien sollten sich die Anhänger der Homöopathie aber noch zurückhalten.

Professor Dr. Stroboli und sein Team gaben heute unter streng ausgewählten Journalisten die Ergebnisse bekannt. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Wirkung von Homöopathie stärker als der Placebo-Effekt sei. Allerdings lediglich minimal. Die Ironie dabei sei, dass der Effekt ausgerechnet homöopathisch oberhalb des Placebo-Effektes liege, wobei der Ausdruck homöopathisch hier im strengsten wissenschaftlichen Sinn zu verstehen sei, so Stroboli. Oft werde nämlich der Begriff homöopathisch im Alltagsgebrauch falsch verwendet. Wenn etwa die Tabaksteuer einen halben Cent pro Zigarette steige, wird das schnell als „homöopathische“ Erhöhung verkauft, obgleich die Erhöhung ja hier immerhin bei einigen Prozent liege, führt Strobili aus. Nein, mit homöopathischer Wirkung seien hier übliche Potenzen von C12 oder höher gemeint. Bereits C12 sei das Verhältnis zwischen einem Wassertropfen und dem ganzen Atlantik. In Zahlen 1:1024. In Prozent ein Rauschen oberhalb von null. Aber eben nicht null.

„Die Wirkung liegt so unerhört schwach über dem Placebo-Effekt, dass Sie gleich normalen Zucker schlucken können“, so Stroboli.

Kategorien
Konflikte/Terror/Militär Medizin/Gesundheit Politik

Ursula von der Leyen leistete nie Grundwehrdienst – wegen Gendefekt ausgemustert

Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen. Auch eine schlimme Genabweichung kann die taffe Frau nicht aufhalten. Foto: teAM Deutschland / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Während andere sich beim früher verpflichtenden Grundwehrdienst bei der Bundeswehr quälten und dabei im Schlamm robben und das Schießen lernen mussten, war die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fein heraus. Von ihr wurde bekannt, dass sie wegen eines Gendefekts ausgemustert wurde und daher keinen Grundwehrdienst leisten musste. Bei ihr wurde ein Gendefekt festgestellt, sie hat an der 23. Chromosomenposition zwei X-Chromosome statt wie üblich ein X- und ein Y-Chromosom.

Die Auswirkungen sind gravierend: Menschen mit solch einer Genanomalie entwickeln eine eunuchenartige hohe Stimme, bekommen meist keinen praktischen Haarwuchs auf Kinn und Wangen, sind in der Lage, kleine nervtötende Schreihälse zu gebären, besitzen eine seltsam verdrehte Logik und haben oft ein weniger ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen. Außerdem entwickeln sie in aller Regel einen krankhaften Schuhkaufzwang. Dafür sind sie meist sprachlich begabter und normalerweise auch hübscher.

Da die Ableistung des Grundwehrdienstes aber keine rechtliche Voraussetzung für das Amt des Verteidigungsministers ist, steht einer Amtsausübung nichts im Weg. Wir wünschen Ihnen daher viel Erfolg, Frau von der Leyen!

Kategorien
Esoterik Medizin/Gesundheit Natur/Tiere/Umweltschutz

Bayern: Geistheiler kuriert Blindenhunde

Blindenhund
Muss geführt werden: Blindenhund. Foto: BBC Radio Lancashire / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Es gibt in Deutschland etwa 3.000 Blindenhunde. Die armen Tiere müssen mittels eines speziellen Geschirrs mit angebrachtem Haltegriff geführt werden, da sie ja nichts sehen können und ihr phantastischer Geruchssinn alleine auch keine Wunder bewirken kann.

Ottfried Richter ist Geistheiler und hat eine kleine „alternative Tierpraxis“ im idyllischen Mangfalltal in Bayern. Richter behauptet, er könne den Hunden helfen, und zwar durch reines Handauflegen. Praktisch jeden Hund, den man zu ihm gebracht habe, konnte er heilen. Fast alle Tiere konnten danach einwandfrei sehen. Allein die Kraft Gottes habe den Hunden wieder die Augen geöffnet, führt Richter aus, er sei in aller Bescheidenheit nur der Vermittler, eben das Medium. Richter hat bereits eine Idee, den Hunden einen neuen Lebenssinn zu geben. Da sie ohnehin über ein teures, maßgeschneiderte Führgeschirr verfügten und das Gehen damit gewohnt seien, könnten sie fortan wunderbar blinde Menschen begleiten und ihnen den Alltag erleichtern, erklärt Richter: „Damit wirkt meine Heilkraft bei der Behandlung kranker Tiere auch auf die Umgebung und hilft indirekt auch den Menschen.“

Kategorien
Gesellschaftliches Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Studie bestreitet Nutzen von Studien

Tafel
Laut einer Studie werden auf Blackboards mehr Fehler in Formeln gemacht als auf Whiteboards. Der Auftraggeber der Studie ist in der Whiteboardbranche tätig. Foto: Amber Case / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Studien genießen sicherlich nicht den besten Ruf. Dennoch werden sie vielfältig eingesetzt und spielen auch z.B. bei politischen Entscheidungen eine beträchtliche Rolle. Ob die schlechte öffentliche Meinung berechtigt ist, wurde nun umfassend untersucht.

Dr. Roloff, Professor für Statistik an der Universität Gelsenkirchen, hat mit seinem Team im Rahmen einer groß angelegten Studie einige Hundert Studien aus verschiedensten Bereichen – etwa aus Medizin, Ernährungswissenschaften, Soziologie und Volkswirtschaft – unter die Lupe genommen. Dabei überprüfte sein Team selbst Studien, bezog aber auch bestehende Aufsätze ein, die sich mit der Qualität einzelner Studien bzw. Arten von Studien beschäftigen. Auch diese Aufsätze wurden auf Stringenz evaluiert. Nur so sei es möglich gewesen, ein umfassendes Bild über die Studiengüte zu erlangen, so Roloff.

„Das Ergebnis ist erschütternd“, sagt Roloff, „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch übertroffen.“ 66,6 % der Studien hätten so viele handwerkliche Fehler, dass sie faktisch unbrauchbar seien. Viele seien sogar vorsätzlich in eine vorgegebene Richtung gelenkt oder zumindest durch die Erwartungshaltung des Auftraggebers merklich beeinflusst worden. Solche Studien seien nicht wissenschaftlich und nützten nur den Auftraggebern, aber nicht der Menschheit. Ein weiterer Teil der Studien wiesen zumindest so viele Mängel auf, dass man erheblich an ihrer Brauchbarkeit zweifeln müsse.

In puncto Kollektivgröße, Signifikanz und Randomisierung würden immer wieder unverzeihliche Fehler gemacht. So würden oft zu kleine Kollektive betrachtet. Roloff berichtet von einer Studie aus der Sportmedizin, in der ein positiver Einfluss von Rotwein auf die Kondition von Probanden nachgewiesen worden sei. Dabei seien nur 150 Probanden einbezogen worden. Bei späteren Untersuchungen mit größeren Kollektiven habe sich das Ergebnis stets ins Gegenteil verkehrt.

Auch würde die Signifikanz oft falsch eingeschätzt. Dabei würden bereits kleinere Abweichungen als Ergebnisse verkauft, obwohl bei so geringer Relevanz die Effekte im normalen Schwankungsbereich lägen.

Ferner würden immer wieder Korrelationen aufgezeigt, wo tatsächlich keine seien, da sich die Kontrollgruppen nicht nur in einem Merkmal unterscheiden würden, das Gegenstand der Untersuchung sei, sondern noch in entscheidenden weiteren.

Nirgends finden sich so viele Fehler, wie sie in Studien vorkommen könnten, wie ausgerechnet in Studien, führt der Professor aus. Die Studie soll noch dieses Jahr publiziert werden.

Kategorien
Medizin/Gesundheit

Gefährlicher Hitzschlag – Schüler (18) deutete Symptome zu spät – aber er lebt

Der Hochsommer ist zurück mit Tageshöchstwerten jenseits der 30 Grad Celsius im Schatten. Viele unterschätzen hierbei die Gefahr eines Hitzschlags. So erging es auch Max (18) aus Bayern. Der Schüler erinnert sich an sein unangenehmes Erlebnis im August dieses Jahres. Max war mit dem Mountainbike unterwegs, die Sonne brannte unerbittlich vom christlichen Himmel herunter. Er habe es hier wohl etwas übertrieben mit seinem Sport, so der Schüler. Es sei schon heiß gewesen, der Körper fühlte sich aufgeheizt an. Er habe viel getrunken, aber dann doch hauptsächlich weiter Kilometer gemacht. Zuhause angekommen sei er schon etwas erschöpft gewesen und schnell in sein Schrankbett gegangen. Am nächsten Tag habe er sich dann so lala gefühlt.

Er habe dann aber zufällig in der Zeitung gelesen, dass vom Hitzeschlag Betroffene oft zunächst keine Symptome hätten, diese nicht bemerkten oder falsch deuteten. Später könne es dann zu spät sein. Typische Anzeichen seien Krämpfe und Bewusstseinstrübungen. Oft bemerkten Betroffene zunächst allenfalls eine Erschöpfung.

Hitzschlag
Drohender Hitzschlag. Nicht immer warnen raffiniert gestaltete Schilder vor der potenziell tödlichen Gefahr wie hier im Grand-Canyon-Nationalpark. Foto: Rebecca Brown / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Als er das gelesen habe, war dem Schüler klar, dass er einen Hitzschlag erlitten haben musste. Gerade die Tatsache, dass er keine oder mit viel Phantasie allenfalls leichte Symptome verspürt habe, passe exakt in das beschriebene Krankheitsmuster. „Es ist ja regelrecht tückisch, dass ausgerechnet nicht vorhandene Symptome die Gefährlichkeit markieren“, sagt Max. Heute sei er froh, dass er noch lebe, dass es ihm gut gehe. „Das hätte ganz anders ausgehen können“, so der Schüler.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass mit einem Hitzschlag nicht zu spaßen ist. Die Erhöhung der Körpertemperatur auf 40 Grad Celsius und mehr kann einen Wärmestau auslösen. Das Temperatur-Regulationssystem des Körpers kann regelrecht ausfallen und die Schweißproduktion zum Erliegen kommen. Es besteht im Einzelfall durchaus Lebensgefahr. Der Körper muss dann künstlich gekühlt werden, der Notarzt  eingeschaltet werden.

Kategorien
Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Studie: Medikamente wirken besser als Placebos

Pillen, Bohnen oder Halluzinationen
Pillen, Bohnen oder Halluzinationen? Foto: eltpics / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Ein Placebo (lat: Ich werde gefallen) ist ein Scheinmedikament, das keinen Wirkstoff enthält. Typischerweise sehen Placebos aus wie originale Medikamente, enthalten jedoch lediglich Zucker oder Stärke. Sie werden in aller Regel dazu eingesetzt, um die therapeutische Wirksamkeit von Medikamenten zu testen. Erstaunlicherweise zeigt sich hierbei immer wieder, dass ein Placebo bei einem nicht geringen Teil der Patienten eine vergleichbare Wirkung wie das echte Medikament aufweist (das in diesem Zusammenhang als Verum bezeichnet wird; Plural: Vera). Bei den sogenannten Doppelblindstudien wissen weder Arzt noch Patient, ob Placebos oder Vera verabreicht werden. Hierdurch sollen vorm allem die Erwartungshaltungen des Patienten, aber auch des Arztes, der diese unbewusst an den Patienten weitergeben könnte, an das Medikament neutralisiert und damit die Aussagekraft der Studie erhöht werden.

Sogar die Gestaltung von Placebos spielt eine Rolle bei deren Wirkung. Es gibt Hinweise darauf, dass z.B. weiße oder rote Pillen besser wirken als blaue, schwarze oder violette (siehe Tabelle am Artikelende). Teure Placebos sollen einer Studie zufolge wirksamer sein als billige.

Dem immer wieder erhobenen Vorwurf, dass die Wirksamkeit von Medikamenten generell überbewertet sei, wurde nun in einer großen Studie, an der 20 Universitäten aus Deutschland, den USA und auch einigen Schurkenstaaten teilnahmen, nachgegangen. Getestet wurden über 20 bekannte und weniger bekannte Schmerzmittel, die seit Jahren auf dem Markt sind, aber auch einige Tabletten gegen Sodbrennen sowie diverse Salben gegen Hämorrhoiden und Analfisteln.

Professor Dr. Placovic von der Universität Boston, der die 23 Millionen Euro teure Studie leitete, ist sich inzwischen sicher, dass Vera tatsächlich wirksamer sind als Placebos. Die Auswertung habe eindeutig ergeben, dass die Wirksamkeit der meisten getesteten Medikamente über dem Placebo-Effekt liege, so der Professor. Ein Ergebnis, mit dem er in dieser Klarheit nicht unbedingt gerechnet habe. Den Einwand, nichts wirklich Neues herausgefunden zu haben, sondern herkömmliche Doppelblindstudien veranstaltet zu haben, um lukrative Forschungsgelder abzuschöpfen, weist Placovic scharf zurück. Bislang habe man die Wirksamkeit von Medikamenten immer mit der von Placebos verglichen. Nun habe aber habe man erstmals Placebos untersucht und deren Wirksamkeit der von Medikamenten gegenübergestellt, so der Professor. Hier hätten erneut die Medikamente eindeutig vorne gelegen. Die genauen Ergebnisse wolle er in den nächsten Monaten publizieren.

Farbe Anwendungsbereich
Weiß Schmerzen (weißes Rauschen)
Rot Herz, Blut, Aufputschmittel, Realitätssinn steigern
Braun Abführmittel
Blau Beruhigungsmittel, Traumwelt erhalten, Potenzsteigerung
Gelb Antidepressiva (Farbe des Sonnenlichts)
Grün Für Öko-Tanten und Eso-Onkel
Pink Verhütungsmittel
Schwarz Pest
Schwarz-Rot-Gold Pathologischer Patriotismus

Tabletten-Tabelle: Das Pillepalle-Einmaleins der Farben

Kategorien
Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Hellseherischer Albtraum: Felix (-0,2) träumt eigene Geburt

Schlafendes Kind
Schlafendes Kind (Symbolbild). Ein Traum: Nicht nur Menschen träumen, auch Tiere und sogar ungeborene Lebewesen. Foto: clappstar / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Dass bereits ungeborene Kinder träumen, ist längst bekannt und gilt als gesichert. Ein Schlüssel zu dieser Erkenntnis sind die sogenannten REM-Phasen (Rapid Eye Movement). Das  sind schnelle Augenbewegungen bei schlafenden Menschen während intensiver Traumphasen. Genau solche REM-Phasen konnten bei Embryos im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen an werdenden Müttern festgestellt werden.

Einen doch aber eher ungewöhnlichen Traum erlebte dabei Felix (-0,2). Er hatte in seinem zarten Alter von nicht einmal null Jahren (zum Zeitpunkt seines Traumes wurde er erst in acht Wochen erwartet) nicht nur bereits einen schrecklichen Albtraum, sondern sogar einen hellseherischen* Traum. Er träumte seine eigene Geburt.

Felix erinnert sich, es war alles so grell, so laut, einfach furchtbar. Es war die absolute Hölle, der reinste Horror. Er hatte Schmerzen, fror, fand sich viel zu klein und vor allem richtig hässlich. Auch litt er bereits an ausgeprägter Inkontinenz, einer besonders unangenehmen Krankheit, die normalerweise erst im fortgeschrittenen Alter auftreten soll. Felix ist fassungslos: „Das soll also das Leben sein, von dem alle so schwärmen?“

Zum Glück sei dies nur ein Traum gewesen, erinnert sich Felix, „Träume sind Schäume.“ Felix legt nach: „Wer sagt denn, dass das Leben überhaupt existiert? Gibt es ein Leben vor dem Tod?“, das sei doch die Frage, die immer noch reine Glaubenssache sei.

* Die richtige Bezeichnung ist streng genommen nicht hellseherisch, sondern präkognitiv (lat. vor der Erkenntnis), aber dieser Ausdruck ist nicht so verbreitet, sodass wir den weit bekannteren Begriff in die Überschrift gesetzt haben. Man mag uns das verzeihen. Hellsehen bezeichnet dagegen bereits dem Ausdruck nach, etwas hell zu sehen, womit gemeint ist, etwas zu „sehen“, was sich nicht mit den normalen Sinnen erfassen lässt. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die zeitlich unbestimmt sind. Diese müssen also nicht in der Zukunft liegen, sondern können sich auch auf die Vergangenheit oder Gegenwart beziehen.

Kategorien
Drogen Medizin/Gesundheit

Mit einer Mär aufgeräumt: Raucher werden doch alt

Raucher
Raucher werden nicht alt – von wegen! Foto: Letsdance Tonightaway / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Überall lässt es sich nachlesen: Raucher würden nicht alt, von ganz wenigen Ausnahmen wie Uraltkanzler Helmut Schmid (SPD) vielleicht einmal abgesehen. Professor Dr. Pflugi von der Universität Genf will nun mit diesem weit verbreiteten Irrtum aufräumen. keinblatt.de sprach mit dem Professor, der zunächst mit einer überraschenden These aufwartet:

„Dass Raucher nicht alt werden, lässt sich so nicht halten“, so Pflugi, „Man muss Altern zunächst einmal als völlig natürlichen Vorgang verstehen, der in jedem Menschen abläuft. Die Natur hat das so eingerichtet, man wird geboren, man altert vom ersten Tag an, man stirbt und macht schließlich Platz für die nächste Generation.“ Das Altern sei damit durchaus als positiver Prozess zu begreifen, so der Professor, ohne Altern gäbe es auch keine Weiterentwicklung des Lebens, keine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Das sei ganz simpler Darwin, so der Professor, die am besten angepassten Lebewesen könnten ihre Gene in einem erheblich größeren Umfang an die nachfolgende Generation weitergeben, sodass sich diese Gene dann durchsetzen würden.

Der Professor holt aus: „Raucher erreichen im Normalfall bis zum Ableben durchaus einen Zustand, bei dem der Körper vergleichbar gealtert ist wie bei Nicht- oder Nierauchern.“ Der Vorgang des Alterns laufe bei Rauchern sogar beschleunigt ab. Das bedeute aber nicht, dass Raucher weniger intensiv lebten, weniger vom Leben spürten, ganz im Gegenteil. Alles vollziehe sich halt deutlich schneller und damit nicht minder stark, zumal der Abstand der neuen Lebensabschnitte, aber auch der neu aufgetretenen Beschwerden und Krankheiten ja kürzer sei als bei Nichtrauchern, was mehr Abwechslung biete. Das könne man durchaus unter dem Motto „Öfter mal was Neues“ sehen, so Pflugi, „Wenn ein Raucher mit sagen wir mal typischen 65 Jahren stirbt, also durchschnittlich zehn bis 15 Jahre früher als ein Nichtraucher, hat sein Körper bereits ein biologisches Alter erreicht, das entsprechend zehn bis 15 Jahre höher liegt.“ Das gleiche sich dann aus, schlussfolgert der Professor.

Er selbst würde aber dennoch nie eine Zigarette anfassen, meint Pflugi, nicht mal mit der Kneifzange, er sei ja nicht verrückt. Wer eine solche Abwechslung wolle, zu der unter anderem auch der praktisch nur bei Rauchern auftretende Lungenkrebs gehöre, der auch heute noch ein fast sicheres Todesurteil bedeute, müsse schon masochistisch veranlagt sein, so Pflugi, „zumal der ganze Mist ja auch noch Unsummen Geld kostet. Im Leben nicht!“

Wir danken dem Professor für dieses Gespräch.

Kategorien
Gesellschaftliches Medizin/Gesundheit

Ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt – 44-Jähriger überlebt wie durch Wunder

Pillen
In die Röhre schauen (Symbolbild). Foto: Shaine Hatch / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der 44-jährige Frank Enstein aus Rosenheim wollte sich das Leben nehmen. Freunde von ihm waren stutzig geworden, als Enstein nicht mehr an sein Smartphone ging und seine nervtötenden Facebook-Statusupdates, die sich immer um die gleichen drei Themen (FC Bayern, Bayern München und die Münchner Bayern) drehten, immer seltener wurden und schließlich ganz versiegten. Den Freunden schwante Böses und sie machten sich auf den Weg zu ihm.

Als Enstein auch auf die Türklingel, lautes Klopfen sowie ein mark- und beinerschütterndes Trommeln nicht reagierte, brachen sie die Türe auf. Sie fanden ihren Freund bewusstlos am Boden liegend vor. Zu ihrem Entsetzen lag neben ihm eine leere Schachtel Tabletten, offenbar Schlaftabletten, auf dem Boden. Atmung und Puls waren zumindest noch schwach vorhanden, wie die Freunde mit Erleichterung feststellten.

Sie alarmierten sofort den Notarzt. Dieser brachte den Patienten nach einer ersten Notversorgung in das nahe gelegene städtische Waldspital. Wie durch ein Wunder überlebte Enstein den Suizidversuch ohne Folgeschäden. Wie ein Kliniksprecher mitteilte, habe Enstein eine ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt, eine Dosis, die normalerweise zum sicheren Tode führt. Was ihn gerettet habe, sei die Tatsache gewesen, dass Enstein die Röhre rein zufällig nicht geöffnet hatte, bevor er sie schluckte.