EU-Kuriosum – Friedhöfe müssen bald extra lange öffnen

Die EU-Richtlinie 12.261 ist bei Kommunen berüchtigt, zwingt diese sie doch, öffentliche Einrichtungen ausreichend auf die Interessen und Gewohnheiten der Bürger zuzuschneiden. Das bedeutet, dass Berufstätige und speziell Schichtarbeiter nicht diskriminiert werden dürfen und auch die Gelegenheit erhalten müssen, wichtige Tätigkeiten durchführen zu können, ohne dass dafür ein Urlaubstag geopfert oder das Gleitzeitkonto überbeansprucht werden muss.

Inzwischen wurde die Richtlinie in einigen Punkten überarbeitet und genauer gefasst. Konkret muss es in Zukunft mindestens einen Tag in der Woche geben, an dem Behörden und kommunale Einrichtungen mit Kundenverkehr bis mindestens 22 Uhr geöffnet haben müssen. Bei personalarmen kommunalen Einrichtungen muss sogar bis mindestens 1 Uhr nachts geöffnet werden.

In der Redaktion wird die Neuregelung überwiegend positiv aufgenommen. Der langjährige Redakteur Heiner Lürsen kann nun endlich Oma und Opa problemlos nach der Arbeit besuchen. Denn ein Friedhof gilt als personalarme Einrichtung und fällt daher unter die 1-Uhr-Regelung.

Redakteurin Annette (Name von der Redaktion aus nachvollziehbaren Gründen geändert) findet die Neuregelung „gruftig-cool“. Wer mal überprüfen möchte, ob die Toten wirklich zur Geisterstunde aus den Gräbern steigen, müsse nun nicht mehr um Mitternacht verbotenerweise über die Friedhofsmauer klettern, um sich das Spektakel anzuschauen.

Grab animiert
Grab exakt um Mitternacht auf einem Münchner Friedhof. Tut sich da was?

In den Friedhofsverwaltungen sieht man dies dagegen erheblich kritischer. In allen Städten, in denen wir nachfragten, äußerten die Verantwortlichen Sicherheitsbedenken. Die Wege seien meist nicht oder nicht ausreichend beleuchtet. Deswegen sind die Öffnungszeiten gerade im Winter oft regelrecht lächerlich, da werden die schweren Tore dann kurz vor Einbruch der Dunkelheit bereits um 17 Uhr abgesperrt. Wir hören mehrfach, dass mit Öffnungen bei Dunkelheit Unfälle, etwa Stürze, vorprogrammiert seien. Die Installation von Beleuchtungseinrichtung hingegen sei nicht nur kostspielig, sondern bedeute auch, dass eine Unmenge an Vorschriften zu erfüllen seien. Die vielen Vorschriften brächten ihn noch ins Grab, schimpft einer der Verantwortlichen.

Wann die deutschen Städte die neuen Regelungen umsetzen werden, war bis zum Reaktionsschluss noch völlig unklar.

Sensationelle Wende: Prunk-Bischof von Limburg macht Entziehungskur in Luxusklinik

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist höchst umstritten. Ein First-Class-Flug nach Indien für einen Slumbesuch, sein selbstherrliches Auftreten und vor allem der Neubau des Bischofshauses, bei dem die Kosten explodiert sind – der Bischof macht immer wieder Negativschlagzeilen. Statt wie geplant 5,5 Millionen Euro hat der Neubau des Bischofshauses, das der Bischof alleine als Amtssitz nutzt, nun unglaubliche 31 Millionen Euro gekostet. Über die gestiegenen Kosten soll der Bischof die Öffentlichkeit getäuscht haben. Im Netz muss sich der Bischof einigen Spott gefallen lassen. Dort macht für sein Neubauprojekt in Anspielung auf Stuttgart 21 der Hashtag #Limburg31 die Runde.

Neue Kapelle Limburg
Zum Neubau des Bischofshauses gehört auch dieses bescheidene Privatkapelle. Bild: Cirdan / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Nun aber zeichnet sich eine sensationelle Wende ab. Wie die Redaktion aus gut informierten Kreisen erfuhr, habe der Bischof nun endlich eingesehen, dass er suchtkrank sei. Er werde sich nun in eine Entziehungsklinik in der Schweiz begeben, um seine Prunksucht behandeln zu lassen. Vertraute im Umfeld sind jedoch besorgt, dass auch hier die Kosten aus dem Ruder laufen könnten. Denn die Klinik gilt als überaus luxuriös und kostspielig. Ein Informant gießt Häme über den Plan: In der Entziehungskur würde sich der Bischof vor allem seiner Verantwortung entziehen. Das sei so, als würde man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Keiner wisse, wie viel Zeit die Therapien in Anspruch nehmen und wie hoch die Kosten ausfallen werden. Es sei zwar sehr ehrenhaft, wenn sich der Bischof behandeln lasse. Letztlich müsse aber auch für diese Kosten der Steuerzahler aufkommen. So wie der man den Bischof kenne, wäre da niemand überrascht, wenn hier auch noch einmal Rechnungen im Millionenbereich zusammenkämen. Schlimmer: Wenn dann der Bischof als geheilt entlassen werde, seien ja die Probleme nicht gelöst. Der Bischof stünde dann vor einer Herkulesaufgabe. Er könne dann nur noch Schadensbegrenzung machen, indem er sich in Zukunft bei Ausgaben mäßige.

Doch Rückfälle seien nach einer Entziehungskur nichts Ungewöhnliches. Jeder Rückfall in altes Verhalten könne dann wieder Angst und Schrecken verbreiten. Kritiker fordern daher weiter den Rücktritt des Bischofs.

„Ja, ich bin süchtig nach dem Plopp!“ – neue Sucht breitet sich aus – erster Abhängiger outet sich

Alkoholsucht, Nikotinsucht, Spielsucht – die Liste der Süchte, die die Menschheit bedrohen, ist lang. Jetzt breitet sich eine neue Sucht dramatisch aus mit Steigerungsraten im dreistelligen Prozentbereich: Immer mehr Menschen sind süchtig nach dem Ausdrücken von Luftpolsterfolie. Da dabei ein Knall- oder Plopp-Geräusch ertönt, wird diese Folie umgangssprachlich auch als Knallfolie bezeichnet. Im diesjährigen Drogenbericht der Bundesregierung wird die Sucht erstmals erwähnt, die inzwischen einen wissenschaftlichen Namen erhalten hat: bouncing addiction (Knallsucht). Inzwischen sind in Deutschland schätzungsweise 5.000 Menschen von dieser Sucht betroffen.

Ploppen macht süchtig
Ploppen kann süchtig machen (Symbolbild). Foto: stephalicious / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Der erste Süchtige traut sich nun an die Öffentlichkeit, bat uns aber aus Scham, dass wir nicht seinen vollen Namen nennen. Michael Sch. (37) kommt nicht mehr los von der Knallerei: „Ich bin immer so nervös, muss immer etwas in der Hand haben und damit rumspielen. Am Anfang war es beruhigend. Das Ploppgeräusch, es ist einfach herrlich. Irgendwann konnte ich nicht mehr – plopp – aufhören und habe jede Knallfolie, die ich zwischen die Finger bekam, bis zum Ende ausgedrückt.“

Am Anfang meinte Michael, jederzeit aufhören zu können. Als dies misslang, redete er sich ein, einen Knall zu haben. Inzwischen wisse er, dass er nicht verrückt, sondern suchtkrank sei.

Michael ist inzwischen so schwer abhängig, dass er sich sogar Waren im Internet bestellt, die er gar nicht benötigt, nur um an den begehrten Stoff zu kommen. Inzwischen weiß er genau, welche Händler bei welchen Produkten Luftpolsterfolie als Schutzverpackung verwenden. Das Schlimmste, was einem Abhängigen passieren kann, ist, dass die Waren durch wertlose Styroporkügelchen geschützt werden. Wäre es nicht viel effektiver, direkt bei einem Verpackungsmaterial-Händler Luftpolsterfolie zu bestellen, fragen wir Michael. Doch dieser wiegelt ab. Da hätte er viel zu viel Angst aufzufliegen. So etwas würde ja auffallen. Die Sucht sei noch mit einem riesigen Tabu belegt.

Dennoch hat sich inzwischen eine ganze Industrie breitgemacht, die sich schamlos an der Sucht bereichert. So gibt es einen Knallpapierkalender, bei dem man jeden Tag ein Luftkämmerchen ausdrücken kann. Speziell dieses Produkt ist aber eher zum sanften Entzug gedacht, da es helfen soll, vom unkontrollierten Ploppen auf nur einen einzigen Plopp pro Tag herunterzukommen.

In eine ähnliche Kerbe hauen spezielle Knallpapier-Apps wie Pop it! Bubble Wrap, bei denen man virtuell ploppen kann. Ob hier Abhängige tatsächlich von ihrer Sucht loskommen können, ist indes zweifelhaft. Den Geldbeutel und vor allem die Umwelt schonen sie auf jeden Fall. Michael hält nichts von solchen Apps, da der harte Smartphone-Touchscreen kein echtes Ausdrückgefühl aufkommen lasse. Clean werden wolle er aber auf jeden Knall. Sobald die Sucht gesellschaftlich akzeptiert sei, werde er sich in eine Entzugsklinik begeben. „Irgendwo in einem Luftpolsterkurort“, witzelt Michael, „Hauptsache man kann – plopp – mir – plopp – endlich helfen.“

GEMA plant Abgabe auf menschliches Gehirn

Erst gerade eben wurden Pläne bekannt, nach denen auch die Speicherung von Musik in der Cloud bald mit einer Leermedienabgabe belegt werden könnte, obwohl Musik ja nicht virtuell in einer Wolke gespeichert werden kann. Stattdessen erfolgt die Speicherung auch bei diesem begrifflich himmlischen Vergnügen auf profanen Festplatten beim Internetprovider. Speichermedien wie Festplatten, DVD-Rohlinge, USB-Sticks usw. sind aber bereits abgabepflichtig, sodass die Abgabe so betrachtet in der Regel bereits geleistet wurde.

Menschliches Gehirn
Menschliches Gehirn. Auch ein Speichermedium! Foto: Gontzal García del Caño / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Nun aber will die Verwertungsgesellschaft GEMA offenbar zu einem weiteren Rundumschlag ausholen. Auch jedes menschliche Gehirn soll über eine Art Kopfpauschale abgabepflichtig werden. Ein GEMA-Sprecher begründete dies keinblatt.de gegenüber damit, dass menschliche Gehirne letztlich nichts anderes als riesige Speichermedien seien, in denen die Menschen unfassbar viele urheberrechtlich geschützte Melodien und Songtexte speichern könnten, die oft für Jahrzehnte dort verblieben. Es sei nur gerecht, wenn Menschen wieder im Vordergrund stünden und der Technik gleichgestellt würden. Die Abgabe würde zunächst einmal nach Geburt fällig. Über die Höhe werde man noch beraten – wegen der gemeinhin extrem langen Lebensdauer des Gehirns werde man sich eher nicht an Festplatten orientieren. Die Kapazität des menschlichen Gehirns wird allgemein auf bis zu 1 PB (Petabyte) angenommen (entspricht 1.024 TB (Terabyte)) und würde damit in die teuerste Festplattenkategorie fallen. Wenn man später noch nicht genug Einnahmen habe, könnte man sich neben der Kopfabgabe auch weitere jahres- oder monatsbezogene Abgaben vorstellen. Schließlich sei die Geburtenrate in Deutschland weiterhin auf niedrigem Niveau, da würde kaum ausreichend Geld fließen.

Der Sprecher führt weiter aus, dass das Gehirn keine Einbahnstraße sei. Von dort aus würden die Inhalte sogar weiterkopiert. Speziell bei Konsum alkoholischer Getränke neigten Menschen verstärkt zum schrägen Singen und reichten somit sowohl die Melodien als auch die Liedtexte hochwertiger Songs (etwa „Zehn nackte Friseusen“, „Das rote Pferd“ oder „Ein Bett im Kernspeicherfeld“) an die Menschen ihrer Umgebung weiter, die diese wiederum in ihrem Langzeitgedächtnis speichern könnten. Das sei quasi eine Art Filesharing, das man sehr misstrauisch sehe. An Urheberrechtsabgaben auf Alkohol sei zwar vorerst nicht gedacht, so der Sprecher, aber Urheberrecht und Verwertungsgesellschaften müssten stetig weiterentwickelt und modernisiert werden.

Schrödingers Katze von militanten Tierschützern befreit

Sie ist das wohl berühmteste Tier der Physik: Schrödingers Katze. Die Katze haust bei diesem Experiment unter unwürdigen Bedingungen in einer profanen Kiste. In der Kiste befinden sich ein Gefäß mit Blausäure sowie eine zufallsgesteuerte Apparatur, die bei Auslösung das Gefäß zertrümmert. Die Katze wird dabei brutal getötet.

Das Besondere dabei ist, dass dieser Auslösemechanismus vom atomaren Zerfall einer radioaktiven Substanz abhängig gemacht wird. Sobald das erste Atom zerfällt, wird der Mechanismus in Gang gesetzt. Laut Quantentheorie lässt sich nicht vorhersagen, wann ein Atom zerfällt. Es kann nur prognostiziert werden, dass in einer bestimmten Zeitspanne eine ganz bestimmte Menge an Atomen zerfallen wird. Es lässt sich damit nur eine statistische Wahrscheinlichkeit angeben. Anhand von verschiedenen anderen Experimenten kann man nachweisen, dass sich solche Systeme vereinfacht gesagt in einem undefinierbaren Zustand befinden, bei denen man sich erst durch die Messung, das heißt Beobachtung, für eine von mehreren möglichen Wirklichkeiten entscheidet.

Anders ausgedrückt, erst wenn man die Kiste öffnet, weiß man, ob die Katze tot oder lebendig ist. Vorher ist sie in einer Art Schwebezustand zwischen tot und lebendig. Zur Auflösung dieses paradoxen Zustands gibt es verschiedene Thesen. Bei der sogenannten Multiversen-Theorie, einem in der Wissenschaft durchaus ernsthaft diskutierten Modell, spaltet sich das komplette Universum bei jedem quantenmechanischen Prozess in zwei identische Kopien auf. Damit wäre das Paradoxon aufgelöst, da es keinen Schwebezustand mehr gibt. Vielmehr gäbe es in jedem Universum eine Katze, die entweder tot oder aber lebendig ist. Man erkauft sich den Wegfall des Paradoxons durch ein neues Modell, das aber kaum weniger befremdlich erscheint. Immerhin bedeutet es, dass es fast unendlich viele Kopien von praktisch allem gibt. Man stelle sich das vor, es gäbe mehrere Bundeskanzlerinnen Angela Merkel, sogar quasi unendlich viele. Nicht alle dürften bei dieser Vorstellung in Ekstase geraten.

Die Befreiungsaktion

Schrödingers Katze
Gerade noch rechtzeitig befreit: Schrödingers Katze (Archivbild). Foto: Robert Couse-Baker / Lizenz: CC BY 2.0

Als ein Labormitarbeiter der Universität von Dublin heute den Deckel der Kiste öffnete, konnte er seinen Augen kaum trauen. Er fand keine lebendige Katze vor, aber auch keine tote Katze. Die Kiste war einfach leer. In der Poststelle landete ein Bekennerschreiben der militanten Tierschutzorganisation Free Cat. In diesem prangert die Organisation schreckliche Tierexperimente an, die leider immer noch stattfinden würden. Zwar habe man früher gedacht, dass es sich bei Schrödingers Katze um ein Gedankenexperiment handeln soll und man gewissermaßen nur die Gedanken befreien müsste. Doch das sei ja wohl eine dreiste Lüge von skrupellosen Experimentatoren gewesen. Denn gerettet habe man ein reales schnurrendes, quicklebendiges Kätzchen.

Kirchen wegen Sonntagsarbeit angezeigt – bald nur noch werktags Gottesdienste?

Gottfried Hassdenteufel ist stinksauer. Seit Urzeiten verstießen die beiden Amtskirchen nach seiner Beobachtung gegen das Sonntagsarbeitsverbot, indem sie regelmäßig zehntausende Pfarrer und Altardiener zur Abhaltung von Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen verdonnerten.

Gottesdienst
Ist der Kirche der Sonntag noch heilig? Foto: Erell / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Daher habe er seinen Anwalt kontaktiert, der dann nach umfassender Prüfung eine Strafanzeige gegen die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche gestellt habe. Der Anwalt habe ihm mitgeteilt, dass er sich sicher sei, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben werde und die Kirche in Zukunft diese Praktik einstellen müsse.

„Der Sonntag ist per Grundgesetz und auch per Arbeitszeitgesetz geschützt – als Tag der Ruhe und Entspannung“, sagt Hassdenteufel, „Sonntagsarbeit ist nicht erlaubt.“ Es gebe zwar diverse Ausnahmen, vor allem für lebenswichtige Einrichtungen, etwa Feuerwehr, Polizei und Spitäler, Tankstellen und Gastronomie. Für Kirchen sehe das Gesetz auch eine Sonderreglung vor. Ausgenommen vom Sonntagarbeitsverbot seien dabei gemäß Arbeitszeitgesetz:

Nichtgewerbliche Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgesellschaften, Verbände, Vereine, Parteien und anderer ähnlicher Vereinigungen

Der Knackpunkt sei jedoch das nichtgewerblich. Hassdenteufel führt aus: „Die Kirchen nichtgewerblich? Da lache ich ja. Die beiden Amtskirchen gehören tatsächlich zu den größten und reichsten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland. Sie sind Finanzriesen. Zusammen sind die beiden Kirchen der größte Arbeitgeber in Deutschland nach dem Staat. Ihnen gehören unzählige Immobilien und Firmen. Sogar diverse Banken und Hotels sind im Besitz der Kirchen. Gewerblicher geht es gar nicht.“

Laut Hassdenteufel seien die Gottesdienste ohnehin immer spärlicher besucht. Hassdenteufel wertet dieses Fernbleiben der Gläubigen als stillen Protest gegen die Sonntagsarbeit. Auch verursache die Sonntagsarbeit besonderen Stress für die Pfarrer, wo doch der Zuspruch durch immer weniger Anwesende sinke. Da fehlten die Erfolgserlebnisse, die im Beruf so wichtig seien.

Hassdenteufel will den Sonntag wieder als ruhigeren Tag etablieren, an dem man nicht arbeite, an dem man sich der Familie widme und in die Kirche gehe.

Studie bestreitet Nutzen von Studien

Tafel
Laut einer Studie werden auf Blackboards mehr Fehler in Formeln gemacht als auf Whiteboards. Der Auftraggeber der Studie ist in der Whiteboardbranche tätig. Foto: Amber Case / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Studien genießen sicherlich nicht den besten Ruf. Dennoch werden sie vielfältig eingesetzt und spielen auch z.B. bei politischen Entscheidungen eine beträchtliche Rolle. Ob die schlechte öffentliche Meinung berechtigt ist, wurde nun umfassend untersucht.

Dr. Roloff, Professor für Statistik an der Universität Gelsenkirchen, hat mit seinem Team im Rahmen einer groß angelegten Studie einige Hundert Studien aus verschiedensten Bereichen – etwa aus Medizin, Ernährungswissenschaften, Soziologie und Volkswirtschaft – unter die Lupe genommen. Dabei überprüfte sein Team selbst Studien, bezog aber auch bestehende Aufsätze ein, die sich mit der Qualität einzelner Studien bzw. Arten von Studien beschäftigen. Auch diese Aufsätze wurden auf Stringenz evaluiert. Nur so sei es möglich gewesen, ein umfassendes Bild über die Studiengüte zu erlangen, so Roloff.

„Das Ergebnis ist erschütternd“, sagt Roloff, „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch übertroffen.“ 66,6 % der Studien hätten so viele handwerkliche Fehler, dass sie faktisch unbrauchbar seien. Viele seien sogar vorsätzlich in eine vorgegebene Richtung gelenkt oder zumindest durch die Erwartungshaltung des Auftraggebers merklich beeinflusst worden. Solche Studien seien nicht wissenschaftlich und nützten nur den Auftraggebern, aber nicht der Menschheit. Ein weiterer Teil der Studien wiesen zumindest so viele Mängel auf, dass man erheblich an ihrer Brauchbarkeit zweifeln müsse.

In puncto Kollektivgröße, Signifikanz und Randomisierung würden immer wieder unverzeihliche Fehler gemacht. So würden oft zu kleine Kollektive betrachtet. Roloff berichtet von einer Studie aus der Sportmedizin, in der ein positiver Einfluss von Rotwein auf die Kondition von Probanden nachgewiesen worden sei. Dabei seien nur 150 Probanden einbezogen worden. Bei späteren Untersuchungen mit größeren Kollektiven habe sich das Ergebnis stets ins Gegenteil verkehrt.

Auch würde die Signifikanz oft falsch eingeschätzt. Dabei würden bereits kleinere Abweichungen als Ergebnisse verkauft, obwohl bei so geringer Relevanz die Effekte im normalen Schwankungsbereich lägen.

Ferner würden immer wieder Korrelationen aufgezeigt, wo tatsächlich keine seien, da sich die Kontrollgruppen nicht nur in einem Merkmal unterscheiden würden, das Gegenstand der Untersuchung sei, sondern noch in entscheidenden weiteren.

Nirgends finden sich so viele Fehler, wie sie in Studien vorkommen könnten, wie ausgerechnet in Studien, führt der Professor aus. Die Studie soll noch dieses Jahr publiziert werden.

Rente mit 18 – Bundesregierung will Rente vor Berufsleben schieben

Kristina Schröder
Bundesministerin Kristina Schröder (CDU). Größte Revolution der Sozialsysteme aller Zeiten? Foto: Frank Hamm Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Das Leben ist hart, aber ungerecht. Wenn Menschen nach einem anstrengenden Berufsleben, fünf Umzügen, vier schweren Operationen und drei noch schwereren Ehen endlich das Rentenalter erreichen, wollen sie verständlicherweise ihren wohlverdienten Lebensabend genießen. Doch bei vielen wird daraus nichts. Im schlimmsten Fall sind die Menschen bereits schwer krank und sterben nach kurzer Zeit. Andere leben zwar noch länger, haben aber oft wenig Lebensqualität, speziell wenn sie zum Pflegefall werden.

Wiederum andere, die Menschen vom Typ Gustav Gans, erfreuen sich mit 65 noch bester Gesundheit, bleiben noch sehr lange rüstig und beziehen 30 Jahre oder länger Rente. Das ist die maximale Ungerechtigkeit.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), will das ändern und hat eine Expertenkommission installiert, die hier deutlich mehr Gerechtigkeit herstellen soll. Wie keinblatt.de aus einer vertraulichen Quelle erfuhr, sollen die Empfehlungen, die man ohne jegliche Übertreibung als spektakulär ansehen kann, im Falle einer Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung bzw. einer Regierung unter CDU-Führung in der nächsten Legislaturperiode eingeführt werden.

Rentengerechtigkeit für fast alle – genialer Nebeneffekt: Jugendarbeitslosigkeit verschwindet völlig

Der Plan sieht hierbei vor, dass die Rente vorverlegt wird. Jeder, der die Schulbildung abgeschlossen hat, geht dann erst einmal für voraussichtlich zehn Jahre in Rente (an der genauen Zeitspanne wird noch gerechnet). In diesem Alter ist die Wahrscheinlichkeit statistisch extrem groß, dass man die volle Rentenzeit genießen kann und dabei auch gesund bleibt. Fast jeder Bundesbürger wird dann gleich lang Rente beziehen können. Gerechter geht es nicht. Ein extrem positiver Nebeneffekt ist außerdem, dass die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen komplett verschwinden wird, da in dem Altersbereich dann niemand arbeitssuchend sein kann, wenn er doch Rentner ist.

Logischerweise müsse dann die Altersrente abgeschafft werden, so der Vertraute. Jeder habe dann so lange zu arbeiten, bis er entweder absolut nicht mehr könne oder am besten gleich tot umfalle. Gerade der letztere Fall senke auch noch drastisch die Pflegekosten, was die Pflegeversicherung entlaste. Damit würden ganz klar die Vorteile des Modells überwiegen.

Natürlich braucht es gewisse Übergangsfristen. Wer jetzt schon im Berufsleben steht, für den wird sich nichts ändern. Aber im Laufe der nächsten zwei Generationen könnte dann das neue Modell sukzessive auf die gesamte Bevölkerung umgesetzt werden. „Das ist eine Kraftanstrengung, aber sie wird sich lohnen“, meint der Vertraute, der sich sicher sei, dass das Modell auch komme. Wer jetzt schon erwachsen sei, werde kaum Widerstand leisten, da er noch vom alten System profitieren könne. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen seien noch nicht wahlberechtigt und damit keine Gefahr. Außerdem würden sie sicherlich die Pläne begrüßen, also sei nicht mal mit einer harmlosen Schülerdemo zu rechnen. Wer würde schon Nein sagen, wenn er zehn Jahre faulenzen dürfe und dafür noch ganz gut bezahlt werde? Auch Formeln wie „Rente runter von 67 auf 18!“ würden schlussendlich jeden überzeugen. 1889 habe Reichskanzler Otto von Bismarck die erste Rentenversicherung geschaffen, was ein absoluter Meilenstein gewesen sei. Die Rente mit 18 werde dies noch deutlich übertreffen, so der Vertraute.

Hessen: Bürger vom eigenen Finanzamt erpresst!

Finanzamt
Freundlich und wohnlich gestaltete Räume, die zum Bürgerkontakt einladen, sind normalerweise das Markenzeichen von Ämtern. Hier geht alles rechtschaffen zu, sollte man meinen. Foto: Elias Schwerdtfeger / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Waldemar Schubert (Name von der Redaktion geändert) aus dem hessischen Neuburg ist fassungslos: „Ich werde erpresst.“ Das ist normalerweise schlimm genug und ein Fall für den Staatsanwalt. Aber was Schubert hier berichtet, stößt offenbar ein neues Kapitel in der Geschichte des Verbrechens auf. Denn der Erpresser ist kein anderer als das eigene Finanzamt!

Gut, er sei mit seinen Steuern im Rückstand, sagt Schubert. Schnell habe sich bei der Kommunikation mit dem Finanzamt der Ton verschärft. Aber nicht nur das. Inzwischen drohe ihm das Finanzamt mit Pfändung! Er werde angewiesen, seine Steuerschuld in einer engen Frist zu begleichen. Komme er dem nicht nach, werde man ihn pfänden. Das letzte Schreiben des Finanzamts gehe weit über das hinaus, was Nötigung sei, so Schubert, und selbst wenn es nur Nötigung wäre, wäre das in keinster Weise akzeptabel.

Nein, was das Finanzamt ihm nun geschrieben habe, erfülle ganz klar die Kriterien einer bandenmäßigen Erpressung, meint Schubert.

„Sollten Behörden nicht im Auftrag für den Bürger tätig sein und auch am Gemeinwohl interessiert sein?“, fragt Schubert rhetorisch, „Dazu gehört selbstverständlich, dass man nicht nur höflich miteinander umgeht, sondern auch von kriminellen Methoden Abstand nimmt.“

Schubert habe inzwischen den Fall seinem Anwalt übergeben, der ebenso entsetzt sei. „Das werden wir ja mal sehen“, meint Schubert, „Die kommen mir damit nicht durch!“

Finanzamt Formulare
Schikanier-Formulare der Finanzämter (Symbolbild). Behörden pflegen normalerweise eine besondere Art von Humor. Mit einer selbst geschaffenen Sprache, dem sogenannten Amtsdeutsch, das in keinem Wörterbuch steht und das nur von Beamten gesprochen wird, und bunten Formularen, die beim Ausfüllen viel Kreativität und Mut abverlangen, necken sie die Bürger. Das alles nehmen die Bürger selbstverständlich hin. Aber nun ist eine Behörde eindeutig zu weit gegangen. Foto: Maximilian Haack / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Erna M. (96): weiß nichts von Euro-Einführung – Deutschlands letzte DM-Frau

Erna M.
Erna M. lebt mit der DM und für die DM. Foto: Luigi Brocca / Lizenz: CC BY 2.0

Keinblatt.de spürte ihn auf, den wohl letzten Menschen in Deutschland, der von der Euro-Einführung noch nichts mitbekommen hat. Der Gedanke ist schwer zu ertragen, schließlich änderte sich mit der Bargeldeinführung des Euro vor über zehn Jahren, genauer am 01.01.2002, nicht nur die Optik des Geldes, auch mussten die Leute die ersten Jahre mit einer saukomplizierten Formel den Euro-Wert in DM zurückrechnen (das heißt mit 1,95583 multiplizieren), um sich an den neuen seltsamen Preisen orientieren zu können. Da sollte man davon ausgehen, dass das nach ein paar Wochen oder Monaten jeder, aber auch wirklich jeder mitbekommen hat.

In einer Altbauwohnung in München Schwabing wohnt Erna M. (96). Wir danken dem Hausmeister für diesen wertvollen Tipp mit einem 50 Euro-Schein. Er lotst uns zu der Wohnung im Hinterhof. Mit etwas Überredungskunst und einem alten 50 DM-Schein gewährt uns die alte Dame schließlich Einlass. Schnell kommen wir mit ihr ins Gespräch. Die rüstige Rentnerin versorgt sich trotz des fast biblischen Alters noch selbst.

Ganz erstaunt reagiert Frau M., als wir sie auf die Euro-Einführung ansprechen. „Da legst di nieda!“, sagt sie. Zeitungen, Fernsehen und Radio verfolge sie nicht, da würde ohnehin nur ein „Riesen-Schmarren“ verbreitet, so Frau M., mit Bargeld komme sie auch nur begrenzt in Kontakt. Die Augen, meint Frau M., „I sig so schlecht!“ Beim Bezahlen reiche sie immer ihren Geldbeutel dem Kassenpersonal, welches das Geld entnehme, da müsse man einfach Vertrauen haben. Aber, was ist mit den Preisen? Ihr müsse doch aufgefallen sein, dass diese sich vom Nennwert stark verändert hätten. „Ja, da war mal was“, erwidert Frau M., da seien die Preise kurzzeitig mal unten gewesen. Da habe sie aber auf einen Schlag auch nur etwa halb so viel Rente bekommen, was für eine Sauerei. Da sich das aber ausgeglichen habe, habe sie nur ein paar Mal geflucht und die Sache wieder vergessen. Nach kurzer Zeit habe aber eine starke Verteuerung eingesetzt und schon bald seien wieder die alten Preise am Regal ausgezeichnet gewesen. Demzufolge könne es eine Euro-Einführung nie gegeben haben, kontert Frau M. schlagfertig, wenn da die ganzen Jahre DM-Preise gestanden hätten. „Ist das versteckte Kamera? Kurt Felix?“, will die Dame wissen.

Was sie denn wählen würde, fragen wir Frau M., es sei ja bald Bundestagswahl. „Ach, wissen Sie, diese Alternative für Deutschland“ Das klinge doch gut, so Frau M., auf den Plakaten werben die für die Deutsche Mark. „Nicht, dass sonst mal irgendjemand auf die Idee kommt, eine neue Währung mit einem einfallslosen Namen einzuführen. Oder gar eine Vereinigung mit dieser … na … DDR.“ Wir beruhigen Frau M., dort gebe es selbstverständlich noch die Ostmark.

Wir danken Frau M. für dieses Gespräch und wünschen ihr noch einen schönen Nachmittag!

Riesiger Drogenring auf dem Münchner Oktoberfest gesprengt

Kinderkarussell Wiesn
Kinderkarussell auf der Wiesn: All dies war offenbar nur Fassade und Ablenkung. Foto: digital cat / Lizenz: CC BY 2.0

Auf dem größten Volksfest der Welt, dem Münchner Oktoberfest, unter Einheimischen schlicht als Wiesn bekannt, trieb offenbar bereits seit geraumer Zeit ein Drogenring sein Unwesen.

Unter dem Deckmantel eines riesigen Familienfestes mit Kettenkarussells, Achterbahnen, Ständen mit kulinarischen Köstlichkeiten, Losbuden, Showdarbietungen und vielem mehr und unter dem Motto der Völkerverständigung mit Besuchern aus aller Welt sollen Drogendealer hochgefährliche Substanzen verabreicht haben.

Felix, 19, erinnert sich an seinen ersten Wiesnbesuch im letzten Jahr. Er sei schnell high gewesen. Erst habe bei ihm eine enthemmende Euphorie eingesetzt, die in einen Flash mit ungeheurer Glückseligkeit überging. Dann habe er mit wildfremden Damen geschunkelt und peinliche Volksschlager mitgesungen, ohne den Text zu kennen. Mit den Damen, die wie durch ein Wunder immer attraktiver wurden, habe er dann auf den Bänken getanzt und marionettenhaft in einer Endlosschleife sinnlose Anstoßrituale ausgeführt. Seine Koordinationsfähigkeit habe stark nachgelassen. „Ich konnte kaum mehr laufen, hatte aber mächtig Spaß dabei“, sagt Felix, später sei ihm dann Gott erschienen und er habe auf einmal die ganze Welt verstanden. Wie die Natur funktioniere, warum Automaten manchmal streikten und was sich hinter der Türe mit dem Schild „Zutritt verboten!“ befinde, all das sei auf einmal so unendlich klar gewesen.

Später sei er dann in einem Stadtpark aufgewacht. Ihm sei fürchterlich schlecht gewesen und er habe sich nicht mehr erinnern können, wie er in den Park gekommen war. Er habe sich stundenlang übergeben müssen. Zwei stolze Tage habe er gebraucht, um sich wieder zu erholen.

Drogenexperte Manfred Probst erklärt: Der auf der Wiesn in verschiedenen Getränken enthaltene Alkohol sei ganz klar als harte Droge zu sehen, sogar eine der gefährlichsten, mit extrem hohem Suchtpotenzial, hoher zerstörerischer und durchaus auch tödlicher Wirkung. Die Entzugserscheinungen seien oft fürchterlich. Selbst eine drastische Zunahme von Straftaten sei unter Alkohol festzustellen. „Eine hochkriminelle Substanz“, so Probst, die aber für die Dealer ein rauschendes Geschäft sei.

Die Behörden hatten trotz vielfacher Hinweise lange Zeit nichts unternommen, sondern wohlwollend zugeschaut. Offenbar waren die Verantwortlichen selbst angefixt worden und damit Teil des Systems.

Doch jetzt endlich griff die Staatsmacht durch. An zahlreichen Orten wurden Hausdurchsuchungen in mit Marmor verkleideten Villen durchgeführt, zahlreiche Wirte und Standlbesitzer verhaftet, teilte ein Polizeisprecher mit.

Telefonwerbung immer dreister: Werber geht sich selbst auf den Leim

Call Center
Traumarbeitsplatz Callcenter (Symbolbild). Foto: TruckPR / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Peter Schmidt (Name von der Redaktion geändert) ist Telefonwerber in einem großen deutschen Callcenter. So weit ist das nicht wirklich erwähnenswert. Was Schmidt aber jüngst passierte, kommt sicherlich nicht alle Tage vor. Schmidt verkauft unsinnige Zeitschriftenabonnements. Sein Auftrag ist hard selling – Abschluss um jeden Preis. „Wie die meisten Werber verwenden wir nicht nur gekaufte Adressbestände, sondern erstellen auch Telefonnummern mit dem Zufallsgenerator“, so Schmidt, „Damit wir alle kriegen.“

Als Schmidt mal wieder den Button drückte, um den nächsten Kunden abzuzocken, läutete auf einmal sein eigenes Handy. Wie sich später herausstellen sollte, war dies ein bemerkenswerter Zufall. Der Zufallsgenerator kam ausgerechnet zu Schmidts Nummer. Schmidt ging an sein Handy. Ist ja kein Problem, so ein Headset ist schon praktisch, da hat man ja beide Hände frei. Und bei seinem Modell ist auch ein Ohr frei.

Anruf von „unbekannt“ zeigt das Display. „Natürlich dürfen wir keine Rufnummernunterdrückung machen, aber was meinen Sie, wie egal das uns ist“, sagt Schmidt mit einem sarkastischen Lächeln auf den Telefonlippen.

Aber zurück zum Anruf. „Mir kam die Stimme schon irgendwie bekannt vor“, so Schmidt, „Aber Sie wissen ja, die Telefonstimme eines jeden hört sich immer anders an als in natura. Und der Name – nun ja, ein Allerweltsname, dem schenke ich doch keine Beachtung. Was meinen Sie, wie viele Namen ich jeden Tag höre? Auf jeden Fall habe ich dem Typen gleich zwei Abos verkauft. Am Anfang gab es noch Gegenwehr, aber diese weiß ich erfolgreich zu knacken. Das ist immerhin mein Be-Ruf.“ Schmidt betont das Ruf, er ist 24 Stunden am Tag auf den unseriösen Verkauf via Telefon fixiert.

Erst nach dem Anruf sei Schmidt dann so richtig bewusst geworden, dass er sich gerade selbst etwas angedreht hatte.

„Shit happens“, mein Schmidt, „Jetzt muss ich das Geschäft wieder rückgängig machen.“ Das sei ja immerhin möglich. Allerdings dürfte es nicht leicht sein. Immerhin müsse er ja nun den Widerruf bei sich selbst machen. Und er sei ja eine arrogante, unverschämte Kreatur, die auch ihre eigenen Kinder jederzeit am Telefon verkaufen würde. „Das wird sogar extrem schwer“, prophezeit Schmidt, aber eine gute Übung sei dies allemal. Immerhin gebe es bei ihnen keine erfolgreichen Widerrufe, eher drehten sie den zweifelnden Kunden noch ein paar sinnlose Lose an. „Natürlich helfen wir da ein wenig nach, je nach Anrufertyp“, erklärt Schmidt, bei der alten Oma etwa richte er noch einen ganz lieben Gruß von Günther Jauch aus, den er eben am Gang getroffen habe. Das mache Eindruck. „Ab und zu glauben uns die Leute so einen Scheiß sogar“, so Schmidt, „Das ist wirklich unglaublich. Ich müsste eigentlich nach so manchen Anrufen für die verlorene Menschheit weinen.“

Enthüllt: Steinbrück heterosexuell!

Peer Steinbrück
Nun muss sich Peer Steinbrück (ehemaliger persönlicher Referent der Bundesminister Hans Matthöfer und Volker Hauff) auch noch dieser Diskussion stellen. Foto: Klaus Mindrup / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokratie, Peer Steinbrück, ist heterosexuell. Das besagt ein umfangreiches, streng vertrauliches Dokument, das der keinblatt.de-Redaktion zugespielt wurde.

Nun mag das ja Privatsache sein, aber da die Redaktionsassistentin versehentlich den falschen Button drückte, wurde das Dokument mehr oder weniger zufällig an den Presseverteiler geschickt und somit an alle erdenklichen Zeitungen, TV- und Radiosender verteilt, darunter auch die befreundete Station „101,7 – die Hits der 80er- und 90er und das Beste von morgen“, die wir an dieser Stelle herzlich grüßen. Bei den anderen Empfängern entschuldigen wir uns für den Fauxpas.

Nun also ist es raus. Beim Einkaufen hat die Redaktion ein paar Stimmen eingesammelt: „Ist denn heute keiner mehr normal?“, meint eine Rentnerin. Ihr Begleiter wollte nur ein „Pfui!“ ausstoßen. Dann kümmerte er sich bereits wieder um den Einkaufswagen.

Eine junge Frau erwiderte, sie würde ihn natürlich trotzdem wählen, denn ihr ginge es um seine glaubwürdige Politik. Immerhin habe Steinbrück ja versprochen, die Steuern zu erhöhen, also die Stromsteuer zu senken.

Ein Mann, um die 40, schimpfte sofort los, mit dem Niveau im Wahlkampf würde es immer abwärtsgehen. Für seine Neigungen könne ja niemand was. Die Redaktion muss aber hier einwenden, eine Neigung sei ja begrifflich schon als Gefälle zu verstehen, also müsste sie ja bereits per Definition sinken.

Ein etwas jüngerer Mann verstand offenbar weder Deutsch noch Englisch, noch Türkisch, noch 普通话, sodass er nichts zu der Enthüllung sagen konnte oder wollte. Im Schnellschritt suchte er das Weite, fand es aber nicht.

Die Kassiererin ließ sich nur zu einem „Ist nicht wahr?“ hinreißen, dem sie ein „Macht 29,40 Euro Mark. Sammeln Sie die Treuepunkte? Kassenbon?“ nachschoss.

Der Hausmeister schließlich meinte: „Sie hat doch ohnehin keine Chance. Da war ja der Oskar noch besser. Der hat zumindest immer schön die Wahrheit gesagt. Auch der Honni war gut.“

Ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt – 44-Jähriger überlebt wie durch Wunder

Pillen
In die Röhre schauen (Symbolbild). Foto: Shaine Hatch / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der 44-jährige Frank Enstein aus Rosenheim wollte sich das Leben nehmen. Freunde von ihm waren stutzig geworden, als Enstein nicht mehr an sein Smartphone ging und seine nervtötenden Facebook-Statusupdates, die sich immer um die gleichen drei Themen (FC Bayern, Bayern München und die Münchner Bayern) drehten, immer seltener wurden und schließlich ganz versiegten. Den Freunden schwante Böses und sie machten sich auf den Weg zu ihm.

Als Enstein auch auf die Türklingel, lautes Klopfen sowie ein mark- und beinerschütterndes Trommeln nicht reagierte, brachen sie die Türe auf. Sie fanden ihren Freund bewusstlos am Boden liegend vor. Zu ihrem Entsetzen lag neben ihm eine leere Schachtel Tabletten, offenbar Schlaftabletten, auf dem Boden. Atmung und Puls waren zumindest noch schwach vorhanden, wie die Freunde mit Erleichterung feststellten.

Sie alarmierten sofort den Notarzt. Dieser brachte den Patienten nach einer ersten Notversorgung in das nahe gelegene städtische Waldspital. Wie durch ein Wunder überlebte Enstein den Suizidversuch ohne Folgeschäden. Wie ein Kliniksprecher mitteilte, habe Enstein eine ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt, eine Dosis, die normalerweise zum sicheren Tode führt. Was ihn gerettet habe, sei die Tatsache gewesen, dass Enstein die Röhre rein zufällig nicht geöffnet hatte, bevor er sie schluckte.

Cottbus: Bizarrer Strafzettel für Fahrzeugführer

In Cottbus fiel zwei Polizisten am Donnerstagnachmittag vergangener Woche ein Fahrzeug auf, das immer wieder an ihrer Wache vorbeifuhr. Nun verhält es sich in Deutschland keinesfalls so, dass es ausreicht, wenn der Fahrzeugführer fahrtüchtig ist, einen geeigneten Führerschein besitzt und sich das Fahrzeug in einem ordnungsgemäßen Zustand befindet. Der Fahrzeugführer muss vielmehr ein Fahrziel haben. Das scheint logisch, denn folgt der Fahrzeugführer nicht diesem Grundsatz, schadet das der Umwelt und es verursacht Lärm, durch den andere belästigt werden. Tatsächlich ist unnützes Hin- und Her- sowie Im-Kreis-Fahren in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit.

Strafzettel
Ausstellung eines Strafzettels. Abbildung anders. Foto: Klaus Nahr / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Die Polizisten beobachteten die Situation. Als das Fahrzeug in einem fast regelmäßigen Intervall mit einer Abweichung von nur wenigen Minuten bereits das fünfte Mal die Straße vor der Wache passierte, reichte es den Polizisten und sie fuhren hinter dem Fahrzeug her. Die Polizisten bemerkten dann, dass das Fahrzeug auch noch andauernd stoppte, ohne dass Lichtzeichen, Verkehrsschilder oder die Verkehrssituation dies erfordert hätten. Ständig wurde der Verkehr behindert und andere Fahrzeuge mussten das Fahrzeug überholen. Da bei fast jedem Stopp auch noch völlig unverständlicherweise Leute in das Fahrzeug einstiegen und aus diesem ausstiegen, führte dies immer wieder zu gefährlichen Situationen, da die Menschen dazu auch die Fahrbahn überqueren mussten. Zudem benutzte das Fahrzeug Fahrspuren, die mit dem Schild „Nur für Busse“ freigegeben sind. Zwar handelt es sich bei dem Fahrzeug selbst um einen Bus, aber das Schild schreibt eindeutig vor, dass die Fahrspur eben nur für mehrere Busse (Plural!) freigegeben ist. Das Fahrzeug fuhr aber alleine und nicht im Konvoi.

Schließlich wurde es den Polizisten zu bunt und sie hielten den Bus an. Sie belehrten den Fahrer und stellten ihm einen Strafzettel über 49,99 Euro wegen „unnützen Hin- und Herfahrens“ und „Verkehrsbehinderung“ aus. Von einer Strafanzeige wegen Verkehrsgefährdung wollten die Polizisten freundlicherweise noch einmal absehen. Der Busfahrer, der 40-jährige Vaclav C., zeigte sich zur großen Überraschung der Polizisten absolut uneinsichtig. Eine sofortige Bezahlung des Bußgeldes per PayPal lehnte er kategorisch ab. Schlimmer, mit ungeheurer Dreistigkeit verteidigte er sich mit den Worten, dass er doch nur seinen Job mache. Aber auch am Arbeitsplatz gelten ja schließlich die Gesetze. Es wird immer irrer in der Bürokratierepublik Deutschland.

Düsseldorf: Gekündigter Raucher Friedhelm Adolfs (75) gibt nicht auf – er hat neue Beweise

Der nach Altkanzler Helmut Schmidt (94-95) bekannteste deutsche Raucher, Friedhelm Adolfs (75) aus Düsseldorf, gibt nicht auf. Das Amtsgericht Düsseldorf hat zwar entschieden, dass die fristlose Kündigung des rauchenden Mieters rechtens sei. Der Vermieter müsse es nicht dulden, wenn der Qualm im Treppenhaus für die anderen Mieter zu einer „unzumutbaren und unerträglichen Geruchsbelästigung“ führe. Dazu komme die Gesundheitsgefährdung der übrigen Mieter.

Raucher
Der Starraucher kämpft weiter. Abbildung ähnlich. Foto: Shannon / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Doch Adolfs träumt schon von der nächsten Instanz. Diese gedenke er nämlich zu gewinnen, sagt Adolfs und zündet sich die nächste Zigarette an. Es ist bereits Nummer 5 (plus eine Zigarre) nach dem Eintreffen des Reporters vor einer knappen Stunde.

Mit seiner neuen Anwältin will Adolfs eine neue Strategie fahren. Adolfs bestreitet, ins Treppenhaus zu entlüften. Das habe er nur nach dem Tode seiner vor zwei Jahren an Krebs verstorbenen Frau (Raucherin) mal für ein paar Monate gemacht, o.k., zugegeben, das sei aber nun ja verjährt. Dann hätte er aber konsequent darauf verzichtet, selbst in den kriminell kalten Polarnächten, in denen die Leute draußen vor Kälte schrien, würde er immer schön brav sein Fenster öffnen. Adolfs führt den verdutzten Reporter zu seinem Gefrierschrank und holt ein paar grotesk verschimmelte Schneebälle hervor. Von denen habe er im letzten Winter nicht alle abgeworfen, weil irgendwann praktisch alle Leute einen riesigen Bogen um sein Fenster gemacht hätten. Da verliere man irgendwann die Lust, wenn man dann nur noch Polizisten und Tauben treffen würde.

Neue Beweise

Adolfs meint, inzwischen beweisen zu können, dass von seiner Wohnung kein Gestank ausgehe. Bisher sei nur falsch argumentiert worden. Er sei doch nicht verrückt, ins Treppenhaus zu entlüften, meint der Kultraucher, denn dort stinke es so bestialisch erbärmlich nach kaltem Rauch, dass er sich ja selbst damit schade, wenn da noch was dazukäme. Immerhin müsse er ja, obwohl er im Parterre wohne, auch ein paar Meter fünfzig da durch. „Das können Sie vergessen“, meint der schwerstabhängige Genussraucher, noch mehr von dem Zeug, dann käme er auch mit striktem Luftanhalten bis zur Bewusstlosigkeit nicht mehr gefahrlos in seine Bude.

Dass seine Türe undicht sei, weist Adolfs weit von sich. „Sehen Sie?“ demonstriert Adolfs, wenn man die Türe am Knauf etwas drücke, o.k., noch mal etwas fester, könne man sogar den Schlüssel umdrehen. Vergessen dürfe man das halt nicht, bemerkt der etwas außer Atem gekommene Hoffnungsträger. Eine neue Türe wünsche er sich aber schon mal, meint Adolfs, so richtig gutes Holz, wie es für Humidore verwendet werde, scherzt Adolfs, der auf einmal zu einem fürchterlichen Hustenkonzert ansetzt (grüner Auswurf). Hust hust hust hust hust hust hust hust hust hust hust hust hust hust würg kotz .(stark gekürzt wegen Überlänge).

Da er ja nachweislich nicht für den Gestank verantwortlich sei, könne von ihm respektive von seinem Qualm ja auch keine Gesundheitsgefahr ausgehen. Und genau dies sei ja der zweite entscheidende Punkt. Umgekehrt bedeute es, dass von ihm keine Geruchsbelästigung ausgehen könne, auch wenn man das ja schon gerade eben besprochen hätte. Aber doppelt geraucht, stirbt es sich besser. Warum man ihm dann gekündigt habe?

„Die wollen das Haus nur entmieten und dann abreißen“, meint Adolfs, „um danach mehr Miete zu kassieren.“ Oder um dann im Organhandel abzusahnen. Alles die gleichen Betrüger! Adolfs ist müde geworden. Er werde sich nun auf seinen Prozess vorbereiten. 40 Meter Nikotinpflaster müsse er sich auch noch kaufen, da man ja im Gerichtssaal nicht rauchen dürfe. Der Reporter denkt sich, am besten würde das bei Adolfs auf den Mund geklebt wirken, und zieht ab. Es war ein grauenhafter Tag.

Verwirrter Mann läuft fast nackt durch München

Im Münchner Stadtteil Schwabing wurde gestern Nachmittag ein offenbar völlig verwirrter, etwa 25-jähriger Mann gesichtet. Der fast Nackte, der nur mit einer kurzen blauen Hose und weißen Schuhen bekleidet war, fiel durch laute Atemgeräusche und starke Schweißabsonderung auf. Im Laufschritt und unter offensichtlicher enormer Kraftanstrengung bewegte er sich durch den Stadtteil. Passanten bemerkten, dass der Mann zunächst ein großes Stück die Leopoldstraße entlanglief. Da die Strecke durch eine hochfrequentierte U-Bahnlinie bedient wird, wird die Sinnlosigkeit der Aktion deutlich. Richtig bedenklich wurde es dann, als der Mann, immer noch im Eiltempo, kurze Zeit später im Englischen Garten, den berühmten Münchner Stadtpark, gesichtet wurde.

Läufer
Was soll das? Foto: Elvert Barnes / Lizenz: CC BY 2.0

Statt sich wie die anderen Besucher im Biergarten am Chinesischen Turm oder beim Picknick auf dem herrlich grünen Rasen zu erholen, begann der Mann auf einmal, in einem Abschnitt des Parks im Kreis zu rennen. Unzählige Personen wurden Zeugen des grotesken Spektakels. Mehrere Male wurde der Läufer gesehen, immer wieder an den gleichen Stellen, zu unterschiedlichen Zeiten.

Es muss davon ausgegangen werden, dass der Mann keineswegs nur orientierungslos war, da er keine Anstalten unternahm, nach dem richtigen Weg zu fragen. Vielmehr muss von einer schweren psychischen Erkrankung ausgegangen werden.

Dass der Mann aus einer psychiatrischen Klinik entflohen ist, ist jedoch eher unwahrscheinlich. keinblatt.de nahm Kontakt mit den großen Kliniken in Bayern und dem nahen Ausland auf. Symptomatisch hierbei ist die Aussage des Sprechers des Bezirkskrankenhauses Bayreuth: „Wir vermissen keinen Patienten in unserer geschlossenen psychiatrischen Abteilung. Ganz im Gegenteil, wir haben sogar Leute eingesperrt, die geistig völlig normal sind, z.B. Gustl Mollath.“

Daher der Aufruf: Wer kann Angaben zu der Person machen? Hinweise nimmt die Redaktion vertraulich entgegen.

Gefährliche Mutprobe auf zwei Rädern

In letzter Zeit sind immer wieder gefährliche Mutproben zu beobachten. Gestern legte in München ein etwa 30-jähriger Mann auf einem halsbrecherischen Gerät, das nur zwei dünne große Räder aufweist, eine Strecke von mehreren Hundert Metern zurück. Überprüfungen ergaben, dass das Gerät keinerlei Kippsicherheit besitzt. Bereits im Stand bleibt es nicht mal auf dem Boden stehen, sondern stürzt innerhalb von Sekundenbruchteilen unter riesigem blechernem Getöse um.

Nur zwei R#der
Unglaublicher Leichtsinn. Foto: DieselDemon / Lizenz: CC BY 2.0

Nur ein massiver Ständer, der extra zum Abstellen des Gefährts ausgefahren werden kann, hindert dieses am Umfallen. Die Auflagefläche auf dem Boden beträgt zudem lediglich wenige Quadratzentimeter. Das Gerät selbst besteht kaum mehr als aus ein paar dünnen Metallstangen und Drähten. Demzufolge ist es ein ungeheuerlicher Leichtsinn, sich mit einem solchen Gefährt überhaupt fortzubewegen, und ein noch viel größerer, damit sogar schnell zu fahren. Böse Verletzungen sind vorprogrammiert. Für entsprechende Klinikaufenthalte zahlt aber die Allgemeinheit. Nicht ohne Grund haben übliche Fahrzeuge eine vernünftige Anzahl an Rädern, um das Gefährt vor dem Abflug zu bewahren. Bei einem Automobil sind es in aller Regel vier, bei einem Trambahnzug sogar unzählige mehr.