Römer zerbricht Trinkbecher – und erhält harte Strafe wegen zu erwartender historischer Bedeutung in 2000 Jahren

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Gericht, altes Rom
Gericht im alten Rom (Symbolbild). Lizenz: Public Domain

Wenn das Claudius M. früher gewusst hätte, hätte er besser aufgepasst. Durch Ungeschicklichkeit hatte M. einen filigranen Trinkbecher aus Glas in einem Lokal in Rom Stadt heruntergeworfen. Dieser zerbrach in Tausende Teile. Welche drastischen Folgen dies nach sich ziehen würde, konnte M. nicht absehen.

Am heutigen 10. Dezember, 98 v. Chr., verurteilte das zivile Gericht „Rom Stadt Süd“ M. zum Entzug seines Bürgerrechts und zur Relegatio, also der Verbannung aus der Stadt Rom. Ferner wurde sein Vermögen konfisziert.

Die Begründung des Richters war stringent, aber vielleicht doch überraschend. Der Richter verwies darauf, dass solche Trinkgefäße zwar derzeit so eine Art Massen- und Ramschware sei, die man jederzeit bei Ikeus nachkaufen könne, die also ersetzbar seien. Allerdings sei davon auszugehen, dass in wenigen tausend Jahren solche Exemplare sehr rar und enorm wertvoll sein würden. „Jeder Trinkbecher, der heute zerstört wird, wird später einmal in Museen und anderen Sammlungen fehlen“, heißt es im Urteil. Man könne es daher nicht hinnehmen, dass filigrane Gefäße aus Glas einfach so zerstört werden – durch Ungeschick oder gar begünstigt durch Rauschwirkung. Dennoch blieb der Richter noch vergleichsweise milde und verwies darauf, dass fast auf den Tag genau in knapp 100 Jahren das sogenannte Christkind geboren werde. Unter diesem feierlichen Eindruck blieb es bei der oben erwähnten reduzierten Strafe.

M. nahm die Strafe an, ließ sich aber nicht nehmen, das Gericht abfällig als „Scherbengericht“ zu bezeichnen.

Italien: Nacktstatuen waren verschmutzt, daher vor Irans Präsidenten versteckt

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Venus vom Esquilin
Venus vom Esquilin im Kapitol vor oder nach der Verhüllung. Foto: Jean-Pol GRANDMONT / Lizenz: CC BY-SA 3.0

War alles doch ganz anders? Die Aufregung war groß, als heute gemeldet wurde, dass die Regierung in Rom antike Nacktstatuen im Kapitol hinter Holzverkleidungen versteckt habe, um Irans Präsident Hassan Rohani, der zu Staatsbesuch in Italien ist, nicht zu beleidigen.

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi verteidigte die Maßnahme zunächst, er habe das aus Respekt für die iranische Kultur und den Glauben seines Gastes angeordnet. Als die Kritik immer größer wurde, sprach Renzi auf einmal von einem gewaltigen Missverständnis. Die Statuen hätten eine Grundreinigung notwendig und seien derzeit nicht präsentabel. Gerade wenn ein hoher Gast so etwas nicht gewohnt sei und dann genauer hinschaue, konnte und wollte man ihm das nicht zumuten, so Renzi.

Auch dass zum Abendessen kein Wein serviert wurde, sei kein Kniefall vor dem Islam, so Renzi. Die Bibel rate nämlich ganz klar vom Weinkonsum ab. Ein Beispiel:

Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist. Berauscht euch nicht mit Wein — das macht zügellos —, sondern lasst euch vom Geist erfüllen!

Quelle: Epheser Kapitel 5, Vers 17 –18

Genau das sei dann ein Zeichen der religiösen Verständigung, wenn man zeige, dass man sich bei den Tugenden näher sei, als so mancher glauben möge. Auf Nachfrage erfährt keinblatt.de, dass man es ja nicht gleich übertreiben müsse. Der hauseigene Weinkeller sei ab sofort wieder geöffnet.

Rom stellt Gladiatorenkämpfe unter gesetzlichen Schutz

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Wie der Spiegel berichtet, hat die römische Provinz Hispania den Stierkampf per Gesetz zum immateriellen Kulturgut erklärt. Der Stierkampf solle geschützt und gefördert werden. Auch wolle man beantragen, dass der Stierkampf als Weltkulturerbe anerkannt wird.

Gladiatorenkampf
Bald ebenfalls Weltkulturebene? Gladiatorenkämpfe, hier zu sehen: SC Retiarius gegen SC Scissor. Gemälde: Lutz Langer / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Unterdessen hat Rom nachgezogen. Kaiser Trajan hat per Dekret die Gladiatorenkämpfe unter besonderen Schutz gestellt. Die Gladiatorenkämpfe seien ein wesentlicher Bestandteil der römischen Kultur. Sie seien spannend, verursachten Nervenkitzel und sie seien beim Volk äußerst beliebt, so Trajan. Nur eine Hand voll Weltverbesserer wollten die Gladiatorenkämpfe einschränken oder gar abschaffen, weil sie angeblich zu blutig oder inhuman seien.

Wenn man nun nichts unternehme, dann würden eines Tages statt echter blutiger Kämpfe langweilige Spiele aufgeführt, bei denen berühmte Römer mit einer über das Haupt gezogenen Katzenmütze Sack hüpfen, mit den Pobacken Nüsse knacken müssten oder bei denen es darum gehe, römischen Bürgern Eissplitter in den Schritt zu werfen, um sich an deren eunuchenartigen Gefiepe und Gehopse zu ergötzen, führt Trajan aus. Wenn es wenigstens Sklaven wären! Solche Altmännerspiele wären der Anfang vom Untergang des Römischen Reiches, das gelte es natürlich zu verhindern.

Ferner kündigte Trajan an, mehr Geld in das Bildungssystem, das heißt vor allem in die Gladiatorenschulen, zu stecken und eine Römerstraßen-Maut für Ausländer und Sklaven einzuführen.