Um Amokläufe zu verhindern: Bayern schafft Laufsport an Schulen ab

Laufsport
Laufsport ist Amoklaufmord. Lizenz: Public Domain

Nach dem Amoklauf des Deutsch-Iraners Ali David S. am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ), der neun Menschen und schließlich sich selbst tötete, kündigt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen an.

Neben einem massiven Ausbau der Vorratsdatenspeicherung auf 99 Jahre Speicherfrist und einer Überwachungskamerapflicht für jeden Laternenmast will Seehofer auch den Laufsport an bayerischen Schulen abschaffen.

Fettleibige tun sich mit einem Amoklauf schwer(er)

Horst Seehofer sagte: „Wir sind früher davon ausgegangen, dass unsere Jugend nicht nur vor dem Computer sitzen und Burger, Pommes und Kartoffelchips reinstopfen sollte. Sportliche Betätigung haben wir immer für erstrebenswert gehalten, entsprechend hatten wir den Sportunterricht an bayerischen Schulen ausgebaut. Doch beim Thema Amok laufen hat sich gezeigt, dass flinke, sportliche Menschen sich leichter tun, Amok zu laufen. Können Sie sich einen Fettleibigen vorstellen, der Amok läuft? Ich nicht! Und selbst wenn, dann könnte er viel schneller von der Polizei gestoppt werden. Die Aussetzung des Laufsports, gegebenenfalls weiterer Disziplinen des Schulsports, an bayerischen Schulen gehört daher zu unserem Maßnahmenpaket. Ich habe entsprechend Innenminister Joachim Herrmann, der auch für den Sport zuständig ist, und Kultusminister Ludwig Spaenle angewiesen, dass der Schulsport nach den großen Ferien entsprechend zurückgefahren wird. Gefahren, nicht gelaufen, Sie verstehen mich! Ich gehe davon aus, dass uns weitere Bundesländer folgen werden.“

Entgegen erster Pläne will Seehofer nun doch keine Computerspiele verbieten. Er werde sich entsprechend nun doch nicht bei Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für ein Verbot von Egoshootern stark machen, so Seehoger: „Wer am Computer Counter-Strike spielt und sich dabei Cola und Bier reinkippt, der kann in dieser Zeit ja höchstens virtuell Amok laufen, real geht ja schlecht. Erstens fehlt bei so einem die Fitness und zweitens kann er ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.“ – Seehofer könne sich sogar eher vorstellen, dass sich der Freistaat in Zukunft an der Entwicklung von möglichst brutalen Computerspielen beteilige.

Joachim Herrmann: Roberto Blanco kein Neger, sondern Messerwerfer

Roberto Blanco
Roberto Blanco wurde mit seinem Welthit „Ein bisschen Spaß muss sein“ berühmt. Bei Rassismus versteht der passionierte Messerwerfer allerdings keinen Spaß. Foto: Jarlhelm / Lizenz: CC BY-SA 2.5

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Talksendung „Hart aber fair“ den dunkelhäutigen Sänger Roberto Blanco als „wunderbaren Neger“ bezeichnet. Dafür bittet Herrmann nun um Verzeihung. „Roberto Blanco ist natürlich kein wunderbarer Neger, sondern ein wunderbarer Messerwerfer“, sagte Herrmann unserer Redaktion mit Verweis auf „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler. In diesem Kinderbuch wurden für die Neuauflage die rassistischen Begriffe Negerlein und Türken durch Messerwerfer und Cowboys ersetzt. Blanco hat sich noch nicht entschieden, ob er die Entschuldigung des „nicht wunderbaren Blankgesichts Herrmann“ annehmen werde.

Nach Rettung: Innenminister will Riesending-Höhle zumachen – Atomendlager geplant

Riesending Verletztentransport
Verletztentransport in der Riesending-Schachthöhle. Bald fahren hier Atommüllfässer nach unten. Foto: Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Berchtesgadener Land / Lizenz: © (Beliebige Verwendung bei Nennung des Urheberrechtsinhabers erlaubt.)

Nach der spektakulären Rettung des verunfallten Höhlenforschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Höhleneingang für immer verschließen. Herrmann befürchtet, dass Schaulustige die Höhle aufsuchen und sich in Gefahr bringen.

Herrmann hieße aber nicht Herrmann, hätte er keine schlauen Hintergedanken. Die Beschaffenheit der Höhle, ihre Größe und Tiefe eignet sich nämlich nach Herrmanns Vorstellung hervorragend als Endlager für Atommüll. Bislang waren die lästigen Höhlenforscher im Weg, was sich aber bei einer für immer verschlossenen Höhle radikal-radioaktiv ändern würde. Daher plant Herrmann, eine noch nicht genannte Zahl an Fässern mit radioaktivem Abfall zu versenken, bevor die Höhle mit einem Schwall Beton höchster Güte zu einem endgültigen Grab für das strahlende Material wird. Bayern könnte sich kostengünstig eines erheblichen Teils des Mülls seiner Atomkraftwerke entledigen. Derzeit befindet sich der radioaktive Müll in Zwischenlagern auf den Grundstücken der Atomkraftwerkanlagen.

Auch wenn die Höhle stellenweise sehr schmal ist, könnte man dennoch viele Fässer der Höhle überlassen. Eventuell müssen einige Engstellen etwas „erweitert“, das heißt mit dem Presslufthammer bearbeitet werden.

Der Atommüll ist da unten einige Jahrzehnte sicher. „Sollten in ein paar Jahrzehnten mal radioaktive Substanzen freiwerden, lebt keiner von uns Verantwortlichen mehr“, so Herrmann.