Die im Grünen Gewölbe entwendeten Juwelen wurden erfolgreich bei Bares für Rares verkauft

Grünes Gewölbe, gestohlene Gegenstände
Collage einiger der gestohlenen Juwelen aus dem Grünen Gewölbe. Quelle: Polizei Sachsen

Am 25.11.2019 wurde in aller Früh in das Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen. Dabei wurden mehrere Dutzend Schmuckstücke entwendet, deren Gesamtwert schätzungsweise bei bis zu 1 Milliarde Euro liegt. Es handelt sich dabei um den größten Kunstdiebstahl der modernen Geschichte.

Gestohlen wurden vom Diamantschmuck und den Perlen der Königinnen eine diamantbesetzte Aigrette für das Haar in Sonnenform, eine edelsteinbesetzte Aigrette für das Haar in Form einer Mondsichel, eine Kette aus 177 sächsischen Perlen und eine große Brustschleife. Aus der Diamantrosengarnitur fehlen eine Epaulette, eine Hutagraffe, ein Degen mit Scheide und ein Kleinod des Polnischen Weißen-Adler-Ordens. Bei der Brillantgarnitur gelten ein Schmuckstück in Palmettenform und ein Bruststern des Polnischen Weißen-Adler-Ordens als vermisst.

Bislang war der Wert der Exponate nicht genau bekannt – dank Expertenmeinung der Bares-für-Rares-Experten kennt man ihn nun

Doch wie unsere Recherchen ergaben, sind bereits fast alle Gegenstände wieder aufgetaucht. Sie wurden in der ZDF-Trödel- und Kunstshow „Bares für Rares“ verkauft, die täglich ausgestrahlt wird. Als Verkäufer traten Schauspieler auf, die ersten Erkenntnissen direkt aus dem Täterumfeld stammen.

Den Bares-für-Rares-Experten war nicht bewusst, welche besonderen Gegenstände angeboten wurden. Bares-für-Rares-Moderator Horst Lichter gibt sich kritisch: „Wir haben einfach nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet bei uns Schmuckstücke angeboten werden. Stellen Sie sich vor, echter Schmuck – bei uns … Wir sind sonst ja froh, wenn wir besseren Trödel präsentieren können …“

Bislang wurde bekannt, dass einige Schmuckstücke weit unter Wert verkauft wurden. Dennoch soll es für die Täter ein äußerst lohnenswertes Geschäft gewesen sein. Die bereits aufgezeichneten Folgen sind nun von der Kripo Sachsen beschlagnahmt worden. Mit den Aufzeichnungen will die Kripo Erkenntnisse zu den Tätern gewinnen. Die Bares-für-Rares-Moderator-Händler und -Mitarbeiter wurden und werden von der Polizei verhört. Ob sie der Hehlerei angeklagt werden, wird noch geprüft.

Das ZDF will nun trotz des Imageschadens auf den Sendeplätzen ältere Bares-für-Rares-Folgen wiederholen.

Horst Lichter
Bares-für-Rares-Moderator Horst Lichter: „Wir konnten nicht damit rechnen, dass bei uns echter Schmuck landet! Sonst hätten wir sofort Polizei und Presse informiert!“ – Foto: www.sommer-in-hamburg.de, derivative work Lämpel / Lizenz: CC BY 2.0

Um späteren Kult zu verhindern: Behörden lassen Frauke Petrys Geburtshaus abreißen

Altes Haus
Bald kommt die Abrissbirne. Foto: André Natta / Lizenz: CC BY 2.0

Die Stadt Dresden hat angekündigt, das Geburtshaus der AfD-Politikerin Frauke Petry noch dieses Jahr abreißen zu lassen. Das Haus befindet sich ohnehin im Besitz der Stadt. Als Begründung wird angegeben, dass ein etwaiger späterer Kult von vornherein ausgeschlossen werden solle. Verwiesen wird auf einen vergleichbaren Fall in Österreich, ohne nähere Umstände zu erwähnen.

Zur Rettung des christlichen Abendlandes – Pegida weicht auf den Tag des Herrn aus

Pegida
„Pegida“-Logo Lizenz: gemein(frei)

Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) zieht die Montagsdmo in Dresden auf den Sonntag vor. Damit geht Pegida auf eine Forderung von Jens Spahn (CDU) in der Talkshow „Günther Jauch“ ein. Spahn hatte gefordert, wenn Pegida etwas zur Rettung des christlichen Abendlandes tun wolle, sollten sie nicht montags demonstrieren, sondern sonntags den Gottesdienst besuchen. Ein Pegida-Sprecher sagte, man mache nun einen Kompromiss. Man weiche auf den Sonntag aus, gehe allerdings nicht in die Kirche, schon einmal deshalb nicht, da diese ihnen immer das Licht ausknipsen würde. Statt eines „Spaziergangs“ soll eine Kundgebung auf dem Dresdner Theaterplatz um 14.30 Uhr abgehalten werden.

Jeder zweite Anhänger kann „Pegidia“ nicht richtig buchstabieren

Pegidia-Demo in Dresden
Pegidia-Demo in Dresden am 12. Januar 2015. Wer sind ihre Anhänger? Foto: Kalispera Dell / Lizenz: CC BY 3.0

Bislang wusste man nicht viel über diejenigen, die auf Pegidia-Demonstrationen gehen. Die Universität Gelsenkirchen hat sich nun in einer großangelegten Studie dem Phänomen Pegida angenommen.

Im Ergebnis der Studie kommt heraus, dass Pergida-Demonstranten in puncto Schullaufbahn eine mittlere Einbildung haben. Allerdings können 51 % den Namen ihrer Bewegung nicht richtig buchstabieren, die Auflösung des Akronyms („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) gelang nur noch 29 % der Befragten, die sich zur Bewegung bekennen. 78 % wussten nicht, was überhaupt ein Akronym ist.

Der durchschnittliche Pegida-Anhänger hat 1,44 Perserteppiche (von Kindern handgeknüpft, weil es einfach preiswerter ist), isst vorzugsweise blutiges Fleisch, trägt die Haare offen, besucht im Mittel nur 0,2-mal im Jahr ein türkisches Bad und verfügt im Schweigemarschmodus lediglich über einen Wortschatz von einem einzigen Wort („Lügenpresse“).

Die technische Ausstattung der Anhänger ist als gut zu bewerten. Seitdem die Beleuchtung in Städten immer öfter auffällt, ist der Anteil an Pegida-Anhängern, die mindestens über eine Stirnlampe und ein Nachtsichtgerät verfügen, auf 91 % angestiegen. 70 % der Pegida-Anhänger stehen erst am Abend auf, um dem Namen ihrer Bewegung gerecht zu werden.

Bei den Vorbildern steht nach dem schrecklichen Attentat in Paris auf das Satiremagazin Charlie Hebdo die Solidarität in Vordergrund: 75 % der Anhänger geben an, dass Charlie Chaplin der sympathischste Franzose sei.