EU erklärt Austritt aus Walfängerschutzkommission und wird wieder Walfänger jagen – aber nur zu Forschungszwecken

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Schwertwal in der Arktis
Schwertwal in der Arktis. Lizenz: Public Domain

Erst hat Japan eine Änderung der Waldfangpolitik verkündet, nun nimmt sich auch die EU des Themas an. Der EU-Kommissar für Natur und Artenschutz, Willy Freeman, sagte heute, die EU erkläre ihren sofortigen Austritt aus der Walfängerschutzkommission und werde nun wieder Walfänger jagen. Aber vorerst ausdrücklich nur zu Forschungszwecken, bekräftigte Freeman.

Dabei seien auch die Marinen der jeweiligen Mitgliedsländer eingeladen, sie könnten an den Walfängern das Zielen üben. Die österreichische Marine hat bereits Interesse angemeldet. Der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der momentan derzeit freie Kapazitäten hat, möchte sich im Rahmen der geplanten Aktionen selbst als Flugzeugträger zur Verfügung stellen.

Die Walgemeinschaft selbst hat zur Freude des Tages angekündigt, die Europahymne zu singen. Ein Walsprecher sagte, man sei der EU dankbar, dass sie beim Rammen der Walfängerschiffe helfe. Man fordere aber auch Unterstützung für zwei chinesische weibliche Wale (eine war einmal internationale Miss Wal), die derzeit vor Gericht stünden, weil sie ein Boot zum Kentern gebracht haben sollen. Erst gestern hatten die beiden Wale ihren Schwur abgelegt „Die Walheit und nichts als die Walheit.“

Die neue EU-Verordnung tritt am 14. Februar, dem internationalen Walentinstag, in Kraft.

Nach Verbot: Japans Walfang geht weiter

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Wal
Gestrandeter Wal in New York. Versuche, ihn ins Meer zurückzuschieben, scheiterten kläglich. Foto: Lucas Berrini / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat entschieden, dass Japan seinen Walfang in der Antarktis beenden muss. Denn die Tötung von Walen mit der anschließenden Verarbeitung zu Gourmet-Dosenfleisch diene nicht der Wissenschaft, so das Gericht.

Die keinblatt.de-Redaktion trifft sich mit dem japanischen Botschafter Takai Kawasaki neben dem Gerichtsgebäude im berühmten Café Haag. Zu dem Erstaunen der Redaktion kündigt der Botschafter an, den Walfang keinesfalls einzustellen.

„Wir machen weiter“, so Kawasaki. Vielmehr müssten sich so manche andere, gerade in Europa, erst einmal an die eigene Nase fassen, so der Botschafter. Japan betreibe keine Massentierhaltung, verabreiche den Walen keine Antibiotika, verzichte auf jegliche Mästung und transportiere keine lebenden Tiere quer durch den gesamten Kontinent zu perversen Schlachtfabriken. Auch den Vorwurf der Ausrottung weist Kawasaki entschieden zurück. Dies treffe schon einmal deswegen nicht zu, da die Tötung des letzten Wales in etwa so unwirtschaftlich sei wie die Förderung des letzten Liters Erdöl.