Nach letzter Beckmann-Sendung – Elektromärkte verzeichnen TV-Geräte-Absatzboom

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Reinhold Beckmann
Aus und vorbei! Reinhold Beckmann talkt nicht mehr. Foto: Stephan Röhl / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Reinhold Beckmann verabschiedete sich gestern als Talkmaster von seinen Zuschauern. Die ARD-Sendung mit dem kreativen Namen „Beckmann“ wird eingestellt, die gestrige Sendung war die letzte.

Damit der Abschied nicht ganz so schwerfällt, sendete die ARD in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:20 noch eine Sondersendung mit dem Besten aus 15 Jahren Beckmann. Die vorgesehene Sendezeit konnte aber nicht ganz gefüllt werden, sodass der Programmcomputer noch einen zusätzlichen Trailer für den Musikantenstadl (Samstag, 20:15 im Ersten) einfügen musste, damit die Nachtausgabe der Tagesschau nicht verfrüht, sondern wie vorgesehen um 0:21 starten konnte.

Die Elektromärkte erleben indes einen regelrechten Boom beim TV-Geräteverkauf. Mehrere große Märkte bestätigten eine Steigerung bis Freitagmittag um bis zu 80 Prozent. Auch in den Onlineshops gingen kurz nach Ende der Sendung auffällig viele Fernsehgeräte-Bestellungen ein. Ein Verbandssprecher sagte unserer Redaktion, dass er hier einen Zusammenhang sehe. Zwar müssten neue Inhalte erst entwickelt werden, aber offenbar seien die Zuschauer der Meinung, dass es jetzt nur noch besser werden könne.

Neuer EU-Streich: TV-Geräte müssen sich abschalten, wenn man nicht hinsieht

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Fernsehgerät
In Zukunft ist Hinschauen angesagt, sonst wird der Schirm dunkel! Foto: Das Bundesarchiv / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Ab 2017 müssen laut einer EU-Richtlinie Kaffeemaschinen mit einer Abschaltautomatik versehen werden. Dabei muss die Abschaltung bei Filterkaffeemaschinen mit Isolierkanne nach fünf Minuten, bei Maschinen ohne Isolierkanne nach 40 Minuten erfolgen. Auch Kapsel- und Kaffeevollautomaten werden reguliert. Das Heizelement muss 30 Minuten nach dem letzten Brühvorgang abgeschaltet werden. Koffeinjunkies, die mindestens jede halbe Stunde ihre Droge zuführen, blieben damit verschont, sie müssen in Zukunft nicht länger auf ihren nächsten Kick warten.

Nun aber plant EU bereits das nächste Watt-Abrüsten. Viele kennen die Smart Stay-Funktion ihres Handys oder Tablets. Hierbei filmt die eingebaute Kamera die Augen des Benutzers ab. Solange man auf das Display schaut, schaltet sich dieses nicht ab. Damit entfällt das lästige Antippen des Bildschirms, weil man mal wieder zu lange zwar auf das Display geschaut, aber keine Benutzerreaktion gezeigt hat und sich das Gerät daher abgeschaltet hat, um Akkukapazität zu sparen.

Diese Funktion wird bei neuen TV-Geräten und auch bei Computerbildschirmen ab 2018 verpflichtend werden. Viele lassen ihr Fernsehgerät stundenlang laufen, ohne das Programm wirklich zu verfolgen. In Zukunft müssen sich die Geräte spätestens fünf Minuten nach dem letzten Hinsehen abschalten. Das soll dem dem Umwelt- und Klimaschutz dienen. Die eingesparten Stromkosten werden voraussichtlich bei rund 20 Euro im Jahr pro Haushalt liegen.

Die Fernsehsender haben sich bereits begeistert gezeigt, da sie damit rechnen, dass die TV-Zuschauer in Zukunft wieder verstärkt die Programme und auch die existenzsichernde Werbung verfolgen werden.

Die EU hat noch weitere Pläne, die aber noch Zukunftsmusik sind. Ventilatoren sollen dabei erst bei Raumtemperaturen oberhalb von 26 Grad Celsius anspringen. Ferner sollen sich Sauerstoffgeräte automatisch zehn Minuten nach dem letzten Atemzug abschalten.