{"id":431,"date":"2013-12-17T23:14:47","date_gmt":"2013-12-17T22:14:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/?p=431"},"modified":"2020-02-05T23:19:23","modified_gmt":"2020-02-05T22:19:23","slug":"studie-homoeopathie-funktioniert-wirkung-homoeopathisch-hoeher-als-placebo-effekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/studie-homoeopathie-funktioniert-wirkung-homoeopathisch-hoeher-als-placebo-effekt\/","title":{"rendered":"Studie: Hom\u00f6opathie funktioniert \u2013 Wirkung hom\u00f6opathisch h\u00f6her als Placebo-Effekt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_432\" aria-describedby=\"caption-attachment-432\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/450px-Hahnemann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-432\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/450px-Hahnemann-225x300.jpg\" alt=\"Samuel Hahnemann\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/450px-Hahnemann-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/450px-Hahnemann.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-432\" class=\"wp-caption-text\">Samuel Hahnemann: Genie oder genial daneben mit seiner Medizin vom geistartigen Wesen? Bild: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Hahnemann.jpg\" target=\"_blank\">Alexbrn<\/a> \/ Lizenz: Public Domain<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kaum ein medizinisches Gebiet ist so umstritten wie die Hom\u00f6opathie. W\u00e4hrend die gew\u00f6hnliche Medizin, die in diesem Zusammenhang auch als <em>Allopathie<\/em> bezeichnet wird, auf Gegenmittel setzt, behandelt die Hom\u00f6opathie \u00c4hnliches mit \u00c4hnlichem. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt w\u00fcrde man bei Symptomen, wie sie nach dem Biss einer Giftschlange auftreten, mit Schlangengift oder einem \u00e4hnlichen Gift behandelt werden. Das klingt gef\u00e4hrlich und unlogisch und ist es auch, zumindest wenn man solche Substanzen unverd\u00fcnnt gibt. Wegen der Giftigkeit vieler der Stoffe verd\u00fcnnte sie Samuel Hahnemann, der Begr\u00fcnder der Hom\u00f6opathie, indem er sie mit Wasser oder Ethanol versch\u00fcttelte oder mit Milchzucker verrieb. Sp\u00e4ter verd\u00fcnnte Hahnemann noch erheblich st\u00e4rker (Hochpotenzen). Auf den Einwand, bei einer solch starken Verd\u00fcnnung sei im Medikament nicht mal mehr ein einziges Molek\u00fcl Wirkstoff enthalten, wird meist entgegnet, Wasser habe ein Ged\u00e4chtnis, sodass die Struktur des Wirkstoffes immer noch vorhanden sei. Wissenschaftlich gesehen gibt es aber allenfalls sehr schwache Hinweise, die diese k\u00fchne Theorie vom Wasserged\u00e4chtnis st\u00fctzen. Doch selbst wenn es dieses Ged\u00e4chtnis g\u00e4be, w\u00e4re es dennoch unklar, warum diese\u00a0 dort verankerte Struktur eine heilende Wirkung haben sollte.<\/p>\n<p>Hahnemann selbst glaubte, dass durch die Potenzierung eine &#8222;im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft&#8220; wirksam werde. Die Verwendung von Hochpotenzen erkl\u00e4rte der gro\u00dfe Meister noch abenteuerlicher und nahm an, dass sich hier &#8222;die Materie [\u2026] roher Arznei-Substanzen [\u2026] zuletzt g\u00e4nzlich in ihr individuelles geistartiges Wesen aufl\u00f6se&#8220;.<\/p>\n<figure id=\"attachment_433\" aria-describedby=\"caption-attachment-433\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3758828378_3f61360d1b_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-433\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3758828378_3f61360d1b_b-300x199.jpg\" alt=\"Hom\u00f6opathisches Medikament\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3758828378_3f61360d1b_b-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3758828378_3f61360d1b_b-624x414.jpg 624w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/3758828378_3f61360d1b_b.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-433\" class=\"wp-caption-text\">Hom\u00f6opathisches Medikament auf Basis einer Giftpflanze. Foto: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/hippie\/3758828378\/\" target=\"_blank\">Philippa Willitts<\/a> \/ Lizenz: <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Trotz dieser Begr\u00fcndungen aus der wahnsinnigen Welt der Phantasie k\u00f6nnte es ja sein, dass der Hom\u00f6opathie ein bislang nicht verstandenes Funktionsprinzip innewohnt, das Hahnemann zuf\u00e4llig entdeckt hat.<\/p>\n<p>Doch in seri\u00f6sen Studien gelang es bislang nicht, der Hom\u00f6opathie eine Wirksamkeit nachzuweisen, die oberhalb des Placebo-Effekts l\u00e4ge. Man k\u00f6nnte es so zusammenfassen: Die geballte Kraft, die im Glauben von Arzt, Apotheker und Patient innewohnt, kurbelt die Selbstheilungskr\u00e4fte des K\u00f6rpers an. Mit dem Medikament selbst h\u00e4tte das nichts zu tun.<\/p>\n<p>Dennoch schw\u00f6ren viele auf die hom\u00f6opathischen Zuckerk\u00fcgelchen. Kritiker der Hom\u00f6opathie geben in deutschen Talkshows (Maischberger) schon mal eine Vorf\u00fchrung und verputzen ein ganzes Glas Globuli in einem Rutsch. Statt der von Hom\u00f6opathen prognostizierten gef\u00e4hrlichen Wirkung einer \u00dcberdosierung passiert nat\u00fcrlich nichts, denn es wurden schlie\u00dflich nur Zucker verspeist (&#8222;Auch zu viel von nichts bleibt nichts&#8220;).<\/p>\n<h3>Die Studie<\/h3>\n<p>In einer gro\u00df angelegten Studie an der Universit\u00e4t Gelsenkirchen, die n\u00e4chstes Jahr publiziert werden soll, konnte nun aber erstmals nachgewiesen werden, dass Hom\u00f6opathie an sich funktioniert. Mit Jubelschreien sollten sich die Anh\u00e4nger der Hom\u00f6opathie aber noch zur\u00fcckhalten.<\/p>\n<p>Professor Dr. Stroboli und sein Team gaben heute unter streng ausgew\u00e4hlten Journalisten die Ergebnisse bekannt. Die Untersuchungen h\u00e4tten ergeben, dass die Wirkung von Hom\u00f6opathie st\u00e4rker als der Placebo-Effekt sei. Allerdings lediglich minimal. Die Ironie dabei sei, dass der Effekt ausgerechnet hom\u00f6opathisch oberhalb des Placebo-Effektes liege, wobei der Ausdruck <em>hom\u00f6opathisch<\/em> hier im strengsten wissenschaftlichen Sinn zu verstehen sei, so Stroboli. Oft werde n\u00e4mlich der Begriff <em>hom\u00f6opathisch <\/em>im Alltagsgebrauch falsch verwendet. Wenn etwa die Tabaksteuer einen halben Cent pro Zigarette steige, wird das schnell als &#8222;hom\u00f6opathische&#8220; Erh\u00f6hung verkauft, obgleich die Erh\u00f6hung ja hier immerhin bei einigen Prozent liege, f\u00fchrt Strobili aus. Nein, mit hom\u00f6opathischer Wirkung seien hier \u00fcbliche Potenzen von C12 oder h\u00f6her gemeint. Bereits C12 sei das Verh\u00e4ltnis zwischen einem Wassertropfen und dem ganzen Atlantik. In Zahlen 1:10<sup>24<\/sup>. In Prozent ein Rauschen oberhalb von null. Aber eben nicht null.<\/p>\n<p>&#8222;Die Wirkung liegt so unerh\u00f6rt schwach \u00fcber dem Placebo-Effekt, dass Sie gleich normalen Zucker schlucken k\u00f6nnen&#8220;, so Stroboli.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vg\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/f7139871c6284aa5917dbec212415288\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein medizinisches Gebiet ist so umstritten wie die Hom\u00f6opathie. W\u00e4hrend die gew\u00f6hnliche Medizin, die in diesem Zusammenhang auch als Allopathie bezeichnet wird, auf Gegenmittel setzt, behandelt die Hom\u00f6opathie \u00c4hnliches mit \u00c4hnlichem. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt w\u00fcrde man bei Symptomen, wie sie nach dem Biss einer Giftschlange auftreten, mit Schlangengift oder einem \u00e4hnlichen Gift behandelt werden. 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