{"id":218,"date":"2013-09-17T12:06:45","date_gmt":"2013-09-17T10:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/?p=218"},"modified":"2020-03-06T00:48:00","modified_gmt":"2020-03-05T23:48:00","slug":"unlautere-fdp-zweitstimmenkampagne-erst-und-zweitstimme-erhalten-neue-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/unlautere-fdp-zweitstimmenkampagne-erst-und-zweitstimme-erhalten-neue-namen\/","title":{"rendered":"Unlautere FDP-Zweitstimmenkampagne: Erst- und Zweitstimme erhalten neue Namen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_219\" aria-describedby=\"caption-attachment-219\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9737731840_126a3f1db4_b1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-219\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9737731840_126a3f1db4_b1-300x190.jpg\" alt=\"Rainer Br\u00fcderle\" width=\"300\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9737731840_126a3f1db4_b1-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9737731840_126a3f1db4_b1-624x396.jpg 624w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9737731840_126a3f1db4_b1.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-219\" class=\"wp-caption-text\">Rainer Br\u00fcderle. &#8222;Wer Merkel haben will, w\u00e4hlt FDP&#8220;. Sehr logisch, Herr Br\u00fcderle! Foto: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/95213174@N08\/9737731840\/\" target=\"_blank\">Blu News<\/a> \/ Lizenz: <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-SA 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die FDP k\u00e4mpft ums politische \u00dcberleben. Zum gef\u00fchlten 20. Mal setzt die FDP eine Zweitstimmenkampagne in Gang, auf die wieder viele W\u00e4hler in dem Glauben, nur die vermeintlich unwichtigere Stimme der untergehenden Partei zu geben, reinfallen werden. Denn die Zweitstimme ist die einzig entscheidende Stimme, nur sie bestimmt \u00fcber die St\u00e4rke der einzelnen Parteien im Bundestag.<\/p>\n<p>Schon lange fordern Politologen eine Umbenennung der beiden Stimmen, um diese Konfusion abzustellen. Der bekannte deutsche Politikwissenschaftler Willibald Dreifu\u00df hat hier die beiden neuen Begriffe <em>Kandidatenstimme<\/em> als Ersatz f\u00fcr <em>Erststimme<\/em> und <em>Parteienstimme<\/em> als neuen Namen f\u00fcr <em>Zweitstimme <\/em>ins Spiel gebracht. Die Politikjournalistin Trauthild Vierth pl\u00e4diert dagegen f\u00fcr eine simple begriffliche Vertauschung von <em>Erststimme<\/em> und <em>Zweitstimme<\/em>, auch wenn sie bef\u00fcrchtet, dass die Verwirrung damit m\u00f6glicherweise eher zunehmen k\u00f6nnte. Aber logischer sei dies allemal, meint sie. In der FDP stie\u00dfen indes solche \u00dcberlegungen in der Vergangenheit auf wenig Gegenliebe. Dort bef\u00fcrchtete man offenbar, dass ein neuer Name der FDP den Todessto\u00df versetzen k\u00f6nnte, so ein Vertrauter aus dem inneren Parteizirkel der Liberalen, der nicht genannt werden will. Offiziell sagte man zwar, solche \u00dcberlegungen w\u00fcrden die W\u00e4hler verunsichern, schlie\u00dflich seien \u00c4nderungen wie der Euro schon genug an Zumutung f\u00fcr den B\u00fcrger.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nnte eine ehrlichere Benennung wenig informierte W\u00e4hler dazu verleiten, ihr Kreuz bei Parteien zu machen, die sie tats\u00e4chlich einigerma\u00dfen vertreten w\u00fcrden, und nicht bei der FDP. Das k\u00f6nne man nat\u00fcrlich nicht zulassen.<\/p>\n<h3>Neue Namen: &#8222;Kandidatenstimme&#8220; und &#8222;FDP-Stimme&#8220;<\/h3>\n<p>Nach langer Diskussion, heftigen Streitereien und unz\u00e4hligen R\u00fccktrittdrohungen ranghoher Parteifunktion\u00e4re habe man sich nun darauf geeinigt, die Erststimme ab 2017 tats\u00e4chlich in <em>Kandidatenstimme<\/em> umzubenennen, so der Vertraute. Bei der Zweitstimme gebe es einen Kompromiss. Diese laute nun <em>FDP-Stimme<\/em>. Dieser Name decke die Wirklichkeit am besten ab, schlie\u00dflich seien die Bundestagswahlen in langer Tradition auf engste Weise mit der FDP-Zweitstimmenkampagne verbunden. Die sei eine Ehrlichkeit, mit der man leben k\u00f6nne, so der FDP-Vertraute. Nicht durchsetzen konnte sich die FDP jedoch mit ihrem Vorschlag, die Felder in der bisherigen Zweitstimmenspalte auf ein Feld, also die FDP, zu reduzieren. Eigentlich w\u00e4re dies ja logisch, diene doch die FDP-Stimme bereits dem Namen nach dazu, der FDP ihre Stimme zu geben. Weitere Felder mit andere Parteien irritierten da nur, so der Vertraute. Dieser Auffassung schlie\u00dft sich der Politikbeobachter Manfred Kohler aber nur teilweise an. Er habe Bef\u00fcrchtungen, dass bei einer solchen Reduzierung die Pluralit\u00e4t im Parlament verloren gehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die neuen Namen sollen kurz nach der Bundestagswahl offiziell bekannt gegeben werden.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vg\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/f91649f2bd994810a07e3d801a047651\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FDP k\u00e4mpft ums politische \u00dcberleben. Zum gef\u00fchlten 20. Mal setzt die FDP eine Zweitstimmenkampagne in Gang, auf die wieder viele W\u00e4hler in dem Glauben, nur die vermeintlich unwichtigere Stimme der untergehenden Partei zu geben, reinfallen werden. 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