{"id":191,"date":"2013-09-12T16:08:31","date_gmt":"2013-09-12T14:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/?p=191"},"modified":"2015-06-16T01:23:22","modified_gmt":"2015-06-15T23:23:22","slug":"studie-bestreitet-nutzen-von-studien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/studie-bestreitet-nutzen-von-studien\/","title":{"rendered":"Studie bestreitet Nutzen von Studien"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_208\" aria-describedby=\"caption-attachment-208\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/4780523309_17a3b4b86e_o1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-208\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/4780523309_17a3b4b86e_o1-300x202.jpg\" alt=\"Tafel\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/4780523309_17a3b4b86e_o1-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/4780523309_17a3b4b86e_o1.jpg 580w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-208\" class=\"wp-caption-text\">Laut einer Studie werden auf Blackboards mehr Fehler in Formeln gemacht als auf Whiteboards. Der Auftraggeber der Studie ist in der Whiteboardbranche t\u00e4tig. Foto: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/caseorganic\/4780523309\/\" target=\"_blank\">Amber Case<\/a> \/ Lizenz: <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Studien genie\u00dfen sicherlich nicht den besten Ruf. Dennoch werden sie vielf\u00e4ltig eingesetzt und spielen auch z.B. bei politischen Entscheidungen eine betr\u00e4chtliche Rolle. Ob die schlechte \u00f6ffentliche Meinung berechtigt ist, wurde nun umfassend untersucht.<\/p>\n<p>Dr. Roloff, Professor f\u00fcr Statistik an der Universit\u00e4t Gelsenkirchen, hat mit seinem Team im Rahmen einer gro\u00df angelegten Studie einige Hundert Studien aus verschiedensten Bereichen \u2013 etwa aus Medizin, Ern\u00e4hrungswissenschaften, Soziologie und Volkswirtschaft \u2013 unter die Lupe genommen. Dabei \u00fcberpr\u00fcfte sein Team selbst Studien, bezog aber auch bestehende Aufs\u00e4tze ein, die sich mit der Qualit\u00e4t einzelner Studien bzw. Arten von Studien besch\u00e4ftigen. Auch diese Aufs\u00e4tze wurden auf Stringenz evaluiert. Nur so sei es m\u00f6glich gewesen, ein umfassendes Bild \u00fcber die Studieng\u00fcte zu erlangen, so Roloff.<\/p>\n<p>&#8222;Das Ergebnis ist ersch\u00fctternd&#8220;, sagt Roloff, &#8222;Unsere schlimmsten Bef\u00fcrchtungen wurden noch \u00fcbertroffen.&#8220; 66,6 % der Studien h\u00e4tten so viele handwerkliche Fehler, dass sie faktisch unbrauchbar seien. Viele seien sogar vors\u00e4tzlich in eine vorgegebene Richtung gelenkt oder zumindest durch die Erwartungshaltung des Auftraggebers merklich beeinflusst worden. Solche Studien seien nicht wissenschaftlich und n\u00fctzten nur den Auftraggebern, aber nicht der Menschheit. Ein weiterer Teil der Studien wiesen zumindest so viele M\u00e4ngel auf, dass man erheblich an ihrer Brauchbarkeit zweifeln m\u00fcsse.<\/p>\n<p>In puncto Kollektivgr\u00f6\u00dfe, Signifikanz und Randomisierung w\u00fcrden immer wieder unverzeihliche Fehler gemacht. So w\u00fcrden oft zu kleine Kollektive betrachtet. Roloff berichtet von einer Studie aus der Sportmedizin, in der ein positiver Einfluss von Rotwein auf die Kondition von Probanden nachgewiesen worden sei. Dabei seien nur 150 Probanden einbezogen worden. Bei sp\u00e4teren Untersuchungen mit gr\u00f6\u00dferen Kollektiven habe sich das Ergebnis stets ins Gegenteil verkehrt.<\/p>\n<p>Auch w\u00fcrde die Signifikanz oft falsch eingesch\u00e4tzt. Dabei w\u00fcrden bereits kleinere Abweichungen als Ergebnisse verkauft, obwohl bei so geringer Relevanz die Effekte im normalen Schwankungsbereich l\u00e4gen.<\/p>\n<p>Ferner w\u00fcrden immer wieder Korrelationen aufgezeigt, wo tats\u00e4chlich keine seien, da sich die Kontrollgruppen nicht nur in einem Merkmal unterscheiden w\u00fcrden, das Gegenstand der Untersuchung sei, sondern noch in entscheidenden weiteren.<\/p>\n<p>Nirgends finden sich so viele Fehler, wie sie in Studien vorkommen k\u00f6nnten, wie ausgerechnet in Studien, f\u00fchrt der Professor aus. Die Studie soll noch dieses Jahr publiziert werden.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vg\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/337a9bc0e3ae4001b03dc6f9f307b0b7\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studien genie\u00dfen sicherlich nicht den besten Ruf. 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