{"id":1846,"date":"2016-01-05T23:53:56","date_gmt":"2016-01-05T22:53:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/?p=1846"},"modified":"2016-01-05T23:53:56","modified_gmt":"2016-01-05T22:53:56","slug":"kampf-gegen-erdbeben-forscher-pumpen-riesige-mengen-gleitcreme-in-die-erdkruste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/kampf-gegen-erdbeben-forscher-pumpen-riesige-mengen-gleitcreme-in-die-erdkruste\/","title":{"rendered":"Kampf gegen Erdbeben: Forscher pumpen riesige Mengen Gleitcreme in die Erdkruste"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1857\" aria-describedby=\"caption-attachment-1857\" style=\"width: 201px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/402px-San-Andreas-Spalte.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1857\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1857\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/402px-San-Andreas-Spalte-201x300.jpg\" alt=\"San-Andreas-Verwerfung\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/402px-San-Andreas-Spalte-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/402px-San-Andreas-Spalte.jpg 402w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1857\" class=\"wp-caption-text\">Bild 1: San-Andreas-Verwerfung. Hier reiben die Kontinentalplatten aneinander. Foto: US NOAA. Lizenz: Public Domain<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erdbeben kosten jedes Jahr unz\u00e4hligen Menschen das Leben und richten riesige Sch\u00e4den an. Lange Zeit legte man den Fokus darauf, H\u00e4user in erdbebengef\u00e4hrdeten Gebieten stabiler zu bauen. Doch hundertprozentig erdbebensichere H\u00e4user kann es nicht geben. Seit geraumer Zeit arbeiten Forscher jedoch auch daran, das \u00dcbel an der Wurzel zu packen, indem Erdbeben verhindert oder zumindest drastisch abgeschw\u00e4cht werden.<\/p>\n<p>Hierbei wurden nun erste Fortschritte erzielt. Dabei sollen die Kontinentalplatten mehr Bewegungsfreiheit erhalten, sodass ein geschmeidiges Gleiten erzielt wird. Erdbeben entstehen, wenn die Platten sich verhaken und dann die Kontinentalplatten eine gro\u00dfe Spannung aufbauen, die dann ruck- und schlagartig abgebaut wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissenschaft.de\/home\/-\/journal_content\/56\/12054\/1123078\/\" target=\"_blank\">Bereits 2004 fanden Wissenschaftler heraus, dass quarzreiche Gesteine in den tektonischen Platten einen eigenen Schmierstoff produzieren, der den Reibungswiderstand der Platten reduziert: Kieselgel<\/a>. Der Schmierstoff vermindert das Ruckeln.<\/p>\n<p>Das Vorhaben besteht nun darin, in erdbebengef\u00e4hrdeten Gebieten, an denen der Quarzgehalt des Untergrundgesteins gering ist, mittels eines k\u00fcnstlichen Schmierstoffes nachzuhelfen, der an den Plattengrenzen in die Erdkruste gespritzt wird. Bei Tests mit miniaturisierten Modellen wurden verschiedenen Stoffe ausprobiert. Dabei erwies sich Gleitcreme am besten geeignet.<\/p>\n<h3>69.000 Hektoliter Gleitcreme in die Erdkruste gespritzt<\/h3>\n<figure id=\"attachment_1858\" aria-describedby=\"caption-attachment-1858\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Rig_wind_river.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1858\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1858\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Rig_wind_river-300x286.jpg\" alt=\"Bohrturm\" width=\"300\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Rig_wind_river-300x286.jpg 300w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Rig_wind_river.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1858\" class=\"wp-caption-text\">Bild 2: Mit gro\u00dfem Druck wird das Gleitmittel in den Untergrund getrieben. Foto: The Pinedale Field office of the BLM. Lizenz: Public Domain<\/figcaption><\/figure>\n<p>In einem ersten Versuch haben Forscher nun in der N\u00e4he von San Francisco, dort wo an der San-Andreas-Verwerfung (Bild 1) die nordamerikanische Platte und die pazifische Platte aneinanderreiben, mehrere g\u00fcnstige Einspritzpunkte berechnet. An insgesamt sechs Punkten wurden insgesamt 69.000 Hektoliter Gleitcreme des Fabrikats &#8222;Glide Professionell&#8220; 2.500 Meter in den Untergrund gepumpt (Bild 2). Die Aktie des Gleitcremeherstellers stieg nach der Meldung steif nach oben.<\/p>\n<p>&#8222;Nun hei\u00dft es abwarten, wie stark zuk\u00fcnftige Erdbeben in der Region ausfallen werden&#8220;, so die Forscherin Paris Smooth vom International Earthquake Insitute. Wenn alles reibungslos verl\u00e4uft, sollen die Versuche auf weitere Regionen ausgedehnt werden.<\/p>\n<p>Bei der Erdbebenbek\u00e4mpfung haben die Forscher aber bereits empfindliche Flops erlitten. In den 1980er-Jahren wurden im Untergrund Stahlstangen in die Kontinentalplatten penetriert, um die Platten am Bewegen zu hindern. Doch alle M\u00fche sei umsonst gewesen, st\u00f6hnt der Ingenieur Konrad Dom, der damals die Versuche begleitete. Es bauten sich immer gr\u00f6\u00dfere Kr\u00e4fte auf, sodass die einzelnen st\u00e4hlernen Glieder dann schlie\u00dflich nachgaben. Durch den Ruck beim Bruch fielen die Erdbeben sogar noch st\u00e4rker aus.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vg\" style=\"display: none ! important;\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/aadd79f34d2d4d819f6dfb17837b7ef3\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erdbeben kosten jedes Jahr unz\u00e4hligen Menschen das Leben und richten riesige Sch\u00e4den an. Lange Zeit legte man den Fokus darauf, H\u00e4user in erdbebengef\u00e4hrdeten Gebieten stabiler zu bauen. Doch hundertprozentig erdbebensichere H\u00e4user kann es nicht geben. 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