{"id":180,"date":"2013-09-03T21:03:37","date_gmt":"2013-09-03T19:03:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/?p=180"},"modified":"2020-01-24T01:27:56","modified_gmt":"2020-01-24T00:27:56","slug":"studie-medikamente-wirken-besser-als-placebos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/studie-medikamente-wirken-besser-als-placebos\/","title":{"rendered":"Studie: Medikamente wirken besser als Placebos"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_184\" aria-describedby=\"caption-attachment-184\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9666165706_c7c027e567_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-184\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9666165706_c7c027e567_b.jpg\" alt=\"Pillen, Bohnen oder Halluzinationen\" width=\"960\" height=\"717\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9666165706_c7c027e567_b.jpg 960w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9666165706_c7c027e567_b-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/9666165706_c7c027e567_b-624x466.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-184\" class=\"wp-caption-text\">Pillen, Bohnen oder Halluzinationen? Foto: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/eltpics\/9666165706\/\" target=\"_blank\">eltpics<\/a> \/ Lizenz: <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Placebo (lat: <em>Ich werde gefallen<\/em>) ist ein Scheinmedikament, das keinen Wirkstoff enth\u00e4lt. Typischerweise sehen Placebos aus wie originale Medikamente, enthalten jedoch lediglich Zucker oder St\u00e4rke. Sie werden in aller Regel dazu eingesetzt, um die therapeutische Wirksamkeit von Medikamenten zu testen. Erstaunlicherweise zeigt sich hierbei immer wieder, dass ein Placebo bei einem nicht geringen Teil der Patienten eine vergleichbare Wirkung wie das echte Medikament aufweist (das in diesem Zusammenhang als <em>Verum<\/em> bezeichnet wird; Plural: <em>Vera<\/em>). Bei den sogenannten Doppelblindstudien wissen weder Arzt noch Patient, ob Placebos oder Vera verabreicht werden. Hierdurch sollen vorm allem die Erwartungshaltungen des Patienten, aber auch des Arztes, der diese unbewusst an den Patienten weitergeben k\u00f6nnte, an das Medikament neutralisiert und damit die Aussagekraft der Studie erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Sogar die Gestaltung von Placebos spielt eine Rolle bei deren Wirkung. Es gibt Hinweise darauf, dass z.B. wei\u00dfe oder rote Pillen besser wirken als blaue, schwarze oder violette (siehe Tabelle am Artikelende). Teure Placebos sollen einer Studie zufolge wirksamer sein als billige.<\/p>\n<p>Dem immer wieder erhobenen Vorwurf, dass die Wirksamkeit von Medikamenten generell \u00fcberbewertet sei, wurde nun in einer gro\u00dfen Studie, an der 20 Universit\u00e4ten aus Deutschland, den USA und auch einigen Schurkenstaaten teilnahmen, nachgegangen. Getestet wurden \u00fcber 20 bekannte und weniger bekannte Schmerzmittel, die seit Jahren auf dem Markt sind, aber auch einige Tabletten gegen Sodbrennen sowie diverse Salben gegen H\u00e4morrhoiden und Analfisteln.<\/p>\n<p>Professor Dr. Placovic von der Universit\u00e4t Boston, der die 23 Millionen Euro teure Studie leitete, ist sich inzwischen sicher, dass Vera tats\u00e4chlich wirksamer sind als Placebos. Die Auswertung habe eindeutig ergeben, dass die Wirksamkeit der meisten getesteten Medikamente \u00fcber dem Placebo-Effekt liege, so der Professor. Ein Ergebnis, mit dem er in dieser Klarheit nicht unbedingt gerechnet habe. Den Einwand, nichts wirklich Neues herausgefunden zu haben, sondern herk\u00f6mmliche Doppelblindstudien veranstaltet zu haben, um lukrative Forschungsgelder abzusch\u00f6pfen, weist Placovic scharf zur\u00fcck. Bislang habe man die Wirksamkeit von Medikamenten immer mit der von Placebos verglichen. Nun habe aber habe man erstmals Placebos untersucht und deren Wirksamkeit der von Medikamenten gegen\u00fcbergestellt, so der Professor. Hier h\u00e4tten erneut die Medikamente eindeutig vorne gelegen. Die genauen Ergebnisse wolle er in den n\u00e4chsten Monaten publizieren.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vg\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/e5868a8b56cc4d48ba474be4ec8ee38b\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Farbe<\/strong><\/td>\n<td><strong>Anwendungsbereich<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wei\u00df<\/td>\n<td>Schmerzen (wei\u00dfes Rauschen)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Rot<\/td>\n<td>Herz, Blut, Aufputschmittel, Realit\u00e4tssinn steigern<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Braun<\/td>\n<td>Abf\u00fchrmittel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Blau<\/td>\n<td>Beruhigungsmittel, Traumwelt erhalten, Potenzsteigerung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gelb<\/td>\n<td>Antidepressiva (Farbe des Sonnenlichts)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gr\u00fcn<\/td>\n<td>F\u00fcr \u00d6ko-Tanten und Eso-Onkel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pink<\/td>\n<td>Verh\u00fctungsmittel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schwarz<\/td>\n<td>Pest<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schwarz-Rot-Gold<\/td>\n<td>Pathologischer Patriotismus<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><em>Tabletten-Tabelle: Das Pillepalle-Einmaleins der Farben<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Placebo (lat: Ich werde gefallen) ist ein Scheinmedikament, das keinen Wirkstoff enth\u00e4lt. 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