{"id":150,"date":"2013-08-19T12:56:39","date_gmt":"2013-08-19T10:56:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/?p=150"},"modified":"2022-02-28T00:33:15","modified_gmt":"2022-02-27T23:33:15","slug":"telefonwerbung-immer-dreister-werber-geht-sich-selbst-auf-den-leim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/telefonwerbung-immer-dreister-werber-geht-sich-selbst-auf-den-leim\/","title":{"rendered":"Telefonwerbung immer dreister: Werber geht sich selbst auf den Leim"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_151\" aria-describedby=\"caption-attachment-151\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/3788105859_01460b44b7_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-151 size-full\" src=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/3788105859_01460b44b7_b.jpg\" alt=\"Call Center\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/3788105859_01460b44b7_b.jpg 1024w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/3788105859_01460b44b7_b-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.keinblatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/3788105859_01460b44b7_b-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-151\" class=\"wp-caption-text\">Traumarbeitsplatz Callcenter (Symbolbild). Foto: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/truckpr\/3788105859\/\" target=\"_blank\">TruckPR<\/a> \/ Lizenz: <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/\" target=\"_blank\">CC BY-NC-ND 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Peter Schmidt (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert) ist Telefonwerber in einem gro\u00dfen deutschen Callcenter. So weit ist das nicht wirklich erw\u00e4hnenswert. Was Schmidt aber j\u00fcngst passierte, kommt sicherlich nicht alle Tage vor. Schmidt verkauft unsinnige Zeitschriftenabonnements. Sein Auftrag ist <em>hard selling<\/em> \u2013 Abschluss um jeden Preis. &#8222;Wie die meisten Werber verwenden wir nicht nur gekaufte Adressbest\u00e4nde, sondern erstellen auch Telefonnummern mit dem Zufallsgenerator&#8220;, so Schmidt, &#8222;Damit wir alle kriegen.&#8220;<\/p>\n<p>Als Schmidt mal wieder den Button dr\u00fcckte, um den n\u00e4chsten Kunden abzuzocken, l\u00e4utete auf einmal sein eigenes Handy. Wie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte, war dies ein bemerkenswerter Zufall. Der Zufallsgenerator kam ausgerechnet zu Schmidts Nummer. Schmidt ging an sein Handy. Ist ja kein Problem, so ein Headset ist schon praktisch, da hat man ja beide H\u00e4nde frei. Und bei seinem Modell ist auch ein Ohr frei.<\/p>\n<p>Anruf von &#8222;unbekannt&#8220; zeigt das Display. &#8222;Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir keine Rufnummernunterdr\u00fcckung machen, aber was meinen Sie, wie egal das uns ist&#8220;, sagt Schmidt mit einem sarkastischen L\u00e4cheln auf den Telefonlippen.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zum Anruf. &#8222;Mir kam die Stimme schon irgendwie bekannt vor&#8220;, so Schmidt, &#8222;Aber Sie wissen ja, die Telefonstimme eines jeden h\u00f6rt sich immer anders an als in natura. Und der Name \u2013 nun ja, ein Allerweltsname, dem schenke ich doch keine Beachtung. Was meinen Sie, wie viele Namen ich jeden Tag h\u00f6re? Auf jeden Fall habe ich dem Typen gleich zwei Abos verkauft. Am Anfang gab es noch Gegenwehr, aber diese wei\u00df ich erfolgreich zu knacken. Das ist immerhin mein Be-Ruf.&#8220; Schmidt betont das <em>Ruf<\/em>, er ist 24 Stunden am Tag auf den unseri\u00f6sen Verkauf via Telefon fixiert.<\/p>\n<p>Erst nach dem Anruf sei Schmidt dann so richtig bewusst geworden, dass er sich gerade selbst etwas angedreht hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Shit happens&#8220;, mein Schmidt, &#8222;Jetzt muss ich das Gesch\u00e4ft wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen.&#8220; Das sei ja immerhin m\u00f6glich. Allerdings d\u00fcrfte es nicht leicht sein. Immerhin m\u00fcsse er ja nun den Widerruf bei sich selbst machen. Und er sei ja eine arrogante, unversch\u00e4mte Kreatur, die auch ihre eigenen Kinder jederzeit am Telefon verkaufen w\u00fcrde. &#8222;Das wird sogar extrem schwer&#8220;, prophezeit Schmidt, aber eine gute \u00dcbung sei dies allemal. Immerhin gebe es bei ihnen keine erfolgreichen Widerrufe, eher drehten sie den zweifelnden Kunden noch ein paar sinnlose Lose an. &#8222;Nat\u00fcrlich helfen wir da ein wenig nach, je nach Anrufertyp&#8220;, erkl\u00e4rt Schmidt, bei der alten Oma etwa richte er noch einen ganz lieben Gru\u00df von G\u00fcnther Jauch aus, den er eben am Gang getroffen habe. Das mache Eindruck. &#8222;Ab und zu glauben uns die Leute so einen Schei\u00df sogar&#8220;, so Schmidt, &#8222;Das ist wirklich unglaublich. Ich m\u00fcsste eigentlich nach so manchen Anrufen f\u00fcr die verlorene Menschheit weinen.&#8220;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vg\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/08c9ed9db83043b2a0b433d6a88e6586\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Schmidt (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert) ist Telefonwerber in einem gro\u00dfen deutschen Callcenter. So weit ist das nicht wirklich erw\u00e4hnenswert. 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