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Political Correctness bizarr: Benjamin Blümchen ausgewildert

Elefanten
Freunde von Benjamin Blümchen in Afrika. Foto: GIRAUD Patrick / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Wer kennt sie nicht, die herrlichen Geschichten rund um den Elefanten Benjamin Blümchen, der im Neustädter Zoo wohnt?

Wie erst heute bekannt wurde, wurde Benjamin Blümchen von der militanten Tierschutzgruppe „Free Ben“ aus seinem Zoogehege befreit und bereits nach Afrika verschifft. Dort wurde er an einem nicht näher benannten Ort ausgewildert. In einem Bekennerbrief wird die nicht artgerechte Unterbringung von Tieren in Zoos heftig kritisiert. Das berichtet Karla Kolumna von der Neustädter Zeitung. Zoodirektor Theodor Tierlieb hat die Polizei eingeschaltet, die ihm jedoch wenig Hoffnung auf eine Rückkehr des sympathischen Elefanten machen kann. Wie es mit dem klammen Zoo weitergeht, ist völlig unklar. Tierlieb beklagt, dass es dem Elefanten bei ihm ausgesprochen gut gegangen sei. Aber die Tierschützer hätten den prominentesten Elefanten für ihre Belange ausgesucht, obwohl es Elefanten gebe, die unter erbärmlichen Umständen im Zirkus auftreten müssten.

In Neustadt ist die Stimmung nun am Boden. Karla Kolumna hat es ohne den Newslieferanten Benjamin Blümchen jetzt sehr schwer, zumal sie schon seit zwei Jahren nicht mehr fest im Verlag angestellt ist und als freie Redakteurin nur 12,50 Euro pro Artikel bekommt. Da dies hinten und vorne nicht reicht, muss sie nebenbei noch putzen gehen. Zoowärter Karl ist ebenfalls sehr traurig. Als Ein-Euro-Jobber, der eigentlich langzeitarbeitslos ist, hat er es so oder so nicht leicht. Otto verkraftet den Verlust vielleicht noch am besten. Er geht neuerdings in die Ganztagsschule und erhält schon seit Längerem Fremdsprachenförderung, sodass er ohnehin nur noch wenig Zeit für seinen Freund hat.

Rauchverbot bei Momo

Wie außerdem bekannt wurde, wurde in Michael Endes Momo ein generelles Rauchverbot verhängt. Die grauen Herren rauchen nun dort keine Zigarren mehr, sondern nuckeln jetzt an zuckerfreien, veganen Lollies mit Holzstiel, die aus heimischen Holzabfällen recycelt werden. Der Vorschlag, E-Zigaretten als Ersatz für die Zigarren zuzulassen, wurde verworfen, da E-Zigaretten inzwischen als Einstiegsdroge gelten.

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Schrödingers Katze von militanten Tierschützern befreit

Schrödingers Katze
Gerade noch rechtzeitig befreit: Schrödingers Katze (Archivbild). Foto: Robert Couse-Baker / Lizenz: CC BY 2.0

Sie ist das wohl berühmteste Tier der Physik: Schrödingers Katze. Die Katze haust bei diesem Experiment unter unwürdigen Bedingungen in einer profanen Kiste. In der Kiste befinden sich ein Gefäß mit Blausäure sowie eine zufallsgesteuerte Apparatur, die bei Auslösung das Gefäß zertrümmert. Die Katze wird dabei brutal getötet.

Das Besondere dabei ist, dass dieser Auslösemechanismus vom atomaren Zerfall einer radioaktiven Substanz abhängig gemacht wird. Sobald das erste Atom zerfällt, wird der Mechanismus in Gang gesetzt. Laut Quantentheorie lässt sich nicht vorhersagen, wann ein Atom zerfällt. Es kann nur prognostiziert werden, dass in einer bestimmten Zeitspanne eine ganz bestimmte Menge an Atomen zerfallen wird. Es lässt sich damit nur eine statistische Wahrscheinlichkeit angeben. Anhand von verschiedenen anderen Experimenten kann man nachweisen, dass sich solche Systeme vereinfacht gesagt in einem undefinierbaren Zustand befinden, bei denen man sich erst durch die Messung, das heißt Beobachtung, für eine von mehreren möglichen Wirklichkeiten entscheidet.

Anders ausgedrückt, erst wenn man die Kiste öffnet, weiß man, ob die Katze tot oder lebendig ist. Vorher ist sie in einer Art Schwebezustand zwischen tot und lebendig. Zur Auflösung dieses paradoxen Zustands gibt es verschiedene Thesen. Bei der sogenannten Multiversen-Theorie, einem in der Wissenschaft durchaus ernsthaft diskutierten Modell, spaltet sich das komplette Universum bei jedem quantenmechanischen Prozess in zwei identische Kopien auf. Damit wäre das Paradoxon aufgelöst, da es keinen Schwebezustand mehr gibt. Vielmehr gäbe es in jedem Universum eine Katze, die entweder tot oder aber lebendig ist. Man erkauft sich den Wegfall des Paradoxons durch ein neues Modell, das aber kaum weniger befremdlich erscheint. Immerhin bedeutet es, dass es fast unendlich viele Kopien von praktisch allem gibt. Man stelle sich das vor, es gäbe mehrere Bundeskanzlerinnen Angela Merkel, sogar quasi unendlich viele. Nicht alle dürften bei dieser Vorstellung in Ekstase geraten.

Die Befreiungsaktion

Als ein Labormitarbeiter der Universität von Dublin heute den Deckel der Kiste öffnete, konnte er seinen Augen kaum trauen. Er fand keine lebendige Katze vor, aber auch keine tote Katze. Die Kiste war einfach leer. In der Poststelle landete ein Bekennerschreiben der militanten Tierschutzorganisation Free Cat. In diesem prangert die Organisation schreckliche Tierexperimente an, die leider immer noch stattfinden würden. Zwar habe man früher gedacht, dass es sich bei Schrödingers Katze um ein Gedankenexperiment handeln soll und man gewissermaßen nur die Gedanken befreien müsste. Doch das sei ja wohl eine dreiste Lüge von skrupellosen Experimentatoren gewesen. Denn gerettet habe man ein reales schnurrendes, quicklebendiges Kätzchen.