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Merkel-Halskette in Schwarz-Rot-Gold

Wirkungsgrad: 100 %
Lagerbestand: 1
Preis: unbezahlbar

Merkel-Kette
Merkel-Kette in Schwarz-Rot-Gold. Foto: Mark Giles / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Diese formschöne, bunte Halskette wurde beim gestrigen TV-Duell von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (Christlich Deutsche Union) getragen. Durch die Farbwahl hat sie einen besonders hohen Wirkungsgrad und ist daher für alle Politikerinnen interessant, die am rechten Wählerrand fischen, um wirklich jeden Bürger, der die Union aus nationalen Motiven wählt, an der Wahlurne anzuketten, bis er sein Kreuz an der richtigen Stelle gemacht hat.

„Hätte, hätte … Fahrradkette“ (Steinbrück)

Wirkungsgrad: 98 %
Lagerbestand: >10.000
Preis: 9,99 EUR

Fahrradkette
Steinbrücks  „Hätte, hätte … Fahrradkette“. Foto: Shane / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Diese bis vor kurzem noch berühmteste Kette der Welt, mit der Kanzlerkandidatenkandidat Peer Steinbrück (Sozialisten) einen kleinen Fauxpas entschuldigte, ist auch ein tolles Produkt. Leider hat jede Antriebskette einen Reibungsverlust, daher liegt der Wirkungsgrad hier leider nur bei 98 %. Aber der Preis ist unschlagbar!

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Kettenbrief
Menschenkette
Kettenreaktion

Hellseherischer Albtraum: Felix (-0,2) träumt eigene Geburt

Schlafendes Kind
Schlafendes Kind (Symbolbild). Ein Traum: Nicht nur Menschen träumen, auch Tiere und sogar ungeborene Lebewesen. Foto: clappstar / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Dass bereits ungeborene Kinder träumen, ist längst bekannt und gilt als gesichert. Ein Schlüssel zu dieser Erkenntnis sind die sogenannten REM-Phasen (Rapid Eye Movement). Das  sind schnelle Augenbewegungen bei schlafenden Menschen während intensiver Traumphasen. Genau solche REM-Phasen konnten bei Embryos im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen an werdenden Müttern festgestellt werden.

Einen doch aber eher ungewöhnlichen Traum erlebte dabei Felix (-0,2). Er hatte in seinem zarten Alter von nicht einmal null Jahren (zum Zeitpunkt seines Traumes wurde er erst in acht Wochen erwartet) nicht nur bereits einen schrecklichen Albtraum, sondern sogar einen hellseherischen* Traum. Er träumte seine eigene Geburt.

Felix erinnert sich, es war alles so grell, so laut, einfach furchtbar. Es war die absolute Hölle, der reinste Horror. Er hatte Schmerzen, fror, fand sich viel zu klein und vor allem richtig hässlich. Auch litt er bereits an ausgeprägter Inkontinenz, einer besonders unangenehmen Krankheit, die normalerweise erst im fortgeschrittenen Alter auftreten soll. Felix ist fassungslos: „Das soll also das Leben sein, von dem alle so schwärmen?“

Zum Glück sei dies nur ein Traum gewesen, erinnert sich Felix, „Träume sind Schäume.“ Felix legt nach: „Wer sagt denn, dass das Leben überhaupt existiert? Gibt es ein Leben vor dem Tod?“, das sei doch die Frage, die immer noch reine Glaubenssache sei.

* Die richtige Bezeichnung ist streng genommen nicht hellseherisch, sondern präkognitiv (lat. vor der Erkenntnis), aber dieser Ausdruck ist nicht so verbreitet, sodass wir den weit bekannteren Begriff in die Überschrift gesetzt haben. Man mag uns das verzeihen. Hellsehen bezeichnet dagegen bereits dem Ausdruck nach, etwas hell zu sehen, womit gemeint ist, etwas zu „sehen“, was sich nicht mit den normalen Sinnen erfassen lässt. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die zeitlich unbestimmt sind. Diese müssen also nicht in der Zukunft liegen, sondern können sich auch auf die Vergangenheit oder Gegenwart beziehen.

Unberechenbar: Mathematiker findet Ende von Pi

Tafel
Das Einfache ist manchmal einfach kompliziert. Foto: Irish Typepad / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Es ist die vielleicht berühmteste Zahl der Welt, die ominöse Kreiszahl Pi, vor dem Computerzeitalter meist als π geschrieben (heute sind viele zu faul, den richtigen Code für den griechischen Buchstaben π erst herauszukramen, daher „Pi“).

Pi beschreibt das Verhältnis von Kreisumfang zu seinem Durchmesser und erlaubt so spannende Berechnungen wie Kreisumfang und Kreisfläche.

Praktisch jeder kennt ihre ersten Ziffern:

3,141592653…

Heute weiß man, dass Pi eine irrationale und transzendente Zahl ist. Es soll in ihr keine Regelmäßigkeiten geben, die Werte der Dezimalstellen sind quasi zufällig verteilt.

Dr. Dr. Walter von Abakcoviz, Professor für Mathematik, ist bei seinen Berechnungen, die er seit Jahren durchführt und die von sieben Computern unterstützt werden, nun auf ein Kuriosum gestoßen. Bislang waren die ersten zehn Billionen Dezimalstellen von Pi bekannt. Abakcoviz rechnete weiter und weiter. Nach rund 14 Billionen Dezimalstellen dann die Sensation.

„Pi hörte einfach auf. Es ging einfach nicht mehr weiter. Die letzten zwölf Stellen von Pi sind:“

… 342973427642

„Danach kamen keine Nullen oder irgendwelche regelmäßigen Muster. Es ging auch nicht wieder von vorne los, sonst hätte ich wenigstens weiterrechnen können. Nein, es kam einfach nichts mehr!“

Dass Fehler in seiner Software bzw. in seinen Berechnungen enthalten sein könnten, schließt Abakcoviz aus. Er habe sich noch nie in seinem Leben verrechnet. Auch Hardwareprobleme könnten es nicht sein, ebenso wenig Restriktionen im Mikroprozessor oder Speicher. Erstens einmal ging es exakt an dieser Stelle auf keinem seiner einzelnen Computer, die auf unterschiedlichen Systemen laufen, mehr weiter, so der Professor.

Zweitens würde es ihm nicht mal gelingen, mit dem Bleistift auf einem – leeren (!) – Stück Papier weitere Ziffern hinzufügen, nicht mal Nonsensziffern oder Smileys. Er spürte eine unüberwindbare Blockade. „Wenn das nicht Beweis genug ist.“

„Pi hat ein Ende“, da ist sich der Professor sicher. Praktische Auswirkungen für unser Leben habe das kaum, so der Professor, da die ersten 14 Billionen Ziffern, notfalls auch die ersten zehn, für Berechnungen in aller Regel völlig ausreichend seien. Allerdings sei es eine hochspannende Sache. Der Professor holt aus: „Stellen Sie sich vor, Sie schalten Ihre Fernsehserie, die als Endlosserie konzipiert ist, nehmen wir mal die Lindenstraße, ein und wollen mit zittrigen Händen und voller Spannung sehen, wie es weitergeht. Und dann kommt einfach nichts, die Serie ist einfach aus. Mittendrin! Das hätte doch was Befremdliches, Gespenstisches“, fügt der Professors an, „Aus, vorbei! Sie könnten dann allenfalls nur wieder mit Folge 1 anfangen. Aber wer würde das schon wollen?“

Erna M. (96): weiß nichts von Euro-Einführung – Deutschlands letzte DM-Frau

Erna M.
Erna M. lebt mit der DM und für die DM. Foto: Luigi Brocca / Lizenz: CC BY 2.0

Keinblatt.de spürte ihn auf, den wohl letzten Menschen in Deutschland, der von der Euro-Einführung noch nichts mitbekommen hat. Der Gedanke ist schwer zu ertragen, schließlich änderte sich mit der Bargeldeinführung des Euro vor über zehn Jahren, genauer am 01.01.2002, nicht nur die Optik des Geldes, auch mussten die Leute die ersten Jahre mit einer saukomplizierten Formel den Euro-Wert in DM zurückrechnen (das heißt mit 1,95583 multiplizieren), um sich an den neuen seltsamen Preisen orientieren zu können. Da sollte man davon ausgehen, dass das nach ein paar Wochen oder Monaten jeder, aber auch wirklich jeder mitbekommen hat.

In einer Altbauwohnung in München Schwabing wohnt Erna M. (96). Wir danken dem Hausmeister für diesen wertvollen Tipp mit einem 50 Euro-Schein. Er lotst uns zu der Wohnung im Hinterhof. Mit etwas Überredungskunst und einem alten 50 DM-Schein gewährt uns die alte Dame schließlich Einlass. Schnell kommen wir mit ihr ins Gespräch. Die rüstige Rentnerin versorgt sich trotz des fast biblischen Alters noch selbst.

Ganz erstaunt reagiert Frau M., als wir sie auf die Euro-Einführung ansprechen. „Da legst di nieda!“, sagt sie. Zeitungen, Fernsehen und Radio verfolge sie nicht, da würde ohnehin nur ein „Riesen-Schmarren“ verbreitet, so Frau M., mit Bargeld komme sie auch nur begrenzt in Kontakt. Die Augen, meint Frau M., „I sig so schlecht!“ Beim Bezahlen reiche sie immer ihren Geldbeutel dem Kassenpersonal, welches das Geld entnehme, da müsse man einfach Vertrauen haben. Aber, was ist mit den Preisen? Ihr müsse doch aufgefallen sein, dass diese sich vom Nennwert stark verändert hätten. „Ja, da war mal was“, erwidert Frau M., da seien die Preise kurzzeitig mal unten gewesen. Da habe sie aber auf einen Schlag auch nur etwa halb so viel Rente bekommen, was für eine Sauerei. Da sich das aber ausgeglichen habe, habe sie nur ein paar Mal geflucht und die Sache wieder vergessen. Nach kurzer Zeit habe aber eine starke Verteuerung eingesetzt und schon bald seien wieder die alten Preise am Regal ausgezeichnet gewesen. Demzufolge könne es eine Euro-Einführung nie gegeben haben, kontert Frau M. schlagfertig, wenn da die ganzen Jahre DM-Preise gestanden hätten. „Ist das versteckte Kamera? Kurt Felix?“, will die Dame wissen.

Was sie denn wählen würde, fragen wir Frau M., es sei ja bald Bundestagswahl. „Ach, wissen Sie, diese Alternative für Deutschland“ Das klinge doch gut, so Frau M., auf den Plakaten werben die für die Deutsche Mark. „Nicht, dass sonst mal irgendjemand auf die Idee kommt, eine neue Währung mit einem einfallslosen Namen einzuführen. Oder gar eine Vereinigung mit dieser … na … DDR.“ Wir beruhigen Frau M., dort gebe es selbstverständlich noch die Ostmark.

Wir danken Frau M. für dieses Gespräch und wünschen ihr noch einen schönen Nachmittag!

Querulant stellt Strafanzeige – Duell Merkel vs. Steinbrück abgesagt

Peer Steinbrück
Wurde Duellant Peer Steinbrück seiner letzten Chance beraubt? Ja, so ist es wohl. Foto: Klaus Mindrup / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Das für den 1. September geplante Duell zwischen der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel (Convervative Deutsche Partei, CDU), und ihrem Herausforderer, Herrn Peer Steinbrück (Steinbrück – Peer – Deutsch, SPD), musste leider abgesagt werden. Ein offenbar übereifriger, pedantischer und querulantischer Spießbürger hat Strafanzeige gegen Frau Dr. Angela Merkel, Herrn Peer Steinbrück und gegen diverse Rundfunkanstalten gestellt.

Er begründete dies damit, dass Duelle, auch deren Aufruf, in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in den meisten anderen Staaten verboten seien. Tatsächlich ist ein Duell definiert als Zweikampf mit potenziell tödlichen Waffen.

Das deutsche Reichsstrafgesetzbuch von 1871 kannte das Duell noch als eigenen Straftatbestand, der mit Festungshaft geahndet wurde. Erst 1969 (sic!) wurden die entsprechenden Duell-Paragraphen gestrichen. Duelle bleiben aber dennoch strafbar, werden allerdings juristisch nun wie gefährliche bzw. schwere Körperverletzung oder Totschlag behandelt.

 Duell zwischen Paul Déroulède und Georges Clemenceau 1892
Duell zwischen Paul Déroulède und Georges Clemenceau 1892. Bild: unbekannt / Lizenz: Public Domain

Ein Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass man zwar davon ausgehe, dass bei dieser Veranstaltung weniger martialische Mittel als bei einem Duell im Sinne des Begriffs angewendet werden würden. Dennoch müsse man tätig werden, denn das Schlimmste könne ja keinesfalls ausgeschlossen werden. So seien eben die Vorschriften. Die Rundfunksender hätten haben inzwischen das Duell abgesagt. Ob damit die Sache ausgestanden sei, wollte die Staatsanwaltschaft nicht final beantworten. Aufrufe zur schweren Körperverletzung und zur Tötung ließen sich ja nicht ungeschehen machen, mit der Bekanntgabe des Duells seien diese ja ausgesprochen worden. Eine Einstellung des Verfahrens könne aber nicht ausgeschlossen werden, so der Sprecher.

Peer Steinbrück ist nach der Absage am Boden zerstört und erlitt einen schweren Heulkrampf. Er sehe sich nun seiner letzten Chancen beraubt. Nun wolle er wieder große Reden schwingen. Wenn nicht als Kanzler, dann wenigstens von der Kanzel, sagte ein Vertrauter des Noch-Kanzlerkandidaten.

Mit einer Mär aufgeräumt: Raucher werden doch alt

Raucher
Raucher werden nicht alt – von wegen! Foto: Letsdance Tonightaway / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Überall lässt es sich nachlesen: Raucher würden nicht alt, von ganz wenigen Ausnahmen wie Uraltkanzler Helmut Schmid (SPD) vielleicht einmal abgesehen. Professor Dr. Pflugi von der Universität Genf will nun mit diesem weit verbreiteten Irrtum aufräumen. keinblatt.de sprach mit dem Professor, der zunächst mit einer überraschenden These aufwartet:

„Dass Raucher nicht alt werden, lässt sich so nicht halten“, so Pflugi, „Man muss Altern zunächst einmal als völlig natürlichen Vorgang verstehen, der in jedem Menschen abläuft. Die Natur hat das so eingerichtet, man wird geboren, man altert vom ersten Tag an, man stirbt und macht schließlich Platz für die nächste Generation.“ Das Altern sei damit durchaus als positiver Prozess zu begreifen, so der Professor, ohne Altern gäbe es auch keine Weiterentwicklung des Lebens, keine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Das sei ganz simpler Darwin, so der Professor, die am besten angepassten Lebewesen könnten ihre Gene in einem erheblich größeren Umfang an die nachfolgende Generation weitergeben, sodass sich diese Gene dann durchsetzen würden.

Der Professor holt aus: „Raucher erreichen im Normalfall bis zum Ableben durchaus einen Zustand, bei dem der Körper vergleichbar gealtert ist wie bei Nicht- oder Nierauchern.“ Der Vorgang des Alterns laufe bei Rauchern sogar beschleunigt ab. Das bedeute aber nicht, dass Raucher weniger intensiv lebten, weniger vom Leben spürten, ganz im Gegenteil. Alles vollziehe sich halt deutlich schneller und damit nicht minder stark, zumal der Abstand der neuen Lebensabschnitte, aber auch der neu aufgetretenen Beschwerden und Krankheiten ja kürzer sei als bei Nichtrauchern, was mehr Abwechslung biete. Das könne man durchaus unter dem Motto „Öfter mal was Neues“ sehen, so Pflugi, „Wenn ein Raucher mit sagen wir mal typischen 65 Jahren stirbt, also durchschnittlich zehn bis 15 Jahre früher als ein Nichtraucher, hat sein Körper bereits ein biologisches Alter erreicht, das entsprechend zehn bis 15 Jahre höher liegt.“ Das gleiche sich dann aus, schlussfolgert der Professor.

Er selbst würde aber dennoch nie eine Zigarette anfassen, meint Pflugi, nicht mal mit der Kneifzange, er sei ja nicht verrückt. Wer eine solche Abwechslung wolle, zu der unter anderem auch der praktisch nur bei Rauchern auftretende Lungenkrebs gehöre, der auch heute noch ein fast sicheres Todesurteil bedeute, müsse schon masochistisch veranlagt sein, so Pflugi, „zumal der ganze Mist ja auch noch Unsummen Geld kostet. Im Leben nicht!“

Wir danken dem Professor für dieses Gespräch.

Spektakulärer Plan: Regierung will Griechenland-Krise durch neuen Namen lösen

Tempel des Hephaistos
Tempel des Hephaistos. Er ist einer der besterhaltenen hellenischen Tempel. Das soll auch so bleiben. Foto: Eusebius / Lizenz: CC BY 3.0

Die Griechenland-Krise ist zurück, wenn sie denn je weg war, und verhagelt der beliebten Kanzlerin nun fast den Wahlkampf. Der griechische Finanzminister will offenbar noch einmal einen Finanzbedarf von 10 Milliarden Euro anmelden. Ein drittes Hilfspaket ist damit wahrscheinlich, auch ein erneuter Schuldenschnitt kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Bundesregierung plant nun, die Griechenland-Krise mit einer spektakulären Maßnahme zu lösen. Dies erfuhr die keinblatt.de von einem Vertrauten der Kanzlerin, der nicht genannt werden will. Griechenland soll nun nur noch unter der bislang selten gebrauchten langen Bezeichnung Hellenische Republik geführt werden. Die neue Kurzform ist dann Hellas, bekanntlich die Eigenbezeichnung Griechenlands. Die Griechen werden begrifflich zu Hellenen, das Adjektiv griechisch zu hellenisch.

Die Kanzlerin sei es leid, dass die Griechenland-Krise nicht aus den Schlagzeilen komme und die Leute seit Beginn der Euro- und Schuldenkrise immer mehr Abneigung gegen die gemeinsame Währung entwickelten. Werde Griechenland als amtliche Bezeichnung abgeschafft, gäbe es damit auch keine Griechenland-Krise mehr. Besonders regten die Kanzlerin schlechte Wortspiele auf, die zu beschämenden Schlagzeilen wie „Ihr Pleitevolk griecht nichts mehr“,  „Jetzt herrscht Griech!“ oder „Griecht am Boden, ihr Pleite-Griechen“ verarbeitet würden und fremdenfeindliche Ressentiments bedienten.

Einen Etikettenschwindel weise die Kanzlerin zurück. Ein neuer Name, der nicht belastet sei, würde Platz für Neues schaffen, Platz zum Atmen geben. Man denke nur an andere erfolgreiche Umbenennungen. „Aktion Sorgenkind“ heiße jetzt etwa „Aktion Mensch“, das klinge doch zehntausend Mal besser. „Raider“ habe man zu „Twix“ gemacht, Umbenennungen – eine Form des Marketings – seien damit längst etabliert, zitiert der Vertraute die Kanzlerin. Wichtig sei nur, dass der Ausdruck „Griechenland“ aus der Öffentlichkeit verschwinde, die meisten Leute würden ohnehin nicht mitkriegen, dass „Hellas“ das Gleiche wie „Griechenland“ sei oder es nach dem nächsten Vollrausch schon wieder vergessen haben.

Alle Behörden sollen angewiesen werden, nur noch die neuen Bezeichnungen zu verwenden. Den Medien könne man den neuen Namen natürlich nicht vorschreiben, man werde aber Empfehlungsblätter herausgeben. Es werde selbstverständlich niemand eingesperrt, wenn er weiterhin „Griechenland“ schreibe, aber die Kanzlerin werde natürlich einer Interviewanfrage eher wohlgesonnen sei, wenn die Medien ganz brav die neuen Bezeichnungen verwendeten.

Die Kanzlerin sehe nur positive Effekte. Sie habe inzwischen Angst, dass die Griechenland-Krise ihre Wiederwahl bei der übernächsten Bundestagswahl in acht Jahren gefährde. Das wolle und werde sie nicht hinnehmen, so der Vertraute.

Riesiger Drogenring auf dem Münchner Oktoberfest gesprengt

Kinderkarussell Wiesn
Kinderkarussell auf der Wiesn: All dies war offenbar nur Fassade und Ablenkung. Foto: digital cat / Lizenz: CC BY 2.0

Auf dem größten Volksfest der Welt, dem Münchner Oktoberfest, unter Einheimischen schlicht als Wiesn bekannt, trieb offenbar bereits seit geraumer Zeit ein Drogenring sein Unwesen.

Unter dem Deckmantel eines riesigen Familienfestes mit Kettenkarussells, Achterbahnen, Ständen mit kulinarischen Köstlichkeiten, Losbuden, Showdarbietungen und vielem mehr und unter dem Motto der Völkerverständigung mit Besuchern aus aller Welt sollen Drogendealer hochgefährliche Substanzen verabreicht haben.

Felix, 19, erinnert sich an seinen ersten Wiesnbesuch im letzten Jahr. Er sei schnell high gewesen. Erst habe bei ihm eine enthemmende Euphorie eingesetzt, die in einen Flash mit ungeheurer Glückseligkeit überging. Dann habe er mit wildfremden Damen geschunkelt und peinliche Volksschlager mitgesungen, ohne den Text zu kennen. Mit den Damen, die wie durch ein Wunder immer attraktiver wurden, habe er dann auf den Bänken getanzt und marionettenhaft in einer Endlosschleife sinnlose Anstoßrituale ausgeführt. Seine Koordinationsfähigkeit habe stark nachgelassen. „Ich konnte kaum mehr laufen, hatte aber mächtig Spaß dabei“, sagt Felix, später sei ihm dann Gott erschienen und er habe auf einmal die ganze Welt verstanden. Wie die Natur funktioniere, warum Automaten manchmal streikten und was sich hinter der Türe mit dem Schild „Zutritt verboten!“ befinde, all das sei auf einmal so unendlich klar gewesen.

Später sei er dann in einem Stadtpark aufgewacht. Ihm sei fürchterlich schlecht gewesen und er habe sich nicht mehr erinnern können, wie er in den Park gekommen war. Er habe sich stundenlang übergeben müssen. Zwei stolze Tage habe er gebraucht, um sich wieder zu erholen.

Drogenexperte Manfred Probst erklärt: Der auf der Wiesn in verschiedenen Getränken enthaltene Alkohol sei ganz klar als harte Droge zu sehen, sogar eine der gefährlichsten, mit extrem hohem Suchtpotenzial, hoher zerstörerischer und durchaus auch tödlicher Wirkung. Die Entzugserscheinungen seien oft fürchterlich. Selbst eine drastische Zunahme von Straftaten sei unter Alkohol festzustellen. „Eine hochkriminelle Substanz“, so Probst, die aber für die Dealer ein rauschendes Geschäft sei.

Die Behörden hatten trotz vielfacher Hinweise lange Zeit nichts unternommen, sondern wohlwollend zugeschaut. Offenbar waren die Verantwortlichen selbst angefixt worden und damit Teil des Systems.

Doch jetzt endlich griff die Staatsmacht durch. An zahlreichen Orten wurden Hausdurchsuchungen in mit Marmor verkleideten Villen durchgeführt, zahlreiche Wirte und Standlbesitzer verhaftet, teilte ein Polizeisprecher mit.

Wie seelenlos – Papst Benedikt XVI: „Ich wurde gefeuert“

Papa Benedikt XVI. 2011
Papst Benedikt XVI. (2011). Ganz der Papa! Foto: Madrid11 / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Schon länger wurde darüber spekuliert, dass der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. (Joseph Aloisius Ratzinger) nicht so ganz freiwillig gewesen sein könnte. Nun kommt die Wahrheit scheibchenweise ans göttliche Licht. Wie der emeritierter Papst mitteilen ließ, habe es sich um eine Anweisung von ganz oben gehandelt, direkt aus dem Kanzel-Amt (sic!), genauer seinem Chef, also Gott höchstpersönlich. Salopp gesagt wurde der Papst gefeuert. Solche Kündigungen reihen sich ein in eine Gesellschaft, die immer mehr Leistung abverlangt. Wer nicht liefert, der muss gehen. Zuerst der Vize, wenn das auch nichts hilft, der Boss persönlich.

Eine Klage vor dem Arbeitsgericht habe Benedikt abgelehnt. Ganz einfach, weil ihm da Gott ebenfalls eine Anweisung gegeben habe, die ihm das untersagt habe. Und Gott sei er ja bedingungslos verpflichtet. „Was meinen Sie, welchen Eindruck so eine Klage machen würde?“, so der Ex-Papst, „Das wäre schlimmer, als wenn man den lieben Gott persönlich verkla… ähhh, na, sehen Sie …“

Inzwischen versteht Benedikt den Sinn der vorzeitigen Neubesetzung immer besser. Das Charisma seines Nachfolgers Franziskus (der ohne rote Schuhe) leuchte einfach stärker. Franziskus verkörpere die moderne Gesellschaft, in der sich Arbeit wieder lohnen müsse. „Einer Modernisierung könne sich auch Gott nicht verschließen, verstehen Sie? Sonst wäre er ja nicht Gott“, erklärt der geschasste Pontifex Maximus. Der Papst werde jetzt beten, zu Gott – für alle, die an ihn glaubten, für alle, die das nicht täten, und für alle Ungläubigen. Wir alle müssten auch Rückschläge einstecken, auch wenn manche Entscheidungen, vor allem bei vorzeitigen Auflösung von Arbeitsverträgen, schon arg übertrieben seien. Das ist mitunter durchaus Pedanterie, die päpstlicher sei als der Papst, führt Benedikt aus. Amen!

SPD-Steuerchaos – Steinbrück verspricht: Umfragewerte und Wahlergebnisse rauf!

SPD
Die beste sozialdemokratische Partei Deutschlands. Foto: SPD Edertal / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Die alte Tante SPD ist 150 geworden. Nicht, dass man ihr das Alter ansieht, sie wird bekanntlich primär vor allem jungen und frischen Köpfen genährt. Dennoch ist die Außenwirkung derzeit nicht die beste. Zum einen will die SPD die Steuern erhöhen, vor allem für Besserverdienende (die besser verdienen als, nun, sagen wir mal, besser als früher) und neue Steuern einführen (Vermögenssteuer, Unvermögenssteuer, Steuern auf Steuern). Zum anderen kann man damit aber schlecht Wahlen gewinnen. Am Wochenende sagte Parteiboss Sigmar Gabriel in einem Interview: „Die Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuerdumping ist der bessere Weg zum Schuldenabbau und zu höheren Investitionen in Bildung und Infrastruktur in Deutschland als Steuererhöhungen.“ und erweckte damit den Eindruck, es gäbe möglicherweise doch keine Steuererhöhungen für den leicht unwahrscheinlichen Fall, dass die SPD den Kanzler stellt.

Das Bild, das vermittelt wird, ist fatal. Man meint, die SPD wolle wegen mieser Umfragewerte leise Servus zu Steuererhöhungen sagen. Das träfe aber nicht nur die nicht mehr vorhandene Glaubwürdigkeit, sondern auch die linke Strömung in der SPD, die es erstaunlicherweise immer noch gibt. Diese musste beruhigt werden.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück stellt nun klar, dass man daran festhalte, die Steuern zu erhöhen, um sie später wieder wieder zu senken, falls es gelänge, Steuerflucht und Steuerkriminalität  wirksam zu bekämpfen. Eine Hintertüre bleibt also geöffnet.

Dabei weiß doch ein jeder, dass praktisch noch nie in der Geschichte einmal neu eingeführte Steuern wieder abgeschafft wurden (zur Finanzierung der deutschen Einheit wird seit über 20 Jahren die sogenannte Portokassensteuer erhoben, im Volksmund liebevoll Soli genannt) und dass Steuersenkungen auch nicht gerade die Regel sind (mal vom Wahlprogramm der Steuersenkungs- und Spaßpartei abgesehen).

Wer Steinbrück kennt, weiß, dass es mit der Wiederholung bekannter Botschaften nicht getan ist. Daher redete Steinbrück Klartext und legte sogar noch klar nach. Er kündigte nicht nur an, die Steuern für Reiche tatsächlich zu erhöhen, sondern bringt ein neues Versprechen mit: „Ich verspreche, die Umfragewerte der SPD zu erhöhen, ebenso das Wahlergebnis der SPD bei der Bundestagswahl“ Der Clou ist, dem Begriff „erhöhen“ eine positive Bedeutung zu geben. Wer eine Gehaltserhöhung bekommt, wird das auch nicht unbedingt als unangenehm empfinden.

Wie keinblatt.de erfuhr, gab Steinbrück das Versprechen nicht nur seiner Frau und seinem engeren Kreis, sondern wiederholt es für jeden, der es nicht hören will. Aber mit dem Versprechen ist es so eine Sache. „Natürlich bin ich auf die Mithilfe von Ihnen, dem Wähler, angewiesen“, so Steinbrück, „Wenn Sie nicht bei den ganzen Umfragen der Wahlforschungsinstitute ab sofort SPD nennen und nicht bei der Bundestagswahl beide – ich wiederhole, beide – Stimmen der SPD geben, dann sind Sie ja selbst schuld, wenn ich mein Versprechen nicht einlösen kann.“

Telefonwerbung immer dreister: Werber geht sich selbst auf den Leim

Call Center
Traumarbeitsplatz Callcenter (Symbolbild). Foto: TruckPR / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Peter Schmidt (Name von der Redaktion geändert) ist Telefonwerber in einem großen deutschen Callcenter. So weit ist das nicht wirklich erwähnenswert. Was Schmidt aber jüngst passierte, kommt sicherlich nicht alle Tage vor. Schmidt verkauft unsinnige Zeitschriftenabonnements. Sein Auftrag ist hard selling – Abschluss um jeden Preis. „Wie die meisten Werber verwenden wir nicht nur gekaufte Adressbestände, sondern erstellen auch Telefonnummern mit dem Zufallsgenerator“, so Schmidt, „Damit wir alle kriegen.“

Als Schmidt mal wieder den Button drückte, um den nächsten Kunden abzuzocken, läutete auf einmal sein eigenes Handy. Wie sich später herausstellen sollte, war dies ein bemerkenswerter Zufall. Der Zufallsgenerator kam ausgerechnet zu Schmidts Nummer. Schmidt ging an sein Handy. Ist ja kein Problem, so ein Headset ist schon praktisch, da hat man ja beide Hände frei. Und bei seinem Modell ist auch ein Ohr frei.

Anruf von „unbekannt“ zeigt das Display. „Natürlich dürfen wir keine Rufnummernunterdrückung machen, aber was meinen Sie, wie egal das uns ist“, sagt Schmidt mit einem sarkastischen Lächeln auf den Telefonlippen.

Aber zurück zum Anruf. „Mir kam die Stimme schon irgendwie bekannt vor“, so Schmidt, „Aber Sie wissen ja, die Telefonstimme eines jeden hört sich immer anders an als in natura. Und der Name – nun ja, ein Allerweltsname, dem schenke ich doch keine Beachtung. Was meinen Sie, wie viele Namen ich jeden Tag höre? Auf jeden Fall habe ich dem Typen gleich zwei Abos verkauft. Am Anfang gab es noch Gegenwehr, aber diese weiß ich erfolgreich zu knacken. Das ist immerhin mein Be-Ruf.“ Schmidt betont das Ruf, er ist 24 Stunden am Tag auf den unseriösen Verkauf via Telefon fixiert.

Erst nach dem Anruf sei Schmidt dann so richtig bewusst geworden, dass er sich gerade selbst etwas angedreht hatte.

„Shit happens“, mein Schmidt, „Jetzt muss ich das Geschäft wieder rückgängig machen.“ Das sei ja immerhin möglich. Allerdings dürfte es nicht leicht sein. Immerhin müsse er ja nun den Widerruf bei sich selbst machen. Und er sei ja eine arrogante, unverschämte Kreatur, die auch ihre eigenen Kinder jederzeit am Telefon verkaufen würde. „Das wird sogar extrem schwer“, prophezeit Schmidt, aber eine gute Übung sei dies allemal. Immerhin gebe es bei ihnen keine erfolgreichen Widerrufe, eher drehten sie den zweifelnden Kunden noch ein paar sinnlose Lose an. „Natürlich helfen wir da ein wenig nach, je nach Anrufertyp“, erklärt Schmidt, bei der alten Oma etwa richte er noch einen ganz lieben Gruß von Günther Jauch aus, den er eben am Gang getroffen habe. Das mache Eindruck. „Ab und zu glauben uns die Leute so einen Scheiß sogar“, so Schmidt, „Das ist wirklich unglaublich. Ich müsste eigentlich nach so manchen Anrufen für die verlorene Menschheit weinen.“

Enthüllt: Steinbrück heterosexuell!

Peer Steinbrück
Nun muss sich Peer Steinbrück (ehemaliger persönlicher Referent der Bundesminister Hans Matthöfer und Volker Hauff) auch noch dieser Diskussion stellen. Foto: Klaus Mindrup / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokratie, Peer Steinbrück, ist heterosexuell. Das besagt ein umfangreiches, streng vertrauliches Dokument, das der keinblatt.de-Redaktion zugespielt wurde.

Nun mag das ja Privatsache sein, aber da die Redaktionsassistentin versehentlich den falschen Button drückte, wurde das Dokument mehr oder weniger zufällig an den Presseverteiler geschickt und somit an alle erdenklichen Zeitungen, TV- und Radiosender verteilt, darunter auch die befreundete Station „101,7 – die Hits der 80er- und 90er und das Beste von morgen“, die wir an dieser Stelle herzlich grüßen. Bei den anderen Empfängern entschuldigen wir uns für den Fauxpas.

Nun also ist es raus. Beim Einkaufen hat die Redaktion ein paar Stimmen eingesammelt: „Ist denn heute keiner mehr normal?“, meint eine Rentnerin. Ihr Begleiter wollte nur ein „Pfui!“ ausstoßen. Dann kümmerte er sich bereits wieder um den Einkaufswagen.

Eine junge Frau erwiderte, sie würde ihn natürlich trotzdem wählen, denn ihr ginge es um seine glaubwürdige Politik. Immerhin habe Steinbrück ja versprochen, die Steuern zu erhöhen, also die Stromsteuer zu senken.

Ein Mann, um die 40, schimpfte sofort los, mit dem Niveau im Wahlkampf würde es immer abwärtsgehen. Für seine Neigungen könne ja niemand was. Die Redaktion muss aber hier einwenden, eine Neigung sei ja begrifflich schon als Gefälle zu verstehen, also müsste sie ja bereits per Definition sinken.

Ein etwas jüngerer Mann verstand offenbar weder Deutsch noch Englisch, noch Türkisch, noch 普通话, sodass er nichts zu der Enthüllung sagen konnte oder wollte. Im Schnellschritt suchte er das Weite, fand es aber nicht.

Die Kassiererin ließ sich nur zu einem „Ist nicht wahr?“ hinreißen, dem sie ein „Macht 29,40 Euro Mark. Sammeln Sie die Treuepunkte? Kassenbon?“ nachschoss.

Der Hausmeister schließlich meinte: „Sie hat doch ohnehin keine Chance. Da war ja der Oskar noch besser. Der hat zumindest immer schön die Wahrheit gesagt. Auch der Honni war gut.“

Irrer Plan: Alligatorschildkröte Lotti bleibt verschwunden – jetzt soll Sarkophag gebaut werden

Schnappschiildkröte
Das Ungeheuer von Loch Irsee (Symbolbild). Foto: Karim Rezk / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Deutschland ist jedes Jahr im Sommerloch mit einem mehr oder weniger gefährlichen Tier beschäftigt. Dieses Jahr ist es die Alligatorschildkröte Lotti, die in der Allgäuer Gemeinde Irsee einen 8-jährigen Bub schwer verletzt haben soll. Dem Jungen wurde beim Baden im Oggenrieder Weiher die Achillessehne gleich zweimal durchtrennt. Der Bub musste operiert werden. Gesehen hat das Tier bislang niemand, nur anhand der Verletzung geht man davon aus, dass hier eine Alligatorschildkröte ihr Unwesen treibt. Das gefährliche Tier, das zu den Schnappschildkröten gehört, wurde offenbar von seinem Besitzer ausgesetzt.

Um Lotti einzufangen, wurde inzwischen das Wasser des Weihers abgelassen. Doch die Bestie bleibt verschwunden und hat sich offenbar im Schlamm versteckt. Helfer durchwühlten bereits den Schlamm, auch ein Spürhund half mit. Doch alle Bemühungen blieben bislang ergebnislos. Es muss das Schlimmste befürchtet werden.

Inzwischen arbeitet die Gemeinde in Absprache mit den Behörden an einem irren Plan, um die Gefahr zu bannen. „Wir haben alles geprüft, auch eine Sprengung des Geländes“, so ein Sprecher der Gemeinde. Alle Maßnahmen hätten sich aber als wenig erfolgversprechend herausgestellt. Nun wolle man einen riesigen Sarkophag bauen. „Wir mauern gewissermaßen Lotti mit Spundwänden ein, die wir viele, viele Meter tief in den Boden rammen. Dann kommt ein Betondeckel drauf. Also ein Sarkophag, der Begriff sagt Ihnen hoffentlich noch etwas – Stichwort Tschernobyl!? So was ist absolut sicher und dicht! Da kommt keiner mehr raus, zumindest nicht lebend.“ Der Sprecher setzt fort: „Das mag grausam klingen, ist aber immer noch besser als eine Detonation, wo uns dann der ganze Dreck vom Seegrund kilometerweit um die Ohren fliegt.“ Mit dem Sarkophag müsste man dann nur ein paar Jahre warten, bis die Gefahr vorbei sei, wobei diese Schildkrötenart aber durchaus 80 Jahre werden könne. Aber das Problem löse sich immerhin von selbst. „Ich betone, von selbst.“

Als Attraktion könne man ja ein Einkaufszentrum auf den Sarkophag stellen. „Wir geben doch das Gelände wegen des Viechs nicht einfach auf, wir nutzen es weiterhin für unsere Bürger und den Tourismus“, so der Sprecher. Dort käme natürlich auch eine Zoohandlung rein. Und ein Schwimmbad als Ersatz für den beliebten Badeweiher.

Ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt – 44-Jähriger überlebt wie durch Wunder

Pillen
In die Röhre schauen (Symbolbild). Foto: Shaine Hatch / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der 44-jährige Frank Enstein aus Rosenheim wollte sich das Leben nehmen. Freunde von ihm waren stutzig geworden, als Enstein nicht mehr an sein Smartphone ging und seine nervtötenden Facebook-Statusupdates, die sich immer um die gleichen drei Themen (FC Bayern, Bayern München und die Münchner Bayern) drehten, immer seltener wurden und schließlich ganz versiegten. Den Freunden schwante Böses und sie machten sich auf den Weg zu ihm.

Als Enstein auch auf die Türklingel, lautes Klopfen sowie ein mark- und beinerschütterndes Trommeln nicht reagierte, brachen sie die Türe auf. Sie fanden ihren Freund bewusstlos am Boden liegend vor. Zu ihrem Entsetzen lag neben ihm eine leere Schachtel Tabletten, offenbar Schlaftabletten, auf dem Boden. Atmung und Puls waren zumindest noch schwach vorhanden, wie die Freunde mit Erleichterung feststellten.

Sie alarmierten sofort den Notarzt. Dieser brachte den Patienten nach einer ersten Notversorgung in das nahe gelegene städtische Waldspital. Wie durch ein Wunder überlebte Enstein den Suizidversuch ohne Folgeschäden. Wie ein Kliniksprecher mitteilte, habe Enstein eine ganze Röhre Schlaftabletten geschluckt, eine Dosis, die normalerweise zum sicheren Tode führt. Was ihn gerettet habe, sei die Tatsache gewesen, dass Enstein die Röhre rein zufällig nicht geöffnet hatte, bevor er sie schluckte.

Neuester CSU-Plan: Maut für Betreuungsgeld

Horst Seehofer
Horst Seehofer (CSU) will die Maut und die Maut will ihn. Foto: Hubert Burda Media / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Das Betreuungsgeld („Herdprämie“) ist so unbeliebt, dass die CSU schon mal die Anmeldeformulare für Leute ausfüllen muss, die das Betreuungsgeld gar nicht wollen.

Dagegen stößt der geniale Plan des bayerischen Landesvaters, Horst Seehofer (CSU), eine Autobahnmaut für Ausländer einzuführen, auf große Zustimmung. In spontan durchgeführten Umfragen fanden sich autobahnbreite Mehrheiten für das Vorhaben. Nur eine Minderheit sieht einen angekündigten Wahlbetrug, da es gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt, Ausländer zur Kasse zu bitten, Inländer dagegen nicht. Dass im Gegenzug die Kfz-Steuer verringert oder gestrichen wird, glauben nicht alle, da Steuern normalerweise nie abgeschafft werden, wenn sie erst einmal eingeführt wurden. Möglicherweise sind einige Wähler einfach masochistisch veranlagt und möchten für ihre Wahlentscheidung später Prügel beziehen – rein im übertragenen Sinn, versteht sich, obwohl, wer weiß … O.k., Spaß beiseite. Wie auch immer: Der Plan mit der Maut kommt an! Seehofer träumt schon von 150 Prozent plus x. Ergo: Das Betreuungsgeld ist ein Flop, die Maut der beliebteste Plan seit Erfindung der Bierfässer aus Aluminium.

Nun aber die geniale Idee: Warum nicht beides miteinander kombinieren? Ein enger Vertrauter von Seehofer, der nicht genannt werden will, sprach mit keinblatt.de: „Wir erheben eine Bearbeitungsgebühr auf das Betreuungsgeld, eine Art Maut, die erst einmal entrichtet werden muss, bevor das Betreuungsgeld sprudelt. Diese soll jeder bezahlen. Zumindest, wenn er Ausländer ist (kurzer höhnischer Lacher; die Redaktion). Es kann ja nicht sein, dass Ausländer einfach die langen, gut ausgebauten, aber stark verschlungenen und sanierungsbedürftigen Wege innerhalb der deutschen Bürokratie, die die deutschen Bürger finanziert haben, kostenlos benutzen dürfen. Schließlich gibt es in den Behörden häufig lange Staus vor den Amtsstuben. Da muss investiert werden. Daher sollen die Ausländer zahlen, das ist nur gerecht!“

Urlaubsrückholaktion für Bahnmitarbeiter scheitert an katastrophaler Erreichbarkeit von Mainz Hbf

Wie bereits mehrfach in der Tagespresse berichtet wurde, ist Mainz derzeit phasenweise vom Bahnverkehr abgeschnitten. Viele Fern- und Regionalzüge fallen daher aus oder müssen umgeleitet werden, an Mainz vorbei, versteht sich. Grund dafür ist die angespannte Personalsituation im örtlichen Stellwerk. Einige Mitarbeiter dort sind erkrankt, andere im wohlverdienten Urlaub.

Mainz Hbf
Der Mainzer Hbf ist phasenweise nur noch aus der Luft über den nicht existierenden Mainzer Flughafen erreichbar. Foto: jason alan layne / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Für Aufsehen, aber auch für Empörung, sorgte ein Vorschlag des Bahn-Aufsichtsrates: Dieser will Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückholen, um die Lage am Mainzer Hauptbahnhof zu entspannen.

Inzwischen wurde bekannt, dass der Plan schon wieder verworfen wurde. Ein Bahnsprecher gab bekannt, dass ausgerechnet die chaotische Verbindung nach Mainz dafür verantwortlich sei: „Viele unserer Mitarbeiter sind selbst mit dem Zug in den Urlaub gefahren. Die katastrophale Anbindung an den Mainzer Hauptbahnhof erlaubt es nicht, unsere Mitarbeiter zeitnah zurückzuholen. Wie auch, wenn der normale Bahnkunde Mainz kaum noch erreichen kann, wie soll es dann erst unseren Mitarbeitern gelingen? Wir sind jetzt schon am absoluten Limit, da müssten wir den einen oder anderen gestrichenen Zug doch noch für den Stopp in Mainz einplanen. Stellen Sie sich vor: Zum Stopp in Mainz! Das können Sie schlicht vergessen!“

Auch ein Einfliegen der Mitarbeiter sei laut Sprecher kaum möglich: „Das müsste erst mal jemand organisieren, wer bitte in aller Welt soll das denn machen? Und was das kosten würde! Mal davon abgesehen, hat Mainz überhaupt keinen eigenen Flughafen. Die Mitarbeiter müssten das letzte Stück vom Fraport oder Frankfurt Hahn mit dem Regionalzug fahren, was – räusper – eher suboptimal ist. So, ich muss weiter, ich wünsche Ihnen noch eine angenehme Fahrt mit der Deutschen Bahn!“

Schrecklicher Verdacht: Ist Mollath Franke?

Gustl Mollath
Whistleblower Gustl Ferdinand Mollath. Nach ersten entlastenden Hinweisen gibt es einen neuen ungeheuerlichen Verdacht. Foto: JG-NF / Lizenz: CC BY 2.0

Gustl Ferdinand Mollath ist frei. Sieben Jahre war er in der geschlossenen Psychiatrie, früher sagte man Irrenanstalt dazu. Es spricht vieles dafür, dass Mollath geistig völlig normal ist, dass er Opfer eines Komplotts ist, dass er weder gemeingefährlich ist noch die ihm vorgeworfenen Taten (die Ehefrau an nicht einheitlichen Wochentagen verprügelt, Reifen von Fahrrädern aufgeschlitzt, die verbotswidrig unter dem Dach der Gemeinschafts-Fahrradgarage herausragten) je begangen hat. Vielmehr hat er offenbar ein kriminelles Netzwerk von Schwarzgeldverschiebungen in einer irren Größenordnung aufgedeckt. Mollath war dann derart gefährlich für die herrschende Elite, quasi ganz gemein gefährlich, dass man ihn einfach wegsperren musste. Immer wieder und wieder verbreitete er seine Verschwörungstheorie vom schwarzen Geld, er konnte nicht anders. Der Mann, der zu oft musste. Heute weiß man, Mollath ist Whistleblower und Pflanzenzüchter.

Nun aber gibt es einen neuen, schrecklichen Verdacht: Ist Gutl Mollath etwa Franke? Dem Dialektforscher Dr. Sauerbier ist in Mollaths Aussprache diese fürchterliche Konsonantenschwächung aufgefallen, wie sie für das Fränkische typisch ist. Aus t wird d, aus k wird g. Dazu kommen ein rollendes r und ein Verschleifen von Wortendungen. Beides ist berüchtigt dafür, die Ohren der Zuhörer auf eine schwere Probe zu stellen. Sauerbier hatte bereits früher anhand bestehender Tonaufzeichnungen gewisse Eigenheiten wahrgenommen. Diesen ging er beim ersten Interview Mollaths in Freiheit nach. „Ich bin da an einer heißen Sache dran“, wird Sauerbier zitiert.

Auch liefern biographische Daten Mollaths, die als Geburtsort „Nürnberg“ ausweisen, starke Hinweise für diese ungeheure These. Wenn man nun auch noch beweisen könnte, dass Mollath seine frühe Kindheit im Nürnberger Raum verbracht hat, dann wären die letzten Zweifel beseitigt. Einmal Franke, immer Franke.

Den Autor treiben übrigens keine Abneigungen gegen Franken, des Autors Vater ist selbst in Nürnberg geboren.

20 Prozent? FDP fordert Steuerfreitag

Philipp Rösker
Philipp Rösler steigt in die heiße Wahlkampfphase ein. 20 Prozent sollen es werden. Foto: Medienmagazin pro / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Wie zahlreiche Medien berichteten, fordern die Grünen einen wöchentlichen fleischfreien Tag in Deutschlands Kantinen, den sogenannten „Veggie-Day“ (Körnertag). Nicht alle sind begeistert und manche unterstellen den Grünen sogar Verbotsphantasien. Der Verband der Fleischindustrie sieht in solchen Vorschlägen „weder Fisch noch Fleisch“. Damit würden sich doch die Grünen ins eigene Fleisch schneiden, so ein Verbandssprecher.

Die FDP zieht nun mit einer eigenen Idee nach. Parteiboss Philip Rösler sagte keinblatt.de gegenüber: „Wir Liberalen müssen auf diesen provokanten, aber erfolgreichen Vorschlag reagieren und unsere Klientel bedienen. Wir sind die einzige Steuerabschaffungspartei aller Parteien, die Steuern abschaffen wollen.

Wir fordern daher den ‚Steuerfrei-Tag‘. Praktischerweise legen wir diesen auf einen Freitag, har har har, da muss dann nur der Bindestrich raus, also ‚Steuerfreitag‘, was für ein Wortspiel!“

An diesem Tag könne die Mehrwertsteuer entfallen, so Rösler. Der Slogan wäre dann: „20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung“. So etwas sei ja in der – praktischen – Anwendung schon einmal ein Riesenerfolg gewesen und könne die Konjunktur ankurbeln. Die drohende Insolvenz der Bundesrepublik Deutschland ließe sich damit vielleicht noch einmal bis zum nächsten Schuldenschnitt und bis zur nächsten Bankenrettung abwenden.

Auf den Einwand angesprochen, die Mehrwertsteuer betrage derzeit doch 19 bzw. 7 Prozent und nicht 20 Prozent, erwidert Rösler: „Respekt, Sie haben in der Schule aufgepasst!“ Der Parteichef spielt an seiner kassenlosen Brille. Dann setzt er fort: „Mehr dann nach Schließung der Wahllokale. Nur so viel: Die freie demokratische Partei hat sich immer schon für Steuervereinfachung, Steuerangleichung und Steuerungstechnik stark gemacht. Das wird auch dieses Mal unser erklärtes Ziel sein“, so der sympathische Vorsitzende geheimnisvoll.

Essen: Illegales SM-Studio aufgeflogen

In Essen ist ein illegales SM-Studio nach Tipp eines ehrenhaften Bürgers aufgeflogen. Dem Inhaber, einem gewissen Dominik Peinig, wird vorgeworfen, nicht nur Kunden, die ihn wegen ihrer masochistischen Neigung aufgesucht haben, sondern auch Bürgern ohne eine solche Vorliebe in sadistischer Weise Schmerzen zugefügt zu haben. Laut eines Kriposprechers fehlte in diesen Fällen das gegenseitige Einvernehmen. Es sei davon auszugehen, dass der Inhaber durch diese Ausweitung seines Kundenkreises nicht nur seine Einnahmen steigern, sondern auch seine eigene Neigung besonders perfide ausreizen konnte. Es habe ihn offenbar besonders erregt, wenn ein Kunde ihm ausgeliefert war, der es gar nicht wollte. Zwar sei ein szenenübliches Stoppsignal vereinbart worden, um anzugeben, dass die Schmerzen nicht mehr auszuhalten und die Handlungen daher sofort zu unterbrechen seien. Allerdings sei dieses Zeichen entweder nicht beachtet worden oder hätte aufgrund der Umstände gar nicht abgegeben werden können. Es sei damit von vornherein eine Finte gewesen.

Schmerzen
Ein Herz für den Schmerz, die Schmerzen der Herzen (Symbolbild). Foto: Michelle Zell-Wiesmann / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Paul Müller (Name von der Redaktion geändert), eines der Opfer, ist fassungslos. Er hatte schon seit Tagen quälende Schmerzen. Gerade deshalb habe er ja den Laden aufgesucht. Masochistisch veranlagt sei er überhaupt nicht. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass es sich hierbei um ein SM-Studio handele, ganz im Gegenteil, vielmehr habe der Laden einen äußerst seriösen Eindruck auf ihn gemacht. Ihm sei zunächst der Inhaber vorgestellt worden. Nachdem er Platz genommen hatte, sagte ihm der Inhaber, wenn er es vor Schmerz nicht mehr aushalten könne, solle er „Halt!“ rufen.

Der Inhaber setzte eine Spritze. Der Einstich habe kurzzeitig schrecklich weh getan, so Müller, dann aber habe er erst einige Zeit kaum mehr Schmerzen gespürt. Als die Schmerzen langsam zurückkamen und irgendwann heftiger wurden, habe es Müller schließlich nicht mehr ausgehalten und wollte „Halt!“ rufen. „Ich habe gemerkt, dass das überhaupt nicht geht“, so Müller, „Ich konnte ja gar nicht sprechen, wenn der Kerl mir im Mund rumfuhrwerkt! Das wusste der doch, das ist doch kriminell.“ Nach quälend langer Zeit habe er endlich gehen dürfen. Danach habe er mehr Schmerzen gehabt als vorher, so Müller. Nach ein paar Stunden sei der Schmerz dann endlich zurückgegangen. Einige Tage später habe er jedoch eine gepfefferte Rechnung im Briefkasten vorgefunden. Die Summe hätte bei ihm schreckliche Kopfschmerzen ausgelöst, wahrscheinlich sei das auch Teil des Konzeptes, vermutet Müller. Dem Ladenbetreiber sei es anscheinend nur um sadistisch motivierte Schmerzerzeugung gegangen.

Die Kriminalpolizei hat einen weiteren schweren Vorwurf. Nicht nur seinen Kunden habe der Inhaber überhöhte Rechnungen geschickt. Zur weiteren Geldvermehrung soll er sich ersten Ermittlungen zufolge auch heftigst bei den Krankenkassen bedient haben. Dort habe er sein Studio in einer an Dreistigkeit kaum zu überbietenden Weise als Dentalpraxis ausgegeben. Weitere Ermittlungen werden folgen. Keinblatt.de bleibt an diesem ungeheuren Fall dran.

Steinbrück: So werde ich doch noch gewinnen!

Es läuft nicht gut für den sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Erst irritierte er seine ehemaligen Anhänger und die, die es noch werden wollen, mit Wahlplakaten, auf denen ausgerechnet seine Duellantin Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) zu sehen ist. Auch wenn die Kanzlerin dort nicht so besonders vorteilhaft abgebildet ist, verstehen die Leute diese Plakate als Erinnerung und Aufforderung, der Partei der Kanzlerin ihre Stimme zu geben. Dass da noch SPD auf dem Plakat steht, übersehen viele. Denn für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Nun schockte Steinbrück sein Team mit der Ankündigung, in der zweiten und letzten Wahlkampfphase sich selbst plakatieren zu lassen. Ein Weggefährtin, die nicht genannt werden will, fragte besorgt: „Was in aller Welt hat er denn nun vor? Bei jeder Ankündigung zittere ich inzwischen am ganzen Körper.“

Peer Steinbrück Wahlplakat
Wird es so aussehen, das Wahlplakat mit Peer Steinbrück? Vorlage für die Montage: NEXT Berlin / Lizenz: CC BY 2.0

Steinbrück beklagt, dass die Kanzlerin ihn einfach ignoriere. Sie nenne auf ihren Wahlkampfveranstaltungen nicht mal seinen Namen. Das kränke ihn schon etwas. Nun aber wolle er zurückschlagen. Der neue Plan bestünde darin, die unsäglichen SPD-Wahlplakate der ersten Serie zu vergessen, genauer gesagt, einzustampfen. Die hätten schon genug Schaden angerichtet.

Daher werde er das korrigieren und das Gegenteil machen. Es sei richtig und wichtig, wenn sein Kopf zu sehen sei. Aber nicht nur das: „Ich drehe den Spieß um“, sagt Steinbrück: „Wenn die Leute CDU wählen, wenn Angela Merkel abgebildet ist, aber SPD draufsteht, dann wählen die Leute SPD, wenn Peer Steinbrück abgebildet ist, aber CDU draufsteht. Das ist doch in aller Bescheidenheit mal so richtig genial. Meine eigene Idee könnte glatt von mir selbst sein“, so der hanseatische Herausforderer. Das habe einen weiteren Vorteil: Die CDU ignoriere nun Steinbrück und seine SPD nicht mehr. Zumindest entstünde der Eindruck, das Plakat sei von der CDU erstellt worden. „Denn es wird ja keiner so blöd sein, anzunehmen, dass da irgendjemand Partei und Kandidat durcheinander würfelt“, so der sichtlich gelöste Kanzlerkandidat.

Wie das aussehen wird, konnte keinblatt.de noch nicht in Erfahrung bringen, schließlich laufen die Druckmaschine hinter dreifach verschlossenen Türen. Aber keinblatt.de hat sich einmal Gedanken über ein mögliches Motiv gemacht. Es spricht nicht nur die Generation Internet an, sondern auch Extra-, Intra- und Darknet-Benutzer. Interessant ist in dem ganzen Wahlkampf aber noch etwas ganz anderes: Was macht eigentlich Fipsi?