Kirchen wegen Sonntagsarbeit angezeigt – bald nur noch werktags Gottesdienste?

Gottfried Hassdenteufel ist stinksauer. Seit Urzeiten verstießen die beiden Amtskirchen nach seiner Beobachtung gegen das Sonntagsarbeitsverbot, indem sie regelmäßig zehntausende Pfarrer und Altardiener zur Abhaltung von Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen verdonnerten.

Gottesdienst
Ist der Kirche der Sonntag noch heilig? Foto: Erell / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Daher habe er seinen Anwalt kontaktiert, der dann nach umfassender Prüfung eine Strafanzeige gegen die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche gestellt habe. Der Anwalt habe ihm mitgeteilt, dass er sich sicher sei, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben werde und die Kirche in Zukunft diese Praktik einstellen müsse.

„Der Sonntag ist per Grundgesetz und auch per Arbeitszeitgesetz geschützt – als Tag der Ruhe und Entspannung“, sagt Hassdenteufel, „Sonntagsarbeit ist nicht erlaubt.“ Es gebe zwar diverse Ausnahmen, vor allem für lebenswichtige Einrichtungen, etwa Feuerwehr, Polizei und Spitäler, Tankstellen und Gastronomie. Für Kirchen sehe das Gesetz auch eine Sonderreglung vor. Ausgenommen vom Sonntagarbeitsverbot seien dabei gemäß Arbeitszeitgesetz:

Nichtgewerbliche Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgesellschaften, Verbände, Vereine, Parteien und anderer ähnlicher Vereinigungen

Der Knackpunkt sei jedoch das nichtgewerblich. Hassdenteufel führt aus: „Die Kirchen nichtgewerblich? Da lache ich ja. Die beiden Amtskirchen gehören tatsächlich zu den größten und reichsten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland. Sie sind Finanzriesen. Zusammen sind die beiden Kirchen der größte Arbeitgeber in Deutschland nach dem Staat. Ihnen gehören unzählige Immobilien und Firmen. Sogar diverse Banken und Hotels sind im Besitz der Kirchen. Gewerblicher geht es gar nicht.“

Laut Hassdenteufel seien die Gottesdienste ohnehin immer spärlicher besucht. Hassdenteufel wertet dieses Fernbleiben der Gläubigen als stillen Protest gegen die Sonntagsarbeit. Auch verursache die Sonntagsarbeit besonderen Stress für die Pfarrer, wo doch der Zuspruch durch immer weniger Anwesende sinke. Da fehlten die Erfolgserlebnisse, die im Beruf so wichtig seien.

Hassdenteufel will den Sonntag wieder als ruhigeren Tag etablieren, an dem man nicht arbeite, an dem man sich der Familie widme und in die Kirche gehe.

Experte: Freitag, der 13. ist der Tag des Unglücks!

Und wieder ist Freitag, der 13. Schauen Sie doch bitte einmal auf Ihre Kalender-App, jetzt gleich, bitte!

Jason-Maske
Die Maske des Unglücks hat (k)ein Gesicht. Foto: frogDNA / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Früher hielt Kinofan und Spielfilmexperte Jason Veerheugen den angeblichen Unglückstag Freitag, den 13. für einen primitiven Aberglauben, an dem nichts dran sei. Nachdem er aber die inzwischen zwölf Filme der Reihe „Freitag der 13.“ gesehen habe (in Deutschland sind einige Teile noch immer auf dem Index für jugendgefährdende Medien oder gar beschlagnahmt), ist sich Veerheugen sicher, an dem Tag sei tatsächlich der Horror unterwegs. In allen Filmen geschähen schlimme Morde, die dem Zuschauer in schrecklichen Details gezeigt würden. Die Filme hießen nicht nur allesamt „Freitag der 13.“, sondern sie spielten auch noch weitgehend an Freitagen, die auf einen 13. fielen. Das seien schon ziemlich viele seltsame Zufälle, meint Veerheugen. Natürlich wisse er, dass die Filme Fiktion seien, offiziell zumindest. Die Geschichten seien aber so realistisch konstruiert, dass man hier Zweifel haben müsse. Einem Drehbuchautor könne wohl kaum so eine Endlosgeschichte einfallen, die sich fast immer nach demselben Muster abspiele. Solche Eintönigkeit gebe es nur im echten Leben. Noch etwas fiel Veerheugen auf. Es fehle bis heute ein 13. Teil, es seien inklusive eines Cross-overs und eines Remakes exakt zwölf Teile.

Den Freitag sieht man als Unglückstag, weil Jesus an einem Freitag starb. So weit, so schlecht. Die 13 als Unglückszahl indes leitet man im Allgemeinen davon ab, dass beim letzten Abendmahl Jesu Christi 13 Personen anwesend gewesen sein sollen, der Verräter Judas war gewissermaßen der 13. Anwesende. Es gibt noch weitere Thesen, aber immer schleicht sich die 13 als suspekte Zahl ein. Viele Zählweisen enden mit 12, wodurch der 12 eine Harmonie innewohnt, die von einer 13 unterbrochen werden würde. Natürlich sind hier in erster Linie die Monate zu nennen. Die 13 ist somit nicht existent, wenngleich es auch Kalendersysteme mit 13 Monaten gibt. Der 13 haftet so gesehen etwas Unheimliches an.

Genau das liege ja hier vor, so Veerheugen, der 13. Teil bleibe bei der Filmreihe nebulös, weil keiner wisse, ob das Grauen in Gestalt einer Folge 13 nicht doch noch irgendwann auftauche. Das wäre wirklich der absolute Horror, da ist sich Veerheugen sicher.

Studie bestreitet Nutzen von Studien

Tafel
Laut einer Studie werden auf Blackboards mehr Fehler in Formeln gemacht als auf Whiteboards. Der Auftraggeber der Studie ist in der Whiteboardbranche tätig. Foto: Amber Case / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Studien genießen sicherlich nicht den besten Ruf. Dennoch werden sie vielfältig eingesetzt und spielen auch z.B. bei politischen Entscheidungen eine beträchtliche Rolle. Ob die schlechte öffentliche Meinung berechtigt ist, wurde nun umfassend untersucht.

Dr. Roloff, Professor für Statistik an der Universität Gelsenkirchen, hat mit seinem Team im Rahmen einer groß angelegten Studie einige Hundert Studien aus verschiedensten Bereichen – etwa aus Medizin, Ernährungswissenschaften, Soziologie und Volkswirtschaft – unter die Lupe genommen. Dabei überprüfte sein Team selbst Studien, bezog aber auch bestehende Aufsätze ein, die sich mit der Qualität einzelner Studien bzw. Arten von Studien beschäftigen. Auch diese Aufsätze wurden auf Stringenz evaluiert. Nur so sei es möglich gewesen, ein umfassendes Bild über die Studiengüte zu erlangen, so Roloff.

„Das Ergebnis ist erschütternd“, sagt Roloff, „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden noch übertroffen.“ 66,6 % der Studien hätten so viele handwerkliche Fehler, dass sie faktisch unbrauchbar seien. Viele seien sogar vorsätzlich in eine vorgegebene Richtung gelenkt oder zumindest durch die Erwartungshaltung des Auftraggebers merklich beeinflusst worden. Solche Studien seien nicht wissenschaftlich und nützten nur den Auftraggebern, aber nicht der Menschheit. Ein weiterer Teil der Studien wiesen zumindest so viele Mängel auf, dass man erheblich an ihrer Brauchbarkeit zweifeln müsse.

In puncto Kollektivgröße, Signifikanz und Randomisierung würden immer wieder unverzeihliche Fehler gemacht. So würden oft zu kleine Kollektive betrachtet. Roloff berichtet von einer Studie aus der Sportmedizin, in der ein positiver Einfluss von Rotwein auf die Kondition von Probanden nachgewiesen worden sei. Dabei seien nur 150 Probanden einbezogen worden. Bei späteren Untersuchungen mit größeren Kollektiven habe sich das Ergebnis stets ins Gegenteil verkehrt.

Auch würde die Signifikanz oft falsch eingeschätzt. Dabei würden bereits kleinere Abweichungen als Ergebnisse verkauft, obwohl bei so geringer Relevanz die Effekte im normalen Schwankungsbereich lägen.

Ferner würden immer wieder Korrelationen aufgezeigt, wo tatsächlich keine seien, da sich die Kontrollgruppen nicht nur in einem Merkmal unterscheiden würden, das Gegenstand der Untersuchung sei, sondern noch in entscheidenden weiteren.

Nirgends finden sich so viele Fehler, wie sie in Studien vorkommen könnten, wie ausgerechnet in Studien, führt der Professor aus. Die Studie soll noch dieses Jahr publiziert werden.

Sie wollen nicht mehr die Schwarzen sein – CDU wählt Ultraviolett als neue Leitfarbe

Schwarz
Aktuelle Identifikationsfarbe der CDU

Die CDU will sich nach der Bundestagswahl ein neues Farbimage zulegen. Das teilte überraschend CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe einer ausgewählten Gruppe von Journalisten am Rande einer Wahlkampfveranstaltung mit.

„Wir wollen weg von Schwarz“, so Gröhe. Zum einen habe Schwarz ein negatives Image. Die Farbe stehe für Dunkelheit, für Depression, Trauer, für Armut1 und für Unglück. Begriffe wie „schwarzer Tag“ sprächen für sich. Selbst eine schwarze Katze bringe man mit Pech in Verbindung, holt Gröhe aus. Ein schwarzes Loch – ein solches befinde sich nach dem heutigen Kenntnisstand in jeder Galaxie – sei auch nicht gerade positiv besetzt, zermalme es doch alles auf Atomgröße, was ihm zu nahe komme.

Zum anderen könne man die ständigen Verunglimpfungen nicht mehr hören. Angela Merkels Traumkoalition Schwarz-Gelb würde zu „Schwatz-Gelb“ oder gar „Schwarz-Geld“ verballhornt, ohne dass es hierfür auch nur den geringsten Anlass gäbe. Das sei einfach Neid, Gegnerspott. Das wolle und könne man sich nicht mehr bieten lassen.

Die Schwarzen sind eigentlich rot

Merkel CDU
Foto: Michael Panse / Lizenz: CC BY-ND 2.0

„Wenn Sie sich unser Logo ansehen, sehen Sie da ohnehin kein Schwarz“, führt Gröhe aus, „Unser Schriftzug ist ja eigentlich – ähh … – nun, wir reden nicht so gerne darüber – rot. Das ist ja die Farbe der Sozen“, sagt Gröhe fast schon flüsternd: „Das sind nicht wir.“

Gröhe erklärt, dass das Schwarz der CDU regelrecht aufoktruiert worden sei. Da die Konservativen sehr viel mit der christlichen Kirche verbinde und die Priester schwarz gekleidet seien, sei man mit dieser Farbe in Verbindung gebracht worden. Selbst habe man die Farbe zur Eigendarstellung nur selten verwendet. Gröhe fügt an: Es komme hinzu, dass Schwarz streng genommen nicht mal eine Farbe sei, sondern die Abwesenheit von Farbinformationen.

Gröhe weiß natürlich, dass fast alle Farben längst von den anderen Parteien beansprucht werden: Rot, Grün, Blau2, Gelb, Orange3, Braun, Grau4, Violett5 – all das sei ja schon weg. Weiß wäre zwar denkbar, aber kontraproduktiv. Denn Weiß erhebe zu hohe Ansprüche (weiße Weste), auch verschmutze die Farbe zu schnell und erfordere den energieintensiven Kochwaschgang für Parteikleidung und Fahnen, was mit Merkels Energiewende nicht in Übereinstimmung gebracht werden könne. Und es sei auch – wie Schwarz – im Grunde genommen nicht mal eine Farbe.

Eine neue Farbe für die CDU: Ultraviolett

Neue Farbe
CDU-Logo in der neuen Leitfarbe

Aber es gäbe da eine sehr gute Lösung. Man habe sich zwar noch nicht hundertprozentig entschieden, aber man favorisiere ganz klar einen ultravioletten Farbton (siehe Abbildung) – eine Farbe außerhalb des sichtbaren Lichts. Der Vorteil liege darin, dass bei Farben, die nie ein Mensch zuvor gesehen habe, keine Verwechslungsgefahr bestünde. Die genauen Farbcodes der neuen Parteifarbe werde man in den nächsten Wochen festlegen.

1In der jamaikanischen Flagge steht Schwarz tatsächlich für die Armut (und die Härten der Vergangenheit).
2 CSU, AfD (Alternative für Deutschland), als Blau-Gelb: FDP
2 Piratenpartei
3 Die Grauen/Graue Panther (ehemalige Seniorenpartei)
4 „Die Violetten“, eine spirituell orientierte Partei

Rente mit 18 – Bundesregierung will Rente vor Berufsleben schieben

Kristina Schröder
Bundesministerin Kristina Schröder (CDU). Größte Revolution der Sozialsysteme aller Zeiten? Foto: Frank Hamm Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Das Leben ist hart, aber ungerecht. Wenn Menschen nach einem anstrengenden Berufsleben, fünf Umzügen, vier schweren Operationen und drei noch schwereren Ehen endlich das Rentenalter erreichen, wollen sie verständlicherweise ihren wohlverdienten Lebensabend genießen. Doch bei vielen wird daraus nichts. Im schlimmsten Fall sind die Menschen bereits schwer krank und sterben nach kurzer Zeit. Andere leben zwar noch länger, haben aber oft wenig Lebensqualität, speziell wenn sie zum Pflegefall werden.

Wiederum andere, die Menschen vom Typ Gustav Gans, erfreuen sich mit 65 noch bester Gesundheit, bleiben noch sehr lange rüstig und beziehen 30 Jahre oder länger Rente. Das ist die maximale Ungerechtigkeit.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), will das ändern und hat eine Expertenkommission installiert, die hier deutlich mehr Gerechtigkeit herstellen soll. Wie keinblatt.de aus einer vertraulichen Quelle erfuhr, sollen die Empfehlungen, die man ohne jegliche Übertreibung als spektakulär ansehen kann, im Falle einer Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung bzw. einer Regierung unter CDU-Führung in der nächsten Legislaturperiode eingeführt werden.

Rentengerechtigkeit für fast alle – genialer Nebeneffekt: Jugendarbeitslosigkeit verschwindet völlig

Der Plan sieht hierbei vor, dass die Rente vorverlegt wird. Jeder, der die Schulbildung abgeschlossen hat, geht dann erst einmal für voraussichtlich zehn Jahre in Rente (an der genauen Zeitspanne wird noch gerechnet). In diesem Alter ist die Wahrscheinlichkeit statistisch extrem groß, dass man die volle Rentenzeit genießen kann und dabei auch gesund bleibt. Fast jeder Bundesbürger wird dann gleich lang Rente beziehen können. Gerechter geht es nicht. Ein extrem positiver Nebeneffekt ist außerdem, dass die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen komplett verschwinden wird, da in dem Altersbereich dann niemand arbeitssuchend sein kann, wenn er doch Rentner ist.

Logischerweise müsse dann die Altersrente abgeschafft werden, so der Vertraute. Jeder habe dann so lange zu arbeiten, bis er entweder absolut nicht mehr könne oder am besten gleich tot umfalle. Gerade der letztere Fall senke auch noch drastisch die Pflegekosten, was die Pflegeversicherung entlaste. Damit würden ganz klar die Vorteile des Modells überwiegen.

Natürlich braucht es gewisse Übergangsfristen. Wer jetzt schon im Berufsleben steht, für den wird sich nichts ändern. Aber im Laufe der nächsten zwei Generationen könnte dann das neue Modell sukzessive auf die gesamte Bevölkerung umgesetzt werden. „Das ist eine Kraftanstrengung, aber sie wird sich lohnen“, meint der Vertraute, der sich sicher sei, dass das Modell auch komme. Wer jetzt schon erwachsen sei, werde kaum Widerstand leisten, da er noch vom alten System profitieren könne. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen seien noch nicht wahlberechtigt und damit keine Gefahr. Außerdem würden sie sicherlich die Pläne begrüßen, also sei nicht mal mit einer harmlosen Schülerdemo zu rechnen. Wer würde schon Nein sagen, wenn er zehn Jahre faulenzen dürfe und dafür noch ganz gut bezahlt werde? Auch Formeln wie „Rente runter von 67 auf 18!“ würden schlussendlich jeden überzeugen. 1889 habe Reichskanzler Otto von Bismarck die erste Rentenversicherung geschaffen, was ein absoluter Meilenstein gewesen sei. Die Rente mit 18 werde dies noch deutlich übertreffen, so der Vertraute.

Sensation: CERN-Physiker entdecken neues Elementarteilchen – und nennen es Merkelium

CERN/ATLAS
Installation des Teilchendetektors ATLAS im europäischen Kernforschungszentrum CERN. Foto: Ars Electronica / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Im CERN, dem europäischen Kernforschungszentrum in Genf, wurde bei einem Experiment im Teilchenbeschleuniger unerwartet ein neues Elementarteilchen entdeckt. Professor Dr. Paul Higgins spricht von einer Sensation: „Es bestehen kaum noch Zweifel, es gibt offenbar ein bislang unbekanntes Elementarteilchen! Die Geschichte der Physik muss möglicherweise umgeschrieben werden.“ Zu Ehren der Kanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU), die ja bekanntlich Physikerin ist, wolle man das Teilchen nach ihr benennen. Das Komitee zur Namensfindung habe bereits signalisiert, dass man dem vorgeschlagenen Namen Merkelium zustimmen werde. Der Plural wäre dann Merkelia.

Das Teilchen erweitert den bereits sehr unübersichtlichen Teilchenzoo, der sich bekanntlich aus Quarks, Leptonen (z.B. Elektron), Wechselwirkungsteilchen (z.B. Photon) und dem postulierten, aber noch nicht endgültig bestätigten Higgs-Boson zusammensetzt (siehe Grafik). Ob das neue Teilchen mit dem sogenannten Standardmodell vereinbar ist, ist noch zu klären. Unter Umständen muss das Standardmodell erweitert oder sogar völlig verworfen werden.

Elementarteilchen
Diese Übersicht der Elementarteilchen muss wohl bald erweitert werden. Bild: Duschi / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Das Merkelium soll einige besondere Eigenschaften haben. Es ist relativ massereich und sehr langlebig. Ersten Berechnungen zufolge kann es Jahrzehnte existieren und nur in festen Intervallen von vier Jahren zerfallen.

Das Befremdliche ist, dass es – für ein Elementarteilchen eigentlich unmöglich – jederzeit seinen Spin ändern kann. Der Spin ist der Eigendrehimpuls bei punktförmigen Teilchen. „Hier stehen wir noch vor einem Rätsel“, sagt Higgins, „Anpassbare Teilchen kann es bei Elementarteilchen gar nicht geben, sonst wären sie ja nicht elementar.“ Das wäre ja das Gleiche, als wenn ein Mensch auf einmal seine innersten Überzeugungen umdreht und an einem Tag etwa noch pro Atomkraft sei und einen Tag später auf einmal dagegen und den Atomausstieg beschließe.

Simulation Zerfall
So kann es aussehen, wenn ein Elementarteilchen zerfällt (hier: Higgs-Boson). Bild: Quibik / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Eine elektrische Ladung soll das Merkelium keine aufweisen, es ist offenbar neutral. Bis jetzt ist noch nicht vollständig geklärt, welche genaue Funktion das Merkelium einnimmt. Ersten Experimenten zufolge ist das Teilchen bestrebt, andere Teilchen, von denen es getroffen wird, zum Zerfall zu bewegen. Higgins vermutet, dass sich dadurch erklären lasse, warum überhaupt Elementarteilchen, die man bislang nur als punktförmig wahrnehmen könne und die damit im Grunde genommen „nichts“ seien, zerfallen können.

Todesteilchen Merkelium? Verdanken wir ihm unsere Existenz?

Würde sich das bestätigen, wäre das Merkelium eine Art Todesteilchen. Man könne sich das vielleicht wie eine Art Machterhaltungssystem im Universum vorstellen. Das Merkelium überlebe extrem lange, aber wer ihm gefährlich werde, müsse weichen. Damit werde vielleicht das Universum zusammengehalten und wir könnten überhaupt nur auf diese Weise existieren, so der Professor. Wenn das nur so funktioniere, sei das alternativlos.

Die bisherigen Messungen und Ergebnisse zum Merkelium sollen in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Gefährlicher Hitzschlag – Schüler (18) deutete Symptome zu spät – aber er lebt

Der Hochsommer ist zurück mit Tageshöchstwerten jenseits der 30 Grad Celsius im Schatten. Viele unterschätzen hierbei die Gefahr eines Hitzschlags. So erging es auch Max (18) aus Bayern. Der Schüler erinnert sich an sein unangenehmes Erlebnis im August dieses Jahres. Max war mit dem Mountainbike unterwegs, die Sonne brannte unerbittlich vom christlichen Himmel herunter. Er habe es hier wohl etwas übertrieben mit seinem Sport, so der Schüler. Es sei schon heiß gewesen, der Körper fühlte sich aufgeheizt an. Er habe viel getrunken, aber dann doch hauptsächlich weiter Kilometer gemacht. Zuhause angekommen sei er schon etwas erschöpft gewesen und schnell in sein Schrankbett gegangen. Am nächsten Tag habe er sich dann so lala gefühlt.

Er habe dann aber zufällig in der Zeitung gelesen, dass vom Hitzeschlag Betroffene oft zunächst keine Symptome hätten, diese nicht bemerkten oder falsch deuteten. Später könne es dann zu spät sein. Typische Anzeichen seien Krämpfe und Bewusstseinstrübungen. Oft bemerkten Betroffene zunächst allenfalls eine Erschöpfung.

Hitzschlag
Drohender Hitzschlag. Nicht immer warnen raffiniert gestaltete Schilder vor der potenziell tödlichen Gefahr wie hier im Grand-Canyon-Nationalpark. Foto: Rebecca Brown / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Als er das gelesen habe, war dem Schüler klar, dass er einen Hitzschlag erlitten haben musste. Gerade die Tatsache, dass er keine oder mit viel Phantasie allenfalls leichte Symptome verspürt habe, passe exakt in das beschriebene Krankheitsmuster. „Es ist ja regelrecht tückisch, dass ausgerechnet nicht vorhandene Symptome die Gefährlichkeit markieren“, sagt Max. Heute sei er froh, dass er noch lebe, dass es ihm gut gehe. „Das hätte ganz anders ausgehen können“, so der Schüler.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass mit einem Hitzschlag nicht zu spaßen ist. Die Erhöhung der Körpertemperatur auf 40 Grad Celsius und mehr kann einen Wärmestau auslösen. Das Temperatur-Regulationssystem des Körpers kann regelrecht ausfallen und die Schweißproduktion zum Erliegen kommen. Es besteht im Einzelfall durchaus Lebensgefahr. Der Körper muss dann künstlich gekühlt werden, der Notarzt  eingeschaltet werden.

Hessen: Bürger vom eigenen Finanzamt erpresst!

Finanzamt
Freundlich und wohnlich gestaltete Räume, die zum Bürgerkontakt einladen, sind normalerweise das Markenzeichen von Ämtern. Hier geht alles rechtschaffen zu, sollte man meinen. Foto: Elias Schwerdtfeger / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Waldemar Schubert (Name von der Redaktion geändert) aus dem hessischen Neuburg ist fassungslos: „Ich werde erpresst.“ Das ist normalerweise schlimm genug und ein Fall für den Staatsanwalt. Aber was Schubert hier berichtet, stößt offenbar ein neues Kapitel in der Geschichte des Verbrechens auf. Denn der Erpresser ist kein anderer als das eigene Finanzamt!

Gut, er sei mit seinen Steuern im Rückstand, sagt Schubert. Schnell habe sich bei der Kommunikation mit dem Finanzamt der Ton verschärft. Aber nicht nur das. Inzwischen drohe ihm das Finanzamt mit Pfändung! Er werde angewiesen, seine Steuerschuld in einer engen Frist zu begleichen. Komme er dem nicht nach, werde man ihn pfänden. Das letzte Schreiben des Finanzamts gehe weit über das hinaus, was Nötigung sei, so Schubert, und selbst wenn es nur Nötigung wäre, wäre das in keinster Weise akzeptabel.

Nein, was das Finanzamt ihm nun geschrieben habe, erfülle ganz klar die Kriterien einer bandenmäßigen Erpressung, meint Schubert.

„Sollten Behörden nicht im Auftrag für den Bürger tätig sein und auch am Gemeinwohl interessiert sein?“, fragt Schubert rhetorisch, „Dazu gehört selbstverständlich, dass man nicht nur höflich miteinander umgeht, sondern auch von kriminellen Methoden Abstand nimmt.“

Schubert habe inzwischen den Fall seinem Anwalt übergeben, der ebenso entsetzt sei. „Das werden wir ja mal sehen“, meint Schubert, „Die kommen mir damit nicht durch!“

Finanzamt Formulare
Schikanier-Formulare der Finanzämter (Symbolbild). Behörden pflegen normalerweise eine besondere Art von Humor. Mit einer selbst geschaffenen Sprache, dem sogenannten Amtsdeutsch, das in keinem Wörterbuch steht und das nur von Beamten gesprochen wird, und bunten Formularen, die beim Ausfüllen viel Kreativität und Mut abverlangen, necken sie die Bürger. Das alles nehmen die Bürger selbstverständlich hin. Aber nun ist eine Behörde eindeutig zu weit gegangen. Foto: Maximilian Haack / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Studie: Medikamente wirken besser als Placebos

Ein Placebo (lat: Ich werde gefallen) ist ein Scheinmedikament, das keinen Wirkstoff enthält. Typischerweise sehen Placebos aus wie originale Medikamente, enthalten jedoch lediglich Zucker oder Stärke. Sie werden in aller Regel dazu eingesetzt, um die therapeutische Wirksamkeit von Medikamenten zu testen. Erstaunlicherweise zeigt sich hierbei immer wieder, dass ein Placebo bei einem nicht geringen Teil der Patienten eine vergleichbare Wirkung wie das echte Medikament aufweist (das in diesem Zusammenhang als Verum bezeichnet wird; Plural: Vera). Bei den sogenannten Doppelblindstudien wissen weder Arzt noch Patient, ob Placebos oder Vera verabreicht werden. Hierdurch sollen vorm allem die Erwartungshaltungen des Patienten, aber auch des Arztes, der diese unbewusst an den Patienten weitergeben könnte, an das Medikament neutralisiert und damit die Aussagekraft der Studie erhöht werden.

Sogar die Gestaltung von Placebos spielt eine Rolle bei deren Wirkung. Es gibt Hinweise darauf, dass z.B. weiße oder rote Pillen besser wirken als blaue, schwarze oder violette (siehe Tabelle am Artikelende). Teure Placebos sollen einer Studie zufolge wirksamer sein als billige.

Pillen, Bohnen oder Halluzinationen
Pillen, Bohnen oder Halluzinationen? Foto: eltpics / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Dem immer wieder erhobenen Vorwurf, dass die Wirksamkeit von Medikamenten generell überbewertet sei, wurde nun in einer großen Studie, an der 20 Universitäten aus Deutschland, den USA und auch einigen Schurkenstaaten teilnahmen, nachgegangen. Getestet wurden über 20 bekannte und weniger bekannte Schmerzmittel, die seit Jahren auf dem Markt sind, aber auch einige Tabletten gegen Sodbrennen sowie diverse Salben gegen Hämorrhoiden und Analfisteln.

Professor Dr. Placovic von der Universität Boston, der die 23 Millionen Euro teure Studie leitete, ist sich inzwischen sicher, dass Vera tatsächlich wirksamer sind als Placebos. Die Auswertung habe eindeutig ergeben, dass die Wirksamkeit der meisten getesteten Medikamente über dem Placebo-Effekt liege, so der Professor. Ein Ergebnis, mit dem er in dieser Klarheit nicht unbedingt gerechnet habe. Den Einwand, nichts wirklich Neues herausgefunden zu haben, sondern herkömmliche Doppelblindstudien veranstaltet zu haben, um lukrative Forschungsgelder abzuschöpfen, weist Placovic scharf zurück. Bislang habe man die Wirksamkeit von Medikamenten immer mit der von Placebos verglichen. Nun habe aber habe man erstmals Placebos untersucht und deren Wirksamkeit der von Medikamenten gegenübergestellt, so der Professor. Hier hätten erneut die Medikamente eindeutig vorne gelegen. Die genauen Ergebnisse wolle er in den nächsten Monaten publizieren.

Farbe Anwendungsbereich
Weiß Schmerzen (weißes Rauschen)
Rot Herz, Blut, Aufputschmittel, Realitätssinn steigern
Braun Abführmittel
Blau Beruhigungsmittel, Traumwelt erhalten, Potenzsteigerung
Gelb Antidepressiva (Farbe des Sonnenlichts)
Grün Für Öko-Tanten und Eso-Onkel
Pink Verhütungsmittel
Schwarz Pest
Schwarz-Rot-Gold Pathologischer Patriotismus

Tabletten-Tabelle: Das Pillepalle-Einmaleins der Farben

Neu: Der keinblatt.de-Shop

Merkel-Halskette in Schwarz-Rot-Gold

Wirkungsgrad: 100 %
Lagerbestand: 1
Preis: unbezahlbar

Merkel-Kette
Merkel-Kette in Schwarz-Rot-Gold. Foto: Mark Giles / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Diese formschöne, bunte Halskette wurde beim gestrigen TV-Duell von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (Christlich Deutsche Union) getragen. Durch die Farbwahl hat sie einen besonders hohen Wirkungsgrad und ist daher für alle Politikerinnen interessant, die am rechten Wählerrand fischen, um wirklich jeden Bürger, der die Union aus nationalen Motiven wählt, an der Wahlurne anzuketten, bis er sein Kreuz an der richtigen Stelle gemacht hat.

„Hätte, hätte … Fahrradkette“ (Steinbrück)

Wirkungsgrad: 98 %
Lagerbestand: >10.000
Preis: 9,99 EUR

Fahrradkette
Steinbrücks  „Hätte, hätte … Fahrradkette“. Foto: Shane / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Diese bis vor kurzem noch berühmteste Kette der Welt, mit der Kanzlerkandidatenkandidat Peer Steinbrück (Sozialisten) einen kleinen Fauxpas entschuldigte, ist auch ein tolles Produkt. Leider hat jede Antriebskette einen Reibungsverlust, daher liegt der Wirkungsgrad hier leider nur bei 98 %. Aber der Preis ist unschlagbar!

Weitere Produkte (in Planung)

Kettenbrief
Menschenkette
Kettenreaktion

Hellseherischer Albtraum: Felix (-0,2) träumt eigene Geburt

Schlafendes Kind
Schlafendes Kind (Symbolbild). Ein Traum: Nicht nur Menschen träumen, auch Tiere und sogar ungeborene Lebewesen. Foto: clappstar / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Dass bereits ungeborene Kinder träumen, ist längst bekannt und gilt als gesichert. Ein Schlüssel zu dieser Erkenntnis sind die sogenannten REM-Phasen (Rapid Eye Movement). Das  sind schnelle Augenbewegungen bei schlafenden Menschen während intensiver Traumphasen. Genau solche REM-Phasen konnten bei Embryos im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen an werdenden Müttern festgestellt werden.

Einen doch aber eher ungewöhnlichen Traum erlebte dabei Felix (-0,2). Er hatte in seinem zarten Alter von nicht einmal null Jahren (zum Zeitpunkt seines Traumes wurde er erst in acht Wochen erwartet) nicht nur bereits einen schrecklichen Albtraum, sondern sogar einen hellseherischen* Traum. Er träumte seine eigene Geburt.

Felix erinnert sich, es war alles so grell, so laut, einfach furchtbar. Es war die absolute Hölle, der reinste Horror. Er hatte Schmerzen, fror, fand sich viel zu klein und vor allem richtig hässlich. Auch litt er bereits an ausgeprägter Inkontinenz, einer besonders unangenehmen Krankheit, die normalerweise erst im fortgeschrittenen Alter auftreten soll. Felix ist fassungslos: „Das soll also das Leben sein, von dem alle so schwärmen?“

Zum Glück sei dies nur ein Traum gewesen, erinnert sich Felix, „Träume sind Schäume.“ Felix legt nach: „Wer sagt denn, dass das Leben überhaupt existiert? Gibt es ein Leben vor dem Tod?“, das sei doch die Frage, die immer noch reine Glaubenssache sei.

* Die richtige Bezeichnung ist streng genommen nicht hellseherisch, sondern präkognitiv (lat. vor der Erkenntnis), aber dieser Ausdruck ist nicht so verbreitet, sodass wir den weit bekannteren Begriff in die Überschrift gesetzt haben. Man mag uns das verzeihen. Hellsehen bezeichnet dagegen bereits dem Ausdruck nach, etwas hell zu sehen, womit gemeint ist, etwas zu „sehen“, was sich nicht mit den normalen Sinnen erfassen lässt. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die zeitlich unbestimmt sind. Diese müssen also nicht in der Zukunft liegen, sondern können sich auch auf die Vergangenheit oder Gegenwart beziehen.

Unberechenbar: Mathematiker findet Ende von Pi

Tafel
Das Einfache ist manchmal einfach kompliziert. Foto: Irish Typepad / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Es ist die vielleicht berühmteste Zahl der Welt, die ominöse Kreiszahl Pi, vor dem Computerzeitalter meist als π geschrieben (heute sind viele zu faul, den richtigen Code für den griechischen Buchstaben π erst herauszukramen, daher „Pi“).

Pi beschreibt das Verhältnis von Kreisumfang zu seinem Durchmesser und erlaubt so spannende Berechnungen wie Kreisumfang und Kreisfläche.

Praktisch jeder kennt ihre ersten Ziffern:

3,141592653…

Heute weiß man, dass Pi eine irrationale und transzendente Zahl ist. Es soll in ihr keine Regelmäßigkeiten geben, die Werte der Dezimalstellen sind quasi zufällig verteilt.

Dr. Dr. Walter von Abakcoviz, Professor für Mathematik, ist bei seinen Berechnungen, die er seit Jahren durchführt und die von sieben Computern unterstützt werden, nun auf ein Kuriosum gestoßen. Bislang waren die ersten zehn Billionen Dezimalstellen von Pi bekannt. Abakcoviz rechnete weiter und weiter. Nach rund 14 Billionen Dezimalstellen dann die Sensation.

„Pi hörte einfach auf. Es ging einfach nicht mehr weiter. Die letzten zwölf Stellen von Pi sind:“

… 342973427642

„Danach kamen keine Nullen oder irgendwelche regelmäßigen Muster. Es ging auch nicht wieder von vorne los, sonst hätte ich wenigstens weiterrechnen können. Nein, es kam einfach nichts mehr!“

Dass Fehler in seiner Software bzw. in seinen Berechnungen enthalten sein könnten, schließt Abakcoviz aus. Er habe sich noch nie in seinem Leben verrechnet. Auch Hardwareprobleme könnten es nicht sein, ebenso wenig Restriktionen im Mikroprozessor oder Speicher. Erstens einmal ging es exakt an dieser Stelle auf keinem seiner einzelnen Computer, die auf unterschiedlichen Systemen laufen, mehr weiter, so der Professor.

Zweitens würde es ihm nicht mal gelingen, mit dem Bleistift auf einem – leeren (!) – Stück Papier weitere Ziffern hinzufügen, nicht mal Nonsensziffern oder Smileys. Er spürte eine unüberwindbare Blockade. „Wenn das nicht Beweis genug ist.“

„Pi hat ein Ende“, da ist sich der Professor sicher. Praktische Auswirkungen für unser Leben habe das kaum, so der Professor, da die ersten 14 Billionen Ziffern, notfalls auch die ersten zehn, für Berechnungen in aller Regel völlig ausreichend seien. Allerdings sei es eine hochspannende Sache. Der Professor holt aus: „Stellen Sie sich vor, Sie schalten Ihre Fernsehserie, die als Endlosserie konzipiert ist, nehmen wir mal die Lindenstraße, ein und wollen mit zittrigen Händen und voller Spannung sehen, wie es weitergeht. Und dann kommt einfach nichts, die Serie ist einfach aus. Mittendrin! Das hätte doch was Befremdliches, Gespenstisches“, fügt der Professors an, „Aus, vorbei! Sie könnten dann allenfalls nur wieder mit Folge 1 anfangen. Aber wer würde das schon wollen?“

Erna M. (96): weiß nichts von Euro-Einführung – Deutschlands letzte DM-Frau

Erna M.
Erna M. lebt mit der DM und für die DM. Foto: Luigi Brocca / Lizenz: CC BY 2.0

Keinblatt.de spürte ihn auf, den wohl letzten Menschen in Deutschland, der von der Euro-Einführung noch nichts mitbekommen hat. Der Gedanke ist schwer zu ertragen, schließlich änderte sich mit der Bargeldeinführung des Euro vor über zehn Jahren, genauer am 01.01.2002, nicht nur die Optik des Geldes, auch mussten die Leute die ersten Jahre mit einer saukomplizierten Formel den Euro-Wert in DM zurückrechnen (das heißt mit 1,95583 multiplizieren), um sich an den neuen seltsamen Preisen orientieren zu können. Da sollte man davon ausgehen, dass das nach ein paar Wochen oder Monaten jeder, aber auch wirklich jeder mitbekommen hat.

In einer Altbauwohnung in München Schwabing wohnt Erna M. (96). Wir danken dem Hausmeister für diesen wertvollen Tipp mit einem 50 Euro-Schein. Er lotst uns zu der Wohnung im Hinterhof. Mit etwas Überredungskunst und einem alten 50 DM-Schein gewährt uns die alte Dame schließlich Einlass. Schnell kommen wir mit ihr ins Gespräch. Die rüstige Rentnerin versorgt sich trotz des fast biblischen Alters noch selbst.

Ganz erstaunt reagiert Frau M., als wir sie auf die Euro-Einführung ansprechen. „Da legst di nieda!“, sagt sie. Zeitungen, Fernsehen und Radio verfolge sie nicht, da würde ohnehin nur ein „Riesen-Schmarren“ verbreitet, so Frau M., mit Bargeld komme sie auch nur begrenzt in Kontakt. Die Augen, meint Frau M., „I sig so schlecht!“ Beim Bezahlen reiche sie immer ihren Geldbeutel dem Kassenpersonal, welches das Geld entnehme, da müsse man einfach Vertrauen haben. Aber, was ist mit den Preisen? Ihr müsse doch aufgefallen sein, dass diese sich vom Nennwert stark verändert hätten. „Ja, da war mal was“, erwidert Frau M., da seien die Preise kurzzeitig mal unten gewesen. Da habe sie aber auf einen Schlag auch nur etwa halb so viel Rente bekommen, was für eine Sauerei. Da sich das aber ausgeglichen habe, habe sie nur ein paar Mal geflucht und die Sache wieder vergessen. Nach kurzer Zeit habe aber eine starke Verteuerung eingesetzt und schon bald seien wieder die alten Preise am Regal ausgezeichnet gewesen. Demzufolge könne es eine Euro-Einführung nie gegeben haben, kontert Frau M. schlagfertig, wenn da die ganzen Jahre DM-Preise gestanden hätten. „Ist das versteckte Kamera? Kurt Felix?“, will die Dame wissen.

Was sie denn wählen würde, fragen wir Frau M., es sei ja bald Bundestagswahl. „Ach, wissen Sie, diese Alternative für Deutschland“ Das klinge doch gut, so Frau M., auf den Plakaten werben die für die Deutsche Mark. „Nicht, dass sonst mal irgendjemand auf die Idee kommt, eine neue Währung mit einem einfallslosen Namen einzuführen. Oder gar eine Vereinigung mit dieser … na … DDR.“ Wir beruhigen Frau M., dort gebe es selbstverständlich noch die Ostmark.

Wir danken Frau M. für dieses Gespräch und wünschen ihr noch einen schönen Nachmittag!

Querulant stellt Strafanzeige – Duell Merkel vs. Steinbrück abgesagt

Peer Steinbrück
Wurde Duellant Peer Steinbrück seiner letzten Chance beraubt? Ja, so ist es wohl. Foto: Klaus Mindrup / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Das für den 1. September geplante Duell zwischen der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel (Convervative Deutsche Partei, CDU), und ihrem Herausforderer, Herrn Peer Steinbrück (Steinbrück – Peer – Deutsch, SPD), musste leider abgesagt werden. Ein offenbar übereifriger, pedantischer und querulantischer Spießbürger hat Strafanzeige gegen Frau Dr. Angela Merkel, Herrn Peer Steinbrück und gegen diverse Rundfunkanstalten gestellt.

Er begründete dies damit, dass Duelle, auch deren Aufruf, in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in den meisten anderen Staaten verboten seien. Tatsächlich ist ein Duell definiert als Zweikampf mit potenziell tödlichen Waffen.

Das deutsche Reichsstrafgesetzbuch von 1871 kannte das Duell noch als eigenen Straftatbestand, der mit Festungshaft geahndet wurde. Erst 1969 (sic!) wurden die entsprechenden Duell-Paragraphen gestrichen. Duelle bleiben aber dennoch strafbar, werden allerdings juristisch nun wie gefährliche bzw. schwere Körperverletzung oder Totschlag behandelt.

 Duell zwischen Paul Déroulède und Georges Clemenceau 1892
Duell zwischen Paul Déroulède und Georges Clemenceau 1892. Bild: unbekannt / Lizenz: Public Domain

Ein Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass man zwar davon ausgehe, dass bei dieser Veranstaltung weniger martialische Mittel als bei einem Duell im Sinne des Begriffs angewendet werden würden. Dennoch müsse man tätig werden, denn das Schlimmste könne ja keinesfalls ausgeschlossen werden. So seien eben die Vorschriften. Die Rundfunksender hätten haben inzwischen das Duell abgesagt. Ob damit die Sache ausgestanden sei, wollte die Staatsanwaltschaft nicht final beantworten. Aufrufe zur schweren Körperverletzung und zur Tötung ließen sich ja nicht ungeschehen machen, mit der Bekanntgabe des Duells seien diese ja ausgesprochen worden. Eine Einstellung des Verfahrens könne aber nicht ausgeschlossen werden, so der Sprecher.

Peer Steinbrück ist nach der Absage am Boden zerstört und erlitt einen schweren Heulkrampf. Er sehe sich nun seiner letzten Chancen beraubt. Nun wolle er wieder große Reden schwingen. Wenn nicht als Kanzler, dann wenigstens von der Kanzel, sagte ein Vertrauter des Noch-Kanzlerkandidaten.

Mit einer Mär aufgeräumt: Raucher werden doch alt

Raucher
Raucher werden nicht alt – von wegen! Foto: Letsdance Tonightaway / Lizenz: CC BY-ND 2.0

Überall lässt es sich nachlesen: Raucher würden nicht alt, von ganz wenigen Ausnahmen wie Uraltkanzler Helmut Schmid (SPD) vielleicht einmal abgesehen. Professor Dr. Pflugi von der Universität Genf will nun mit diesem weit verbreiteten Irrtum aufräumen. keinblatt.de sprach mit dem Professor, der zunächst mit einer überraschenden These aufwartet:

„Dass Raucher nicht alt werden, lässt sich so nicht halten“, so Pflugi, „Man muss Altern zunächst einmal als völlig natürlichen Vorgang verstehen, der in jedem Menschen abläuft. Die Natur hat das so eingerichtet, man wird geboren, man altert vom ersten Tag an, man stirbt und macht schließlich Platz für die nächste Generation.“ Das Altern sei damit durchaus als positiver Prozess zu begreifen, so der Professor, ohne Altern gäbe es auch keine Weiterentwicklung des Lebens, keine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Das sei ganz simpler Darwin, so der Professor, die am besten angepassten Lebewesen könnten ihre Gene in einem erheblich größeren Umfang an die nachfolgende Generation weitergeben, sodass sich diese Gene dann durchsetzen würden.

Der Professor holt aus: „Raucher erreichen im Normalfall bis zum Ableben durchaus einen Zustand, bei dem der Körper vergleichbar gealtert ist wie bei Nicht- oder Nierauchern.“ Der Vorgang des Alterns laufe bei Rauchern sogar beschleunigt ab. Das bedeute aber nicht, dass Raucher weniger intensiv lebten, weniger vom Leben spürten, ganz im Gegenteil. Alles vollziehe sich halt deutlich schneller und damit nicht minder stark, zumal der Abstand der neuen Lebensabschnitte, aber auch der neu aufgetretenen Beschwerden und Krankheiten ja kürzer sei als bei Nichtrauchern, was mehr Abwechslung biete. Das könne man durchaus unter dem Motto „Öfter mal was Neues“ sehen, so Pflugi, „Wenn ein Raucher mit sagen wir mal typischen 65 Jahren stirbt, also durchschnittlich zehn bis 15 Jahre früher als ein Nichtraucher, hat sein Körper bereits ein biologisches Alter erreicht, das entsprechend zehn bis 15 Jahre höher liegt.“ Das gleiche sich dann aus, schlussfolgert der Professor.

Er selbst würde aber dennoch nie eine Zigarette anfassen, meint Pflugi, nicht mal mit der Kneifzange, er sei ja nicht verrückt. Wer eine solche Abwechslung wolle, zu der unter anderem auch der praktisch nur bei Rauchern auftretende Lungenkrebs gehöre, der auch heute noch ein fast sicheres Todesurteil bedeute, müsse schon masochistisch veranlagt sein, so Pflugi, „zumal der ganze Mist ja auch noch Unsummen Geld kostet. Im Leben nicht!“

Wir danken dem Professor für dieses Gespräch.

Spektakulärer Plan: Regierung will Griechenland-Krise durch neuen Namen lösen

Tempel des Hephaistos
Tempel des Hephaistos. Er ist einer der besterhaltenen hellenischen Tempel. Das soll auch so bleiben. Foto: Eusebius / Lizenz: CC BY 3.0

Die Griechenland-Krise ist zurück, wenn sie denn je weg war, und verhagelt der beliebten Kanzlerin nun fast den Wahlkampf. Der griechische Finanzminister will offenbar noch einmal einen Finanzbedarf von 10 Milliarden Euro anmelden. Ein drittes Hilfspaket ist damit wahrscheinlich, auch ein erneuter Schuldenschnitt kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Bundesregierung plant nun, die Griechenland-Krise mit einer spektakulären Maßnahme zu lösen. Dies erfuhr die keinblatt.de von einem Vertrauten der Kanzlerin, der nicht genannt werden will. Griechenland soll nun nur noch unter der bislang selten gebrauchten langen Bezeichnung Hellenische Republik geführt werden. Die neue Kurzform ist dann Hellas, bekanntlich die Eigenbezeichnung Griechenlands. Die Griechen werden begrifflich zu Hellenen, das Adjektiv griechisch zu hellenisch.

Die Kanzlerin sei es leid, dass die Griechenland-Krise nicht aus den Schlagzeilen komme und die Leute seit Beginn der Euro- und Schuldenkrise immer mehr Abneigung gegen die gemeinsame Währung entwickelten. Werde Griechenland als amtliche Bezeichnung abgeschafft, gäbe es damit auch keine Griechenland-Krise mehr. Besonders regten die Kanzlerin schlechte Wortspiele auf, die zu beschämenden Schlagzeilen wie „Ihr Pleitevolk griecht nichts mehr“,  „Jetzt herrscht Griech!“ oder „Griecht am Boden, ihr Pleite-Griechen“ verarbeitet würden und fremdenfeindliche Ressentiments bedienten.

Einen Etikettenschwindel weise die Kanzlerin zurück. Ein neuer Name, der nicht belastet sei, würde Platz für Neues schaffen, Platz zum Atmen geben. Man denke nur an andere erfolgreiche Umbenennungen. „Aktion Sorgenkind“ heiße jetzt etwa „Aktion Mensch“, das klinge doch zehntausend Mal besser. „Raider“ habe man zu „Twix“ gemacht, Umbenennungen – eine Form des Marketings – seien damit längst etabliert, zitiert der Vertraute die Kanzlerin. Wichtig sei nur, dass der Ausdruck „Griechenland“ aus der Öffentlichkeit verschwinde, die meisten Leute würden ohnehin nicht mitkriegen, dass „Hellas“ das Gleiche wie „Griechenland“ sei oder es nach dem nächsten Vollrausch schon wieder vergessen haben.

Alle Behörden sollen angewiesen werden, nur noch die neuen Bezeichnungen zu verwenden. Den Medien könne man den neuen Namen natürlich nicht vorschreiben, man werde aber Empfehlungsblätter herausgeben. Es werde selbstverständlich niemand eingesperrt, wenn er weiterhin „Griechenland“ schreibe, aber die Kanzlerin werde natürlich einer Interviewanfrage eher wohlgesonnen sei, wenn die Medien ganz brav die neuen Bezeichnungen verwendeten.

Die Kanzlerin sehe nur positive Effekte. Sie habe inzwischen Angst, dass die Griechenland-Krise ihre Wiederwahl bei der übernächsten Bundestagswahl in acht Jahren gefährde. Das wolle und werde sie nicht hinnehmen, so der Vertraute.

Riesiger Drogenring auf dem Münchner Oktoberfest gesprengt

Kinderkarussell Wiesn
Kinderkarussell auf der Wiesn: All dies war offenbar nur Fassade und Ablenkung. Foto: digital cat / Lizenz: CC BY 2.0

Auf dem größten Volksfest der Welt, dem Münchner Oktoberfest, unter Einheimischen schlicht als Wiesn bekannt, trieb offenbar bereits seit geraumer Zeit ein Drogenring sein Unwesen.

Unter dem Deckmantel eines riesigen Familienfestes mit Kettenkarussells, Achterbahnen, Ständen mit kulinarischen Köstlichkeiten, Losbuden, Showdarbietungen und vielem mehr und unter dem Motto der Völkerverständigung mit Besuchern aus aller Welt sollen Drogendealer hochgefährliche Substanzen verabreicht haben.

Felix, 19, erinnert sich an seinen ersten Wiesnbesuch im letzten Jahr. Er sei schnell high gewesen. Erst habe bei ihm eine enthemmende Euphorie eingesetzt, die in einen Flash mit ungeheurer Glückseligkeit überging. Dann habe er mit wildfremden Damen geschunkelt und peinliche Volksschlager mitgesungen, ohne den Text zu kennen. Mit den Damen, die wie durch ein Wunder immer attraktiver wurden, habe er dann auf den Bänken getanzt und marionettenhaft in einer Endlosschleife sinnlose Anstoßrituale ausgeführt. Seine Koordinationsfähigkeit habe stark nachgelassen. „Ich konnte kaum mehr laufen, hatte aber mächtig Spaß dabei“, sagt Felix, später sei ihm dann Gott erschienen und er habe auf einmal die ganze Welt verstanden. Wie die Natur funktioniere, warum Automaten manchmal streikten und was sich hinter der Türe mit dem Schild „Zutritt verboten!“ befinde, all das sei auf einmal so unendlich klar gewesen.

Später sei er dann in einem Stadtpark aufgewacht. Ihm sei fürchterlich schlecht gewesen und er habe sich nicht mehr erinnern können, wie er in den Park gekommen war. Er habe sich stundenlang übergeben müssen. Zwei stolze Tage habe er gebraucht, um sich wieder zu erholen.

Drogenexperte Manfred Probst erklärt: Der auf der Wiesn in verschiedenen Getränken enthaltene Alkohol sei ganz klar als harte Droge zu sehen, sogar eine der gefährlichsten, mit extrem hohem Suchtpotenzial, hoher zerstörerischer und durchaus auch tödlicher Wirkung. Die Entzugserscheinungen seien oft fürchterlich. Selbst eine drastische Zunahme von Straftaten sei unter Alkohol festzustellen. „Eine hochkriminelle Substanz“, so Probst, die aber für die Dealer ein rauschendes Geschäft sei.

Die Behörden hatten trotz vielfacher Hinweise lange Zeit nichts unternommen, sondern wohlwollend zugeschaut. Offenbar waren die Verantwortlichen selbst angefixt worden und damit Teil des Systems.

Doch jetzt endlich griff die Staatsmacht durch. An zahlreichen Orten wurden Hausdurchsuchungen in mit Marmor verkleideten Villen durchgeführt, zahlreiche Wirte und Standlbesitzer verhaftet, teilte ein Polizeisprecher mit.

Wie seelenlos – Papst Benedikt XVI: „Ich wurde gefeuert“

Papa Benedikt XVI. 2011
Papst Benedikt XVI. (2011). Ganz der Papa! Foto: Madrid11 / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Schon länger wurde darüber spekuliert, dass der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. (Joseph Aloisius Ratzinger) nicht so ganz freiwillig gewesen sein könnte. Nun kommt die Wahrheit scheibchenweise ans göttliche Licht. Wie der emeritierter Papst mitteilen ließ, habe es sich um eine Anweisung von ganz oben gehandelt, direkt aus dem Kanzel-Amt (sic!), genauer seinem Chef, also Gott höchstpersönlich. Salopp gesagt wurde der Papst gefeuert. Solche Kündigungen reihen sich ein in eine Gesellschaft, die immer mehr Leistung abverlangt. Wer nicht liefert, der muss gehen. Zuerst der Vize, wenn das auch nichts hilft, der Boss persönlich.

Eine Klage vor dem Arbeitsgericht habe Benedikt abgelehnt. Ganz einfach, weil ihm da Gott ebenfalls eine Anweisung gegeben habe, die ihm das untersagt habe. Und Gott sei er ja bedingungslos verpflichtet. „Was meinen Sie, welchen Eindruck so eine Klage machen würde?“, so der Ex-Papst, „Das wäre schlimmer, als wenn man den lieben Gott persönlich verkla… ähhh, na, sehen Sie …“

Inzwischen versteht Benedikt den Sinn der vorzeitigen Neubesetzung immer besser. Das Charisma seines Nachfolgers Franziskus (der ohne rote Schuhe) leuchte einfach stärker. Franziskus verkörpere die moderne Gesellschaft, in der sich Arbeit wieder lohnen müsse. „Einer Modernisierung könne sich auch Gott nicht verschließen, verstehen Sie? Sonst wäre er ja nicht Gott“, erklärt der geschasste Pontifex Maximus. Der Papst werde jetzt beten, zu Gott – für alle, die an ihn glaubten, für alle, die das nicht täten, und für alle Ungläubigen. Wir alle müssten auch Rückschläge einstecken, auch wenn manche Entscheidungen, vor allem bei vorzeitigen Auflösung von Arbeitsverträgen, schon arg übertrieben seien. Das ist mitunter durchaus Pedanterie, die päpstlicher sei als der Papst, führt Benedikt aus. Amen!

SPD-Steuerchaos – Steinbrück verspricht: Umfragewerte und Wahlergebnisse rauf!

SPD
Die beste sozialdemokratische Partei Deutschlands. Foto: SPD Edertal / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Die alte Tante SPD ist 150 geworden. Nicht, dass man ihr das Alter ansieht, sie wird bekanntlich primär vor allem jungen und frischen Köpfen genährt. Dennoch ist die Außenwirkung derzeit nicht die beste. Zum einen will die SPD die Steuern erhöhen, vor allem für Besserverdienende (die besser verdienen als, nun, sagen wir mal, besser als früher) und neue Steuern einführen (Vermögenssteuer, Unvermögenssteuer, Steuern auf Steuern). Zum anderen kann man damit aber schlecht Wahlen gewinnen. Am Wochenende sagte Parteiboss Sigmar Gabriel in einem Interview: „Die Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuerdumping ist der bessere Weg zum Schuldenabbau und zu höheren Investitionen in Bildung und Infrastruktur in Deutschland als Steuererhöhungen.“ und erweckte damit den Eindruck, es gäbe möglicherweise doch keine Steuererhöhungen für den leicht unwahrscheinlichen Fall, dass die SPD den Kanzler stellt.

Das Bild, das vermittelt wird, ist fatal. Man meint, die SPD wolle wegen mieser Umfragewerte leise Servus zu Steuererhöhungen sagen. Das träfe aber nicht nur die nicht mehr vorhandene Glaubwürdigkeit, sondern auch die linke Strömung in der SPD, die es erstaunlicherweise immer noch gibt. Diese musste beruhigt werden.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück stellt nun klar, dass man daran festhalte, die Steuern zu erhöhen, um sie später wieder wieder zu senken, falls es gelänge, Steuerflucht und Steuerkriminalität  wirksam zu bekämpfen. Eine Hintertüre bleibt also geöffnet.

Dabei weiß doch ein jeder, dass praktisch noch nie in der Geschichte einmal neu eingeführte Steuern wieder abgeschafft wurden (zur Finanzierung der deutschen Einheit wird seit über 20 Jahren die sogenannte Portokassensteuer erhoben, im Volksmund liebevoll Soli genannt) und dass Steuersenkungen auch nicht gerade die Regel sind (mal vom Wahlprogramm der Steuersenkungs- und Spaßpartei abgesehen).

Wer Steinbrück kennt, weiß, dass es mit der Wiederholung bekannter Botschaften nicht getan ist. Daher redete Steinbrück Klartext und legte sogar noch klar nach. Er kündigte nicht nur an, die Steuern für Reiche tatsächlich zu erhöhen, sondern bringt ein neues Versprechen mit: „Ich verspreche, die Umfragewerte der SPD zu erhöhen, ebenso das Wahlergebnis der SPD bei der Bundestagswahl“ Der Clou ist, dem Begriff „erhöhen“ eine positive Bedeutung zu geben. Wer eine Gehaltserhöhung bekommt, wird das auch nicht unbedingt als unangenehm empfinden.

Wie keinblatt.de erfuhr, gab Steinbrück das Versprechen nicht nur seiner Frau und seinem engeren Kreis, sondern wiederholt es für jeden, der es nicht hören will. Aber mit dem Versprechen ist es so eine Sache. „Natürlich bin ich auf die Mithilfe von Ihnen, dem Wähler, angewiesen“, so Steinbrück, „Wenn Sie nicht bei den ganzen Umfragen der Wahlforschungsinstitute ab sofort SPD nennen und nicht bei der Bundestagswahl beide – ich wiederhole, beide – Stimmen der SPD geben, dann sind Sie ja selbst schuld, wenn ich mein Versprechen nicht einlösen kann.“

Telefonwerbung immer dreister: Werber geht sich selbst auf den Leim

Call Center
Traumarbeitsplatz Callcenter (Symbolbild). Foto: TruckPR / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Peter Schmidt (Name von der Redaktion geändert) ist Telefonwerber in einem großen deutschen Callcenter. So weit ist das nicht wirklich erwähnenswert. Was Schmidt aber jüngst passierte, kommt sicherlich nicht alle Tage vor. Schmidt verkauft unsinnige Zeitschriftenabonnements. Sein Auftrag ist hard selling – Abschluss um jeden Preis. „Wie die meisten Werber verwenden wir nicht nur gekaufte Adressbestände, sondern erstellen auch Telefonnummern mit dem Zufallsgenerator“, so Schmidt, „Damit wir alle kriegen.“

Als Schmidt mal wieder den Button drückte, um den nächsten Kunden abzuzocken, läutete auf einmal sein eigenes Handy. Wie sich später herausstellen sollte, war dies ein bemerkenswerter Zufall. Der Zufallsgenerator kam ausgerechnet zu Schmidts Nummer. Schmidt ging an sein Handy. Ist ja kein Problem, so ein Headset ist schon praktisch, da hat man ja beide Hände frei. Und bei seinem Modell ist auch ein Ohr frei.

Anruf von „unbekannt“ zeigt das Display. „Natürlich dürfen wir keine Rufnummernunterdrückung machen, aber was meinen Sie, wie egal das uns ist“, sagt Schmidt mit einem sarkastischen Lächeln auf den Telefonlippen.

Aber zurück zum Anruf. „Mir kam die Stimme schon irgendwie bekannt vor“, so Schmidt, „Aber Sie wissen ja, die Telefonstimme eines jeden hört sich immer anders an als in natura. Und der Name – nun ja, ein Allerweltsname, dem schenke ich doch keine Beachtung. Was meinen Sie, wie viele Namen ich jeden Tag höre? Auf jeden Fall habe ich dem Typen gleich zwei Abos verkauft. Am Anfang gab es noch Gegenwehr, aber diese weiß ich erfolgreich zu knacken. Das ist immerhin mein Be-Ruf.“ Schmidt betont das Ruf, er ist 24 Stunden am Tag auf den unseriösen Verkauf via Telefon fixiert.

Erst nach dem Anruf sei Schmidt dann so richtig bewusst geworden, dass er sich gerade selbst etwas angedreht hatte.

„Shit happens“, mein Schmidt, „Jetzt muss ich das Geschäft wieder rückgängig machen.“ Das sei ja immerhin möglich. Allerdings dürfte es nicht leicht sein. Immerhin müsse er ja nun den Widerruf bei sich selbst machen. Und er sei ja eine arrogante, unverschämte Kreatur, die auch ihre eigenen Kinder jederzeit am Telefon verkaufen würde. „Das wird sogar extrem schwer“, prophezeit Schmidt, aber eine gute Übung sei dies allemal. Immerhin gebe es bei ihnen keine erfolgreichen Widerrufe, eher drehten sie den zweifelnden Kunden noch ein paar sinnlose Lose an. „Natürlich helfen wir da ein wenig nach, je nach Anrufertyp“, erklärt Schmidt, bei der alten Oma etwa richte er noch einen ganz lieben Gruß von Günther Jauch aus, den er eben am Gang getroffen habe. Das mache Eindruck. „Ab und zu glauben uns die Leute so einen Scheiß sogar“, so Schmidt, „Das ist wirklich unglaublich. Ich müsste eigentlich nach so manchen Anrufen für die verlorene Menschheit weinen.“