Das Ende einer Erfolgsgeschichte: Die Bibel wird eingestellt

Werbung

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die wohl einmalig ist und praktisch über zwei Jahrtausende reicht: die Bibel. Als Buch in gedruckter Form hielt der Erfolg immerhin einige Jahrhunderte an. Nun jedoch ist das ehemals meistverkaufte Buch in die Jahre gekommen. Der Biblische Verlag hat nach eigenen Angaben dieses Jahr nur magere 73 Exemplare verkauft. Bei den anderen Verlagen sieht es auch nicht viel besser aus. Eine weitestgehende Einigkeit herrscht zumindest bei den Verlagen, die deutschsprachige Ausgaben der Bibel im Angebot haben. Man wolle die Bibel nicht mehr neu auflegen und den Rest der Auflagen verramschen.

Gutenberg-Bibel
Gutenberg-Bibel. Immer wieder neu aufgelegt, aber nun ist Schluss mit dem Buch der Bücher, der Bibel. Foto: brandbook.de / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Als Flop seien die mageren Verkäufe nicht zu bewerten, so ein Sprecher des Papstverlags: „Aber kein Bestseller währt ewig, nicht einmal die ewige Schrift, irgendwann ist halt Schluss.“ Fortsetzungen seien auch nicht zu erwarten, obwohl es ja streng genommen solche gegeben habe: Die verschiedenen Evangelien erzählten prinzipiell immer dieselbe Geschichte, seien aber von Mal zu Mal immer weiter ausgeschmückt worden.

Das älteste Evangelium, das Markusevangelium, ende mit der Geschichte vom leeren Grab, von der Auferstehung sei noch keine Rede, sie werde allenfalls angedeutet. Schließlich hätten es von mehreren Dutzend Evangelien dann die vier besten in die Bibel geschafft. Das sei der vielleicht erste Autorenwettbewerb aller Zeiten gewesen. Aber schon lange seien keine neuen Evangelien mehr verfasst worden, das Thema sei praktisch tot.

Nicht einmal die E-Book-Versionen der Bibel wollen die meisten Verlage weiter im Programm halten. Zwar entstünden hier zumindest keine neuen Kosten, so ein Sprecher des Christusverlags. Auch käme die elektronische Version der Botschaft des Christentums, die das ewige Leben postuliert, näher. Ein Buch, das nie vergilbe, keine Eselsohren bekomme und immer verfügbar sei, ohne es je nachdrucken zu müssen, sei doch wie ein Wunder, es habe etwas Göttliches in sich. Aber die Nachfrage sei praktisch null, zumal die Bibelgeneration mit den neuen Techniken nicht so viel anfangen könne.

In Zukunft wollen sich die Verlage, die christliche Literatur im Angebot haben, stärker auf heute populäre Themen konzentrieren. Da es auch um das eigene Überleben gehe, wolle man es mit der reinen Lehre nicht so genau nehmen und bei der Auswahl stärker auch Themen wie Mord und Totschlag, Geistheiler, Schwarze Magie, Geisteraustreibungen, Vampir-, Voodoo- und Satanskult berücksichtigen.

6 Gedanken zu „Das Ende einer Erfolgsgeschichte: Die Bibel wird eingestellt“

  1. Es ist schon ein Kreuz mit den neuen Medien. Wenn ich vor dem Altar stehe und auf meinem E-Book-Reader scrolle, schaut mit die Gemeinde ratlos an. Ich finde nie die richtige Stelle. Da müssen mir meine Messdiener helfen.

    Wie schön war es doch damals, als ich in der Heiligen Schrift die Stelle auf Anhieb gefunden habe.

    In domini patri et filiie sancti. Amen

  2. Oh Ungläubiger, Du wirst in der Hölle schmoren.

    Als nabī (Prophet) und rasūl Allāh (Gottgesandter) habe ich die Verkündigung des Allmächtigen Allah im Jahre Null der islamischen Zeitrechnung verkündet. Es war nach dem Freitagsgebet am Samstag, dem 25. Juli 627 eurer unsäglichen Zeitrechnung.

    Meine Gläubigen schreiben das Jahr 1435! Tieftest Mittelalter! Und ihr Ungläubigen wisst, was damals los war? Mord und Totschlag!

    Und das wird euch auch blühen, meine Mannen stehen bereit, so sind sogar mitten unter euch. Da ist es gut, wenn diese komische Bibel nicht mehr verbreitet wird. Dann haben wir leichteres Spiel, weil die Ungläubigen nicht wehrhaft sind.

    الله أكبر

  3. Religion hat n u r dann ihre Daseinsberechtigung, wenn sie n u r aus Liebe besteht. Wir Christen und Muslime haben dies nicht gewußt und fast nur
    gegenteilig gehandelt – so viele Jahrhunderte lang, obwohl alle Menschen auf dieser Erde so sehr nahe miteinander verwandt sind in ihrem Leiden und in ihrer Unvollkommenheit.
    Aber jetzt wissen wir dies und haben die Möglichkeit in schöner Gesinnung, in Achtung und praktischer Hilfe miteinander umzugehen, denn wir haben doch von der Geschichte gelernt und dürfen Gott-Allah nicht mehr schlecht machen.

  4. Wir Christen und wir Muslime haben nicht gewußt, daß Religion nur dann Esistenzberechtigung hat, wenn sie nur L i e b e ist, also gegenseitiges tieferes Verstehen, Achtung, schöne Gesinnung in praktischer Hilfe.
    Wir wissen auch nicht, welchen Druck unsere Ahnen zu erleiden hatten, als sie zu ihrer Religion kamen und wir sind doch alle erschreckt, wie viel Leid sie sich angetan haben in fast allen Jahrhunderten. Obwohl wir Menschen auf der ganzen Erde doch alle so nah miteinander verwandt sind in unseren Unvollkommenheiten und Leiden.
    Durch Sprechen und Schreiben von Büchern haben wir Gott-Allah schlechtgemacht, aber jetzt haben wir die Möglichkeit, das Gegenteil zu tun, denn er kann nicht anders als lieben!!!

    1. Ja, wir Menschen aller Religionen haben Gott Sätze in denn Mund gelegt, aufgeschrieben und ihn damit schlecht gemacht. Wir haben uns auch dadurch furchtbar behandelt, obwohl wir alle, alle so sehr nah miteinander verwandt sind in unserem Leid, denn die ganze Erde weint…..
      Er ist ganz anders – liebender als der gütigste Mensch, den es je auf der Erde gab.

  5. Wir Christen und wir Muslime u.a. wären sehr dumm, würden wir so weiterhandeln wie bis jetzt in der Geschichte! Wir kennen sie doch nun ziemlich genau und die Aufklärung ist nie zu Ende; ist sie doch ein permanenter Prozess! Hineingeboren wurden wir in eine Religion – ohne unser Zutun. Nur mit Liebe können wir jetzt handeln, denn Allah-Gott ist nichts anderes als Liebe und sie, die Liebe macht uns gescheit, denn sie öffnet uns die Augen, daß wir die Entwicklung aller Menschen nach und nach verstehen. Stellen wir uns vor, wir adoptieren mehrere Kinder, würden sie von Herzen lieben und jedes hätte eine andere Religion. Dann würden wir doch auch gründlich verstehen, achten und alle Geschwister würden freudig voneinander lernen, uns beistehen mit Freude – ohne zu missionieren, denn genau dies ist ein Gewaltakt und gegen Gottes Zuneigung zu jedem von uns – Schlüssel zu allen Kriegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.